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03.03.2010, 15:09

Der HSV Hamburg geht in eigener Halle unter

Schwalb übernimmt die Verantwortung

Mit versteinerter Miene saß Martin Schwalb nach dem 31:39 gegen den VfL Gummersbach in der Pressekonferenz. Versagt, verzockt, verloren: Die Demontage in eigener Halle hat beim HSV Hamburg Spuren hinterlassen. "Die Leistung der Mannschaft war nicht gut, und meine Leistung auf der Bank war auch nicht gut. Ein gebrauchter Tag", stöhnte der HSV-Coach. Im Titelrennen ist die gute Ausgangsposition erst einmal dahin, nun hat wieder der THW Kiel die besseren Karten.

Martin Schwalb, HSV Hamburg
Das war nichts: Martin Schwalb und der HSV gingen gegen Gummersbach förmlich unter.
© imagoZoomansicht

"Wir waren in einem schwarzen Loch, das alles Negative angezogen hat. Es ist alles schief gelaufen, was schief laufen kann", sagte Nationalspieler Torsten Jansen, den Schwalb trotz anhaltender Wadenprobleme zum Einsatz brachte. Der HSV-Coach konnte sich von seiner Generalkritik nach der ersten Niederlage des Jahres nicht ausnehmen. Schon zu Beginn der zweiten Hälfte hatte er bei eigenem Ballbesitz den Torhüter durch einen siebten Feldspieler ersetzt. Eine Maßnahme, die kolossal scheiterte. "Ich musste etwas probieren, aber der Schuss ging nach hinten los. Von daher übernehme ich die volle Verantwortung", sagte ein resignierter Schwalb.

Beim HSV erreichte lediglich der elfmal erfolgreiche Hans Lindberg annähernd Normalform. "Die Taktik mit dem siebten Feldspieler hat nicht geklappt. Wir haben ganz schlecht gespielt", befand der Däne: "Wir müssen das Spiel jetzt ganz schnell abhaken. Schließlich wollen wir nach wie vor deutscher Meister werden." Im Kampf um die Meisterschaft hat nun allerdings der THW Kiel die besseren Karten, der die Nase nach Minuspunkten wieder vorn hat.

Gummersbach liefert taktische Meisterleistung

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Gummersbach, das Anfang Februar bereits die Kieler aus dem DHB-Pokal gekegelt hatte, schlüpfte ein weiteres Mal in die Rolle des Favoritenschrecks. "Ich dachte nicht, dass wir so eine Leistung wie gegen Kiel noch einmal wiederholen können. Das war wieder ein unglaubliches Spiel", erklärte Geschäftsführer Axel Geerken, der sich über "eine taktische Meisterleistung" freute. In der Tat ging der Schachzug von Sead Hasanefendic, in der Abwehr mit einer offensiven 3:3-Deckung agieren zu lassen, voll auf. "Es war eine Freude zu sehen, wie mein Team gegen eine der besten Mannschaften Europas gespielt hat", meinte der VfL-Coach, der auch von Schwalb Lob erhielt: "Das hat Gummersbach von der ersten bis zur 60. Minute sehr gut gemacht."

Der VfL Gummersbach bejubelt seinen Sieg in Hamburg
Jubel über den gelungenen Coup: Gummersbach begeisterte in Hamburg.
© imago

Christian Fitzek richtete den Blick schon wieder nach vorn: "Wir werden in Zagreb wieder aufstehen", betonte der Sportliche Leiter des HSV zu der am Sonntag anstehenden Champions-League-Aufgabe. Bei Croatia Zagreb fällt die Entscheidung über den zweiten Tabellenplatz in der Vorrunden-Gruppe C, der über das Heimrecht im Rückspiel des Achtelfinals entscheidet. Und in der Bundesliga darf der HSV schon am kommenden Mittwoch wieder auf die Favoritenschreck-Qualitäten der Gummersbacher hoffen. Dann empfängt der VfL den THW Kiel.

03.03.10
 
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