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01.02.2010, 14:57

Flensburg prüft Schadensersatzklage gegen THW

Kiels Spitze bleibt gelassen

Obwohl die Staatsanwaltschaft Kiel Anklage gegen den langjährigen Manager Uwe Schwenker und Ex-Trainer Noka Serdarusic erhoben hat, bleibt man im Umfeld des THW Kiel gelassen. "Natürlich würden wir uns das auch anders wünschen, aber wir können es nicht ändern. Wir versuchen, uns auf den Sport zu konzentrieren", sagte THW-Manager Uli Derad. Neue Stimmen gibt es auch aus Flensburg - eine Schadensersatzklage steht im Raum.

Uwe Schwenker
Von den Vorwürfen mitgenommen. Kiels Ex-Manager Uwe Schwenker.
© picture allianceZoomansicht

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Kiel Anklage gegen das ehemalige Erfolgsduo wegen Untreue und Betrugs beziehungsweise der Beihilfe dazu erhoben hat. Das Kieler Landgericht bedaure jedoch sehr, dass die Beschuldigten von der Anklageerhebung erst durch die Medien erfahren hätten, hieß es in einer Erklärung des Landgerichts vom Montag. Zuvor hatte Schwenkers Anwalt Harald Riettiens dem Kieler Gerichtssprecher "einen schweren Verfahrensfehler" vorgeworfen. Der Presse seien Einzelheiten mitgeteilt worden, "bevor den Beschuldigten und ihren Verteidigern die Anklage zugestellt wurde", sagte Riettiens der dpa.

Ich bleibe dabei, dass gegen den THW nichts Belastbares vorliegt.THW-Aufsichtsrats-Chef Klaus-Hinrich Vater

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Der Inhalt der Anklageschrift ist weder Schwenker noch dem Klub bekannt. "Ich muss abwarten, was in der Anklageschrift steht", sagte Schwenker den Kieler Nachrichten und fügte an: "Klar, dass mich das berührt." Sein ehemaliger Verein bleibt gelassen. Aufsichtsrats-Chef Klaus-Hinrich Vater sagte: "Bei mir kommt keine Unruhe auf. Ich hatte zwar gehofft, dass es nicht zu einer Anklage kommen wird, aber ich halte mich an die Fakten und bleibe dabei, dass gegen den THW nichts Belastbares vorliegt." Ob die 5. Große Strafkammer tatsächlich ein Verfahren gegen Schwenker und Serdarusic eröffnet, entscheidet sich in den kommenden ein bis drei Monaten.

Inzwischen ist die SG Flensburg-Handewitt dabei, eine Schadensersatzklage gegen die Kieler wegen des verlorenen Champions-League-Endspiels 2007 zu prüfen. Schwenker und Serdarusic stehen im Verdacht, dieses Spiel und weitere manipuliert zu haben. SG-Anwalt Thomas Summerer spricht von "stichhaltigen Indizien" in den Akten, die angeblich darauf hinweisen, dass das Endspiel manipuliert wurde. Allein an Prämien hatte der THW damals mehr als 500.000 Euro eingestrichen. Die Kieler lässt das kalt. "Ich glaube, dass man in Flensburg ganz andere Probleme hat. Die wären gut beraten, sich um ihre Dinge zu kümmern", sagt Derad.

Eilts beantragt Einstellung des Verfahrens

Eine Anspielung auf weitere Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft, wonach gegen den SG-Präsidenten Frerich Eilts wegen Bestechlichkeit und besonders schwerer Untreue ermittelt wird. In diesem Zusammenhang soll er Vorteile für den Klub angenommen haben. "Nach erfolgter Akteneinsicht hat mein Anwalt hierzu ausführlich Stellung genommen und die Einstellung des Verfahrens beantragt", sagte Eilts dem "Flensburger Tageblatt" (Montag). Weder Eilts noch sein Anwalt waren am Montagvormittag für eine Stellungnahme zu erreichen.

01.02.10
 
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