Kritik von Bitter und Kretzschmar
Brands Hoffnung heißt Hens
Heiner Brand versucht es mit Humor. "Egal was kommt, ich werde sagen, es ist ein Hammer-Los", sagte der charismatische Bundestrainer in Bezug auf die Auslosung für die WM-Qualifikation am Sonntag (13.00 Uhr) in Wien. Direkt qualifiziert sind neben Gastgeber Schweden und Titelverteidiger Frankreich die drei EM-Halbfinalisten Island, Polen und Kroatien - für das DHB-Team geht es durch die Mühlen der Play-off-Spiele.
Bis Mitte des Jahres muss das Selbstvertrauen wieder hergestellt sein, denn die Spiele steigen am 12./13. und 19./20. Juni. Ob die Zeit reicht? "Ein bisschen Sorge hat man immer. Selbst da werden wir viel arbeiten müssen, egal wer der Gegner ist", bekannte Brand. Sonst könnte es wie 1997 laufen, als das deutsche Team die WM vom Fernseher aus verfolgen musste. Zeit zum Testen hat Brand vor allem beim Bring Cup vom 15. bis 17. April in Norwegen, wo neben dem Gastgeber noch Schweden und der entthronte Europameister Dänemark die Kontrahenten sind.
Bitter verbittert, Kritik von Kretzschmar
Besonders an Torhüter Johannes Bitter scheint der EM-Verlauf schwer zu nagen. Der Hamburger Schlussmann fand kritische Worte, auch in Richtung seiner Mitspieler. "Ich hatte bei dieser EM nicht das Gefühl, dass jeder alles gibt, wirklich alles versucht, um weiterzukommen. Das ärgert mich", erklärte er der "Hamburger Morgenpost" (Freitag). "Jeder Einzelne sollte sich nach dem Turnier mal ernsthaft fragen, ob er wirklich so fokussiert und mit vollem Willen an die Sache rangegangen ist, wie es sein muss."
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Auch Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar war enttäuscht vom Abschneiden - und vor allem von Michael Kraus. Er sei der "vielleicht talentierteste Spieler der Welt. Doch er scheint sich selbst im Weg zu stehen. Er war bei diesem Turnier gar nicht anwesend", kritisierte Kretzschmar. Er traue ihm nach dieser EM nicht mehr unbedingt zu, die Mannschaft zu führen. Man merke, "dass nicht unbedingt alle hinter ihm stehen. Es ist die Aufgabe der Mannschaft, das zu artikulieren und sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Aber das kann sie nicht - Probleme beim Namen nennen", so der 218-malige Nationalspieler in der Süddeutschen Zeitung.
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Für Hoffnung sorgen zwei absente Weltmeister: Sebastian Preiß und Pascal Hens. Die Qualitäten und die Erfahrung des Duos fehlten einfach. Der an der Achillessehne verletzte Preiß gehört zu den besten Abwehrspielern des deutschen Teams. im Angriff hat Brand für den Kreisläufer mit Christoph Theuerkauf allerdings eine starke Alternative gefunden - einer der wenigen Gewinner der EM.
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Auch wenn Kaufmann aus dem Rückraum viele Tore wirft - die spielerischen Mittel eines Pascal Hens, gepaart mit seiner Effektivität im Abschluss, sind für das deutsche Team einfach unverzichtbar und fehlen dem Göppinger nunmal. "Pommes" hatte wegen vieler vorangegangener Verletzungen freiwillig auf seinen EM-Start verzichtet.
"Vereinbart ist, dass er bei dieser EM aussetzt und danach zurückkehrt. Er hat ja keinen kurzzeitigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben", erklärte Brand die Situation. Hens selbst hat derzeit verständlicherweise anderes im Kopf als Handball. "Bitte versteht, wenn ich im Moment nichts über die EM schreiben will und kann", erklärte er auf seiner Homepage. Der Hamburger war Mannschaftskollege des an Krebs verstorbenen Oleg Velyky.
Brand vertraut auf seinen Kader
Für Hens und Preiß müssten nach jetzigem Stand wohl Manuel Späth und Sven-Sören Christophersen weichen, die nicht allzu viel Spielzeit erhielten. Der personelle Rundumschlag wird aber ausbleiben. "Ich werde mit dieser Mannschaft weiterarbeiten", kündigte Brand an und verwies darauf, dass er das Team mit der Perspektive Olympia 2012 in London zusammengestellt hat. Weder die WM in Schweden noch die kommende EM 2012 in Serbien soll aber als Durchgangsstation dienen. "Das geht in Deutschland nicht. Wir müssen eine Handball-Macht sein, und das geht nur mit der Konzentration aller Kräfte. Ich gehe davon aus, dass wir bei der WM im nächsten Jahr eine andere Mannschaft sehen werden."
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