Nur ein Remis gegen Tschechien zum Abschluss
Brand-Team auf Rang zehn
Wie so oft in diesem Turnier startete die deutsche Mannschaft, die ohne den verletzten Holger Glandorf auskommen musste, schlecht in die Partie gegen Tschechien - in der 7. Minute stand es bereits 0:3. Nach dem ersten Treffer des erfolgreichsten deutschen Schützen Lars Kaufmann (sieben Tore) startete das Brand Team dann die Aufholjagd - fünf Treffer in Folge sorgten für eine 5:3-Führung. Bundestrainer Brand ließ mit einer 5:1-Deckung spielen, so schränkte Christoph Theuerkauf als Vorgezogener die Kreise des Rückraum-Asses vom THW Kiel, Filip Jicha, ein. Eng blieb es dennoch: Über ein 9:9 (18.) zog die deutsche Mannschaft auf 13:10 (25.) davon, brachte schließlich einen 16:14-Vorsprung in die Pause.
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Es blieb zunächst bei der knappen Führung, die Kaufmann in der 38. Minute sogar auf 19:16 ausbaute. Doch dann folgte wieder das alte Leid beim DHB-Team: Nervenflattern, Fehlpässe, technische Mängel. Der Ausgleich wurde in der 47. Minute fällig - 20:20. Kurz vor Schluss gingen die Tschechen sogar mit 26:25 in Führung, Kreisläufer Theuerkauf gelang jedoch der Ausgleich.
Handball-EM in Österreich
Tschechien geriet in seinem letzten Angriff in Zeitnot und verspielte eine erneute Führung - die Chance für Deutschland zum Sieg. Doch es ging alles schief. Bitter vergab wertvolle Sekunden, weil er den Ball nicht aus dem Wurfkreis heraus passte, dann kam der siebte Feldspieler für den letzten Angriff. Doch Müller passte nach links weiter anstatt den Ball nach rechts zu passen, wo die Deutschen in Überzahl waren. Ein missglücktes Kreisanspiel verhinderte letztlich den Siegtreffer. "Leider hat ein Spieler nicht die nötige taktische Disziplin gehabt. Das ist symptomatisch für dieses Turnier und das ärgert mich", monierte Bundestrainer Heiner Brand. Kurz zuvor hatte das deutsche Team in einem Time-Out noch genau diese Situation besprochen.
"Die erste Halbzeit war in Ordnung. In der zweiten Hälfte fehlte die Kraft. Aber das war auch bei den Tschechen so", sagte Bundestrainer Heiner Brand. Torhüter Johannes Bitter befand: "Wir haben nicht verloren. Das ist ein bisschen tröstlich." Und Abwehrchef Oliver Roggisch meinte gar: "Ich bin gar nicht so unzufrieden mit dem Unentschieden. Es war ein versöhnlicher Abschluss." Unter dem Strich reist die deutsche Mannschaft dennoch mit dem schlechtesten EM-Platz der Geschichte nach Hause. Dank des 40:32-Sieges von Spanien gegen Slowenien steht nun Rang zehn zu Buche.
Deutschland - Tschechien 26:26 (16:14)
Deutschland: Bitter (HSV Hamburg), Heinevetter (Füchse Berlin) -
Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 6/2, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen),
Müller (Rhein-Neckar Löwen) 3, Strobel (TBV Lemgo), Theuerkauf (SC
Magdeburg) 3, Christophersen (HSG Wetzlar) 2, Jansen (HSV Hamburg) 1,
Späth (Frisch Auf Göppingen), Kraus (TBV Lemgo), Schöne (Frisch Auf
Göppingen), Sprenger (THW Kiel) 2, Kaufmann (Frisch Auf Göppingen) 7,
Haaß (Frisch Auf Göppingen) 2
Tschechien: Galia, Stochl - Nocar, Vitel, Mickal 1, Zdrahala,
Vrany 3, Kubes 1, Piskac 1, Jicha 6, Filip 4/2, Sobol 1, Mraz 2,
Stehlik 3, Hynek, Sklenak 4
Schiedsrichter: Abrahamsen/Kristiansen (Norwegen)
Zuschauer: 6000
Strafminuten: 4 / 8
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