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24.01.2010, 22:52

Gruppe II: Polen schlägt Spanien klar

DHB-Team verliert das Duell auf Augenhöhe

Die deutsche Mannschaft hat das erste Spiel in der Hauptrunde gegen Weltmeister Frankreich mit 22:24 (10:12) verloren. Enttäuscht hat das Team von Heiner Brand aber keineswegs, kämpfte sich nach einem klaren Rückstand im zweiten Durchgang noch einmal heran - ehe in der Schlussphase die Puste ausging. Da Polen gegen Spanien gewann, hat Deutschland keine Chance mehr auf den Halbfinaleinzug.

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DHB-Team
Trauer um Oleg Velyky: Das DHB-Team vor der Partie bei einer Schweigeminute.
© picture alliance Zoomansicht

Mit Trauerflor und einer Schweigeminute für den verstorbenen ehemaligen Mitspieler Oleg Velyky begann die Partie in Innsbruck. "Sport ist immer auch eine Möglichkeit zur Ablenkung. Vielleicht können wir das so besser verarbeiten als wenn jeder allein auf seinem Zimmer sitzt", hatte der Bundestrainer nach der Hiobsbotschaft am Samstag gehofft.

Und zunächst sah es so aus, als hätten die Spieler den Kopf rechtzeitig freibekommen. Im "Gruppenfinale" gegen Schweden hatten die Zuschauer in der ersten Hälfte noch eine löchrige DHB-Abwehr gesehen. Doch zum Gruppenauftakt gegen Frankreich waren Roggisch & Co. deutlich aggressiver eingestellt. Im Angriff begann Kraus anstelle von Kaufmann auf Halblinks, die Mittelposition belegte Haaß. Eine Maßnahme, die zu fruchten schien: Zwar erarbeiteten sich die Franzosen zunächst ein leichtes Übergewicht, Jansen besorgte aber mit seinem dritten Tor in der 12. Minute den 4:4-Ausgleich - sogar auf 6:4 zog das Brand-Team zwischenzeitlich davon. Nur eine Momentaufnahme: In der 18. Minute warf Joli per Siebenmeter den Weltmeister wieder in Führung.

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Dass die Franzosen mit einem knappen 12:10-Vorsprung in die Pause gingen, hatten sie in erster Linie Thierry Omeyer zu verdanken. Vor allem Rechtsaußen Christian Sprenger kam einfach nicht an seinem Kieler Teamkollegen vorbei, in der zweiten Hälfte erhielt dann auch Christian Schöne eine Chance auf Außen.

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Doch der Göppinger konnte auch nicht mehr viel ausrichten. Als er das erste Tor für den DHB erzielte, hatte Frankreich schon fünfmal getroffen - 11:17 (35.). Die Abwehr der Truppe von Claude Onesta stand zudem im zweiten Abschnitt bombensicher, zudem fällte das Schiedsrichtergespann zahlreiche zweifelhafte Entscheidungen zugunsten der Franzosen.

Doch daran lag es letztlich nicht, dass Deutschland lange Zeit einfach nicht herankam. Zu selten kam das Brand-Team zu aussichtsreichen Wurfchancen, drei Treffer in Halbzeit zwei nach 43 Minuten sprachen eine deutliche Sprache. Der Zwischenstand: 16:22. Die Partie schien gelaufen.

Schlussspurt wird nicht belohnt

Thierry Omeyer und Torsten Jansen
Trügerischer Eskimo-Kuss: Thierry Omeyer war nach einem Wurf von Torsten Jansen ins Gesicht eher geladen als zu Zärtlichkeiten aufgelegt.
© picture alliance Zoomansicht

Aber das war's noch lange nicht! Die Deutschen kämpften sich zurück in die Partie, Frankreich traf einfach das Tor nicht mehr, auch weil die Torhüter Heinevetter und Bitter nun öfter zur Stelle waren. Bis auf 20:22 kamen ihre Vorderleute heran, ehe Joli wieder einmal einen Siebenmeter zum 20:23 verwandelte (57.). Näher als auf zwei Tore kam der Weltmeister von 2007 aber einfach nicht heran - am Ende gelang den in den Schlussminuten routinierten Franzosen ein 24:22-Erfolg.

"Wir haben gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner nie aufgegeben, aber es fehlt ein bisschen" sagte der Bundestrainer: "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Man muss ihr eben zugestehen, dass sie nicht über die große internationale Erfahrung verfügt. Das ist eben der Unterschied zu den Spitzenmannschaften."

Polen weiter auf dem Vormarsch

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25.01., 11:40 Uhr
 

kicker.tv Hintergrund

Brand-Team stößt an die Grenzen

Es hat nicht sollen sein gegen Frankreich. Trotz einer engagierten Leistung verlor das Team von Bundestrainer Heiner Brand mit 22:24 gegen den amtierenden Weltmeister uid Olympiasieger. Die Gründe sind Brand bewusst, und auch die Spieler wissen, woran es haperte. Das Fernziel für das junge Team ist nun die WM in Schweden im kommenden Jahr.



Am Abend standen sich in den weiteren Paarungen der Gruppe II Polen und Spanien sowie Slowenien und Tschechien gegenüber. Die Polen zeigten dabei erneut, dass sie zu den Titelanwärtern gehören. Mit 32:26 (13:9) setzte sich das Wenta-Team gegen die Iberer eindrucksvoll durch und übernahm die Tabellenspitze gemeinsam mit den punktgleichen Franzosen. Die deutsche Mannschaft hat dadurch keine Chance mehr, das Halbfinale zu erreichen. In ihren beiden übrigen Partien trifft sie am Dienstag (18.15 Uhr) auf den Olympiadritten Spanien sowie am Donnerstag (16.30 Uhr) auf Tschechien. Das feierte gegen Slowenien mit dem 37:35 einen gelungenen Hauptrundeneinstieg und heimste die ersten Punkte ein.


Deutschland - Frankreich 22:24 (10:12)

Deutschland: Bitter (HSV Hamburg), Heinevetter (Füchse Berlin) - Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 1, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Müller (Rhein-Neckar Löwen) 1, Strobel (TBV Lemgo), Theuerkauf (SC Magdeburg) 1, Glandorf (TBV Lemgo) 4, Christophersen (HSG Wetzlar), Jansen (HSV Hamburg) 5/2, Späth (Frisch Auf Göppingen), Kraus (TBV Lemgo) 2, Schöne (Frisch Auf Göppingen) 2, Sprenger (THW Kiel) 1, Kaufmann (Frisch Auf Göppingen) 4, Haaß (Frisch Auf Göppingen) 1
Frankreich: Omeyer, Karaboue - Fernandez 2, Dinart, Guillaume Gille, Bertrand Gille 1, Narcisse 3, Joli 7/7, Karabatic 5, Junillon, Abalo 2, Sorhaindo 1, Guigou 2, Bosquet 1, Ostertag
Schiedsrichter: Din/Dinu (Rumänien)
Zuschauer: 8200 (ausverkauft)
Strafminuten: 8 / 2

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24.01.2010, 22:52
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