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21.12.2009, 16:46

Der HSV sagt dem THW nach packendem Topspiel den Kampf an

Bitter beißt erfolgreich auf die Zähne

Die Schmerzen waren groß, aber Johannes Bitter biss die Zähne zusammen. Trotz seiner Ellenbogenverletzung war der Nationaltorhüter vom HSV Hamburg im Nordkracher beim THW Kiel der entscheidende Mann. Bitter hielt den Gästen beim 29:29 einen Punkt fest und stellte - obwohl erst Anfang der zweiten Hälfte eingewechselt - Welthandballer Thierry Omeyer im Kieler Tor klar in den Schatten. Der HSV sagt den Kielern nun den Kampf an.

Johannes Bitter (HSV Hamburg) gegen Dominik Klein (THW Kiel)
Augen zu und durch: Johannes Bitter macht im Topspiel Bekanntschaft mit Dominik Klein.
© picture allianceZoomansicht

Bitter sorgte mit seinen Paraden in der Schlussphase dafür, dass die Hamburger (27:3 Punkte) Rekordmeister Kiel (28:2) auf den Fersen bleiben. Eine Operation ist für den 27-Jährigen allerdings unvermeidlich: "Es geht so nicht weiter", bestätigte der Nationaltorhüter. Wann die freien Gelenkkörperchen im linken Ellenbogen entfernt werden, steht aber noch nicht fest. "Wir sehen von Tag zu Tag weiter", erläuterte HSV-Trainer Martin Schwalb.

Die Zeit drängt, denn am 19. Januar 2010 will Bitter mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen in die Europameisterschaft in Österreich starten. "Wir müssen einen Kompromiss zwischen dem HSV, der ja mein Arbeitgeber ist, und der Nationalmannschaft finden", erklärte Bitter. Die Hamburger haben aber bereits vorgesorgt und den ehemaligen Nationaltorhüter Chrischa Hannawald reaktiviert. Der 38-Jährige hatte seine aktive Karriere eigentlich schon beendet, steht nun aber auf Abruf bereit. Mögliche OP-Termine für Bitter sind der 28. und der 29. Dezember.

Denkwürdiges Topspiel - Rekordquote für das DSF

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In Kiel waren sich am Sonntag alle Offiziellen darüber einig, ein denkwürdiges Spiel erlebt zu haben. THW-Coach Alfred Gislason sprach vom Aufeinandertreffen "zweier Weltklasse-Mannschaften". Hamburgs Sportlicher Leiter Christian Fitzek behält ein "tolles Spiel" in Erinnerung, das Handball-Deutschland so schon lange nicht mehr gesehen hat. Darin waren sich alle Protagonisten einig. Auch das Fernsehpublikum war gefesselt. Die Live-Übertragung im DSF sahen in der Spitze 1,01 Millionen Zuschauer, damit erzielte der Privatsender den höchsten Spitzenreiter in 15 Jahren Handball-Liveberichterstattung.

Filip Jicha (THW Kiel)
Schlusspunkt in Kiel: Jicha kann Bitter mit seinem Freiwurf nicht überwinden.
© imago

"Hamburg hat sich seinen Punkt verdient. Natürlich hätten auch wir nach dem Spielverlauf am Ende mit zwei Punkten da stehen können, aber die Saison ist noch lang", meinte der Isländer. Auch für die Gäste wäre aber mehr drin gewesen. "Wenn man hier mit einem Punkt aus der Halle geht, kann man sehr zufrieden sein. Das sind wir auch. Nach dem Spielverlauf hätte es aber auch noch einer mehr sein können", sagte Marcin Lijewski, der am Montagvormittag an den Mandeln operiert wurde und dem HSV in den drei Partien bis Jahresende fehlen wird.

"Wenn ein Team dies Spiel gewonnen hätte, wäre das vielleicht eine kleine Vorentscheidung gewesen. Doch so wird die deutsche Meisterschaft in den nächsten Monaten über die Konstanz entschieden", glaubt THW-Rückraumass Filip Jicha. Das spannende Titelrennen der Bundesliga geht weiter - womöglich bis zum 22. Mai 2010, wenn in der Hamburger Color-Line-Arena am drittletzten Spieltag das Rückspiel steigt.

21.12.09
 
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