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14.03.2009, 14:53

Ullrich wehrt sich: "Wir sind doch nicht blöd"

Deutsche Schiedsrichter unter Betrugsverdacht

Wirbel um das deutsche Schiedsrichtergespann Frank Lemme und Bernd Ullrich aus Magdeburg. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet in seiner neuen Ausgabe über einen Bargeldfund in Höhe von 50.000 Dollar nach dem Final-Rückspiel im Europapokal der Pokalsieger zwischen Medvedi Chekov und BM Valladolid (Spanien) am 29. April 2006.

Frank Lemme und Bernd Ullrich
Die Vorwürfe bestritten: Frank Lemme und Bernd Ullrich (re.) beteuern ihre Unschuld.
© imagoZoomansicht

"Grundsätzlich geht das in eine Richtung, die gar nicht gut ist. Erst die Manipulationsvorwürfe gegen Kiel, jetzt steht ein deutsches Schiedsrichter-Gespann in der Kritik. Das nimmt Ausmaße an, die ich nicht für möglich gehalten habe", sagte Horst Bredemeier, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), am Samstag der dpa.

Das DHB-Präsidium werde sich so schnell wie möglich der Sache annehmen. Lemme/Ullrich waren durch Schiedsrichterwart Peter Rauchfuß von der Leitung des Bundesliga-Spitzenspiels HSV Hamburg gegen THW Kiel am Samstag abgesetzt worden. Unter anderem hatten Lemme/Ullrich das Olympia-Finale 2008, das WM-Finale 2005 und zuletzt das "kleine Finale" bei ihrer letzten WM im Januar des Jahres in Kroatien gepfiffen.

Am Tag nach besagter Finalpartie im Cup der Pokalsieger hätten Sicherheitsbeamte am Moskauer Flughafen "im Gepäck von Ullrich eine Plastiktüte" entdeckt, "in die 50 000 Dollar in bar eingepackt waren". Das Geld sei nach Spiegel-Informationen konfisziert worden. Lemme und Ullrich hätten erst nach einer Verzichtserklärung weiterreisen dürfen.

Die ganze Geschichte hört sich so scheiße an, die glaubt uns natürlich niemand. Aber ehrlich, wir sind doch nicht so doof, dass wir mit 50.000 Dollar Bargeld in den Zoll reinlaufen.Bernd Ullrich in der Hamburger Morgenpost

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Ein Spitzenfunktionär des russischen Handballverbandes habe laut Spiegel erklärt, Ullrich und Lemme seien vor dem Spiel bestochen worden. Die beiden Unparteiischen sprechen von einem Komplott. "Die Vorwürfe kommen aus Moskau. Wir haben kein Spiel verschoben. Wir sind reingelegt worden", sagte Ullrich der "Hamburger Morgenpost" (Samstag-Ausgabe) und ergänzte: "Wir sind vor dem Spiel gefragt worden, ob wir gegen Geld für Medwedi pfeifen würden. Wir haben abgelehnt." Seine Erklärung: "Man hat uns Geld zugesteckt. In die Sporttasche. Da guckt man ja morgens nicht noch mal rein. Dann sind wir mit dem Geld in den Zoll reingelaufen und man hat uns verhört, aber es gab keine rechtlichen Konsequenzen." Und: "Die ganze Geschichte hört sich so scheiße an, die glaubt uns natürlich niemand. Aber ehrlich, wir sind doch nicht so doof, dass wir mit 50.000 Dollar Bargeld in den Zoll reinlaufen."

Weiter erklärte Ullrich: "Unser Fehler war, dass wir es nicht dem europäischen Verband gemeldet haben." Ullrich und Lemme hätten dem DHB "ihre Version des Falls aus dem April 2006 erst nach Ullrichs Gespräch mit dem Spiegel Mitte dieser Woche" gemeldet, schreibt das Nachrichtenmagazin.

Medvedi Chekov hatte das Hinspiel in Spanien mit sieben Toren Differenz verloren, das Rückspiel dann mit acht Toren Unterschied gewonnen.

14.03.09
 
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