Von Beginn an hielt die Partie zwischen dem FC Barcelona und dem THW Kiel, was sie im Vorfeld versprach. Intensive Zweikämpfe und gut aufgelegte Rückraumschützen sorgten dafür, dass die Zuschauer im Hexenkessel Palau Blaugrana Handball auf höchstem Niveau zu sehen bekamen.
Die Zebras erwischten den besseren Start und gingen in Front, doch nach zehn Minuten führten die Katalanen die Wende herbei. Kurz darauf erzielten die Spanier das 9:7 und bauten damit ihre Führung auf zwei Tore aus (15.). Die Kieler schlugen aber postwendend zurück und kamen wieder ran.
Das es zu keinem Torreigen in diesem Match kam, lag vor allem an den glänzend aufgelegten Torhüter. Sowohl Barças Keeper Kaspar Hvidt als auch Kiels Thierry Omeyer entschärften zahlreiche gegnerische Angriffe, so dass es nur mit einem 15:15 in die Pause ging.
Im zweiten Durchgang blieb es ein packendes Duell, in dem sich keiner der Kontrahenten entscheidend absetzen konnte. Kiel musste aber stets einem Rückstand hinterherlaufen. In der 40. Minute änderte sich dies wieder: Vid Kavticnik brachte die Zebras nach langer Zeit mal wieder in Führung. Die Spanier hatten in dieser Phase enorme Probleme mit Thierry Omeyer, der die katalanischen Angreifer mit seinen Paraden zur Verzweiflung trieb. Filip Jicha (41.), Nikola Karabatic (42.) und erneut Jicha (44.) bauten den Vorsprung dann auf vier Tore aus.
Die Begegnung wurde nun zerfahrener und hatte nicht mehr das Niveau aus dem ersten Durchgang. Spannend blieb's alle mal! Barça setzte zur Aufholjagd an und hatte vor allem in Laszlo Nagy einen Spieler in den eigenen Reihen, der kaum zu halten war. In Unterzahl kassierte die Mannschaft von Alfred Gislason dann aber doch wieder den Ausgleich zum 22:22 (46.).

Aber dann trat wieder Thierry Omeyer auf den Plan. Der Tormann vernagelte danach seinen Kasten förmlich und sah zu wie seine Teamkollegen eine 5:0-Serie hinlegten. Erst sieben Minuten vor dem Ende verkürzten die Iberer auf 23:27. Aber mit dem überragenden Omeyer im Rücken spielten die Zebras die Schlussphase clever herunter, bauten ihren Vorsprung weiter aus und fuhren letztlich den historischen 31:27 (15:15)-Sieg ein. "Thierry war weltklasse. Und es ist sehr wichtig, dass wir uns von Spiel zu Spiel steigern. Die Saison wird immer besser" zeigte sich Coach Gislason sehr erfreut über den Verlauf des Spiels.
Neben dem historischen Ausmaß hat dieser Sieg aber auch noch für die laufende Champions-League-Saison enorme Bedeutung. Denn die jeweiligen Gruppensieger nehmen die Punkte und Tore aus den Partien gegen die ebenfalls qualifizierten zweitplatzierten Mannschaften in die Hauptrunde mit. Diese dürften sowohl der deutsche Meister als auch Champions-League-Rekordsieger Barcelona sicher erreichen.
Einen Wehrmutstropfen hatte die Partie dann doch: Spielmacher Börge Lund erlitt in der 44. Minute nach erster Diagnose einen Achillessehnenanriss im linken Fuß. "Es ist ganz bitter, Börge Lund mit so einer Verletzung zu verlieren. Das wird lange dauern", zeigte sich der isländische Trainer bedrückt. Vermutlich wird der Norweger sechs Monate ausfallen.
FC Barcelona - THW Kiel 27:31 (15:15)
Beste Werfer für Barcelona: Nagy (7), Nöddesbo (6), Garcia (5)
Tore für Kiel: Karabatic (7), Kavticnik (6), Ahlm (6), Jicha (5), Klein (4), Lövgren (2), Zeitz (1)
Zuschauer: 5000
| Zeit | Sender | Sendung |
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