Mit dem 33:29 gegen Tschechien leistete Dänemark dem russischen Team am Sonntagabend Schützenhilfe und ist als Gruppenzweiter zugleich dem Nachbarduell mit Deutschland aus dem Weg gegangen. Leidtragender des dänischen Sieges waren die Ungarn, die das Viertelfinale als Fünfter denkbar knapp verpassten.
Anfangs durften die Magyaren noch hoffen, denn die Tschechen legten in der ausverkauften Mannheimer SAP Arena los wie die Feuerwehr und führten nach acht Minuten mit 6:1. Die Dänen fanden nur schwer ins Spiel, kämpften sich aber wieder heran und gingen kurz vor der Pause mit 16:15 in Führung.
Nach dem Wechsel nahmen die Dänen den Lemgoer Filip Jicha in Manndeckung, außerdem klappte es jetzt auch im eigenen Angriff besser. In der 47. Minute ging Dänemark, das im skandinavischen Duell nun auf Island trifft, erstmals mit drei Toren in Führung und ließ danach nichts mehr anbrennen. Hätten die Dänen gegen Tschechien verloren, hätten sowohl die Skandinavier als auch Russland und Ungarn die Hauptrunde mit jeweils 4:6 Punkten abgeschlossen. Das bessere Torverhältnis aus den Direktvergleichen der drei Teams hätte dann für Dänemark und Ungarn gesprochen.
Die Magyaren begannen gegen Russland hoch motiviert und legten gegen den viermaligen Olympiasieger ein 5:2 vor. Die Russen, die vor allem über ihre flinken Außenspieler zum Erfolg kamen, schafften nach einer Viertelstunde zwar wieder den Anschluss, doch dank einiger Glanztaten von Keeper Nenad Puljezevic zogen die Ungarn, für die Gyula Gal (7) am besten traf, wieder auf 10:7 (20.) davon.
Auch nach dem Wechsel war viel Feuer im Spiel. Bei Russland überzeugten vor allem Eduard Kokscharow (10/2) mit herrlichen Toren und Torwart Alexej Kostigow, der gleich drei Siebenmeter entschärfte. In einer dramatischen Schlussphase, in der die Führung ständig wechselte, behielt Russland mit 26:25 am Ende knapp die Oberhand und steht nun im Viertelfinale gegen Polen.
Kroatien untermauerte seine Ansprüche auf den Titel gegen Titelverteidiger Spanien erneut eindrucksvoll. Da beide Teams bereits vor der Partie für das Viertelfinale qualifiziert gewesen waren, nahmen die Akteure die Abwehrarbeit von Beginn nicht sonderlich ernst. So durften sich die 12.500 Zuschauer über einige technische Finessen und Kabinettstücke freuen. Doch mit der Herausnahme von Spielmacher Ivano Balic ging dem kroatischen Spiel der Faden etwas verloren. So zogen die Iberer in der Neuauflage des WM-Finals von 2005 bis zur Pause auf 16:11 davon.
Nach dem Wechsel stand Balic wieder auf dem Parkett und prompt lief es beim Olympiasieger wieder. Der Regisseur höchstpersönlich brachte Kroatien mit drei Treffern hintereinander zurück ins Spiel. Trainer Lino Cervar schickte nun seine Bestbesetzung auf die Spielfläche, und die machte sogleich ernst. In der 52. Minute gingen die Kroaten durch das 24:23 von Drago Vukovic erstmals wieder in Führung, die sie bis zum Ende nicht mehr abgaben.
Kroatien ist damit weiterhin die einzige ungeschlagene Mannschaft des Turniers und trifft im Viertelfinale am Dienstag auf Frankreich. Spanien beendete die Hauptrunde als Gruppendritter und bekommt es in der Kölnarena mit Gastgeber Deutschland zu tun.
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