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22.11.2011, 16:48

Handball-Prozess: Schwenker-Verteidigung kontert

Storm-Aussage wird in Zweifel gezogen

Am elften Tag des Kieler Handballprozesses hat die Verteidigung des Ex-THW-Managers Schwenker sich bemüht, die Glaubwürdigkeit des Zeugen Thorsten Storm in Frage zu stellen. Dazu konfrontierte sie Storm mit einer Aussage seines Vaters. Sichtlich konsterniert verließ der Geschäftsführer der Rhein-Neckar-Löwen anschließend den Saal.

Von der Aussage seines Vaters überrascht: Löwen-Manager Thorsten Storm.
Von der Aussage seines Vaters überrascht: Löwen-Manager Thorsten Storm.
© picture allianceZoomansicht

Storm senior hatte bei der Polizei ausgesagt, sein Sohn habe ihm Mitte oder Ende Januar 2009 erzählt, der THW Kiel habe da "irgendwo eine Leiche im Keller". Man könne die Spieler Nikola Karabatic und Vid Kavticnik womöglich "für umsonst kriegen". Storm, der bereits am Vortag sechs Stunden befragt worden war, reagierte verblüfft. "Das glaube ich nicht", sagte der 47-Jährige kopfschüttelnd.

Für die Verteidigung Schwenkers ist klar, dass Storm die Gerüchte um Manipulationsversuche gezielt eingesetzt habe, um THW-Star Karabatic womöglich kostenlos nach Mannheim zu lotsen. Schwenker und dem früheren THW-Trainer Zvonimir Serdarusic wird vorgeworfen, das Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt durch Schiedsrichterbestechung manipuliert zu haben. Beide bestreiten Vorwürfe. Die Anschuldigungen wurden Anfang 2009 bekannt.

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Storms Glaubwürdigkeit wurde von der Verteidigung stark angezweifelt. Tatsächlich geriet der Zeuge in Erklärungsnot. Er konnte sich zum Beispiel nicht erinnern, wann genau er das erste Mal von den Bestechungsvorwürfen erfahren hatte, behauptete aber, nicht schon vor dem Vertragsschluss mit Serdarusic am 29. Dezember 2008 konkrete Informationen gehabt zu haben. Demgegenüber steht, dass Storm schon am 23. Dezember 2008 am Rande eines Spiels in Flensburg erklärt hatte, dass "in Kiel bald eine Bombe" platze.

Der THW Kiel hatte am 25. Januar 2009, als sich Storm, Löwen-Anwalt Christian Wiegert, Schwenker und THW-Gesellschafter Georg Wegner getroffen hatten, 3,5 Millionen Euro Ablöse für beide Profis verlangt. Die Spieler hatten zuvor erklärt, Trainer Serdarusic, der bei den Löwen einen Vertrag von Juli 2009 an besaß, nach Mannheim folgen zu wollen.

Storm bestritt weiterhin, die Manipulations-Vorwürfe als Druckmittel eingesetzt zu haben. Weil ihm aber bewusstgeworden sei, dass die Transferverhandlungen mit einer Erpressung in Verbindung gebracht werden könnten, habe er Wiegert hinzugezogen. Die Befragung des Zeugen Wiegert wird am kommenden Prozesstag am 30. November erfolgen.

22.11.11
 
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