Storm bestätigte zwar, dass der frühere THW-Trainer Zvonimir Serdarusic und dessen Ehefrau ihm bei einem Treffen in ihrem Haus in Kiel Anfang 2009 Schriftstücke vorgelegt hätten, die den damaligen THW-Manager Uwe Schwenker belasten. So soll zwischen den Belegen unter anderem eine Selbstanzeige von Serdarusics Mittelsmann Nenad Volarevic gewesen sein, in der um Schuldminderung im Fall des angeblich verschobenen Finale gebeten wurde.
Gleichzeitig wollte Storm aber nicht ausschließen, dass das Ehepaar mit den vermeintlichen Beweisen nur einen Rachefeldzug gegen Schwenker starten wollte. "Es war mir nicht klar, ob die Vorwürfe der Wahrheit entsprachen oder ob es Rache für den Rauswurf war", erklärte Storm vor Gericht.
Der langjährige Erfolgstrainer Serdarusic war in Kiel im Unfrieden geschieden, nachdem er sich mit Schwenker privat überworfen hatte. Beide sollen beim Finalrückspiel der Champions League 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt angeblich die Schiedsrichter bestochen haben. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe.
Laut Anklageschrift hatte Storm zu dem Treffen, bei auch Löwen Sponsor Jesper Nielsen und Notar Christian Wiegert zugegen waren, zuvor zu Protokoll gegeben: "Serdarusic hat uns dreien gesagt, dass Schwenker ihm irgendwann einmal gesagt hat, dass man die Champions League nicht gewinnt, wenn man nicht auch ein bisschen nachhilft, und hat Serdarusic um einen Mittelsmann gebeten." Das soll der Kroate Volarevic gewesen sein, der die Vorwürfe bestreitet und in Kiel nicht erschienen ist. Nielsen war vor Gericht bereits als Zeuge geladen und hat die Angeklagten belastet. Wiegert soll am 30. November befragt werden.
Storm hatte Serdarusic Ende 2007 eigentlich bereits als Trainer für die Rhein-Neckar Löwen verpflichtet. Nachdem die Manipulationsgerüchte immer lauter geworden waren, habe die Löwen-Führung den Coach laut Storm im Februar 2009 mit den Vorwürfen konfrontiert. Serdarusic habe daraufhin Schwenker belastet, sich selbst als - eher passiven - Mitwisser präsentiert. Für Storm sei daraufhin "eine Welt zusammengebrochen", die Zusammenarbeit mit Serdarusic nicht mehr möglich gewesen. Der Vertrag wurde aufgelöst.
Dass er seine Kenntnisse genutzt habe, um die Ablösesumme für die von den Löwen umworbenen THW-Profis Nikola Karabatic und Vid Kavticnik zu drücken, wie von der Verteidigung Schwenkers behauptet, wies Storm entschieden zurück. Den Badenern sei allerdings sehr wohl bewusst gewesen, dass man gerade Karabatic nur mit der Verpflichtung seines Lieblingstrainers Serdarusic hätte locken können: "Karabatic wollte Serdarusic folgen - egal, wo dieser hingeht."
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