Nach dem 3:1-Auswärtserfolg in Cardiff gegen Wales veränderte Russlands Coach Guus Hiddink seine Startelf auf zwei Positionen: Zhirkov und Denisov spielten für Yanbaev und Semak.
Auf Seiten der DFB-Elf tauschte Bundestrainer Joachim Löw im Vergleich zum 4:0 gegen Aserbaidschan dreimal Personal aus: Debütant Jerome Boateng kam für Schäfer ins Team und rückte auf die Rechtsverteidigerposition, Lahm tauschte die Seite. Rolfes ersetzte im Mittelfeld Hitzlsperger und im Sturm durfte Klose für Gomez ran.
Sehr defensiv begann die deutsche Elf im Luzhniki-Stadion zu Moskau. Ab der Mittellinie erwarteten die Löw-Schützlinge die zunächst verhaltenen Angriffe der Russen, die durch Kerzhakov (6., 8.) erste kleine Warnschüsse abgaben.
Die taktische Ausrichtung verhinderte zunächst die gefürchteten Konter Russlands, auch weil Schweinsteiger den Vorwärtsdrang von Zhirkov ausbremste, das deutsche Team bei seinen Offensivbemühungen eher auf Einzelaktionen setzte und die Abwehr nicht entblößte.
Richtig brenzlige Situationen hatten Mertesacker & Co. so lange nicht zu überstehen, weil unnötige Ballverluste im Mittelfeld vermieden wurden und so das schnelle Umschalten des Gegners eingedämmt werden konnte. Und die DFB-Elf stand sogar vor der Führung, doch Ignashevich konnte Podolskis Knaller aus elf Metern nach toller Vorarbeit von Özil in letzter Sekunde abblocken (23.).
Das deutsche Team hatte sich gut auf den Kunstrasen eingestellt, der dem Ball unheimliches Tempo verlieh, wenn er einmal aufgesprungen war. Russland suchte die Lücke im gut gestaffelten deutschen Abwehrverbund, agierte dabei aber meist zu langsam. Erst ein Freistoß von Zhirkov knapp über den Balken (28.) weckte die Hiddink-Elf etwas auf. Nur eine Minute später gewann Arshavin im Mittelfeld ein Duell gegen Boateng und steckte klasse durch auf Kerzhakov, der frei vor Adler am deutschen Keeper scheiterte.
Die Löw-Schützlinge überstanden die kurze Drangphase des Gegners und schockten diesen mit einer Traumkombination: Podolski steckte beim Doppelpass mit Özil auf der linken Seite durch auf den startenden Bremer, der in halblinker Strafraumposition einen Schuss antäuschte, dann aber auf Klose zurücklegte, der vor Ignashevich aus acht Metern einnetzte (34.).
Die Gastgeber fanden ihre Linie auch bis zum Pausenpfiff nicht, ballsicherer wirkte die Nationalelf, die durch Podolski die letze Chance vor dem Kabinengang hatte (44.).
Mit Torbinsky für Denisov sollte es bei den Russen noch etwas offensiver werden, doch die ersten Aktionen Richtung gegnerisches Tor gehörten Deutschland.
Dann aber kamen Arshavin & Co. immer besser auf Touren. Der Superstar des FC Arsenal scheiterte von der Strafraumgrenze an Adler (53.). Spätestens jetzt hatte Russland Lunte gerochen und stand dicht vor dem Ausgleich: Adler parierte Arshavins Geschoss aus 14 Metern, doch Westermann misslang die Befreiung. Bystrovs Seitfallzieher segelte nach Flanke von Zyryanov aufs Tordach - Riesenglück für die Löw-Elf (55.).
Die Nationalelf konnte sich nun nur noch selten befreien, hatte aber dennoch durch Özils Fernschuss an die Latte eine gute Gelegenheit (58.). DIe Löw-Schützlinge standen immer tiefer, Zhirkovs Hereingabe fand keinen Abnehmer (63.). Wenig später musste Boateng vom Feld: Der Hamburger grätschte vor dem Strafraum gegen Bystrov, war zu spät dran und sah folgerichtig - da bereits verwarnt - die Ampelkarte (69.).
Friedrich kam für Özil und besetzte die vakante rechte Abwehrseite (72.). Der Druck der Russen, mittlerweile mit frischen Offensivkräften ausgestattet, wurde immer stärker, die Situationen immer enger: Semshov drang halbrechts in den Strafraum ein und zog ab. Adler tauchte ab und lenkte das Leder glücklich knapp neben den Pfosten zur Ecke (73.).
Auf der Gegenseite nickte Ballack nach einem Freistoß knapp daneben (74.).
In der Schlussphase erlahmten die Kräfte der Hiddink-Schützlinge. Die deutsche Abwehr stand gut, hielt den Gegner auf Distanz. Bis auf eine Ausnahme: Friedrich holte Bystrov vor den Augen von Massimo Busacca im Strafraum klar von den Beinen, doch die Pfeife des Referees blieb zum Glück für das DFB-Team stumm (88.).
Nach drei Minuten Nachspielzeit war es dann soweit: Ballack & Co. rissen die Arme hoch, das Ticket nach Südafrika war nach einem glücklichen Erfolg mit dem feststehenden Gruppensieg gelöst!
Am kommenden Mittwoch empfängt Deutschland in Hamburg das Team aus Finnland, Russland reist zum Qualifikationsfinale nach Aserbaidschan.
| Russland |
|---|
![]() Aufstellung: Akinfeev (3) - Anyukov (3) , V. Berezutskiy (3) , Ignashevich (4,5) , Zhirkov (3,5) - Denisov (3,5) - Bystrov (2) , Zyryanov (2,5) , Arshavin (1,5) - Kerzhakov (3) Einwechslungen: 46. Torbinskiy (2,5) für Denisov 54. Pavlyuchenko (4) für Kerzhakov 77. Pogrebnyak für Semshov Trainer:
Hiddink |
| Deutschland |
![]() ![]() Aufstellung: Adler (1) - Boateng (5) , Mertesacker (3) , Westermann (3,5) , Lahm (2) - Ballack (2) , Rolfes (3,5) - Schweinsteiger (2,5) , Özil (2,5) , Podolski (3,5) - Trainer:
Löw |

