Nach der überzeugenden Vorstellung im Testspiel beim 2:0 über WM-Gastgeber Südafrika wechselte Bundestrainer Joachim Löw viermal. Mertesacker und Westermann bildeten statt Friedrich (leichte Zerrung) und Tasci die Innenverteidigung. Hitzlsperger begann für Rolfes, Podolski ersetzte Marin. Im Tor stand erneut Adler, da Enke sein Heimspiel wegen einer noch nicht identifizierten Erkrankung absagen musste.
Aserbaidschans Nationalcoach Berti Vogts nahm im Vergleich zur jüngsten 1:2-Heimniederlage im Rahmen der WM-Qualifikation gegen Finnland eine Änderung vor. Chertoganov begann anstelle von Abisev. Die heimischen Klubs FK Karabach und Inter Baku stellten alleine neun Akteure der Startelf, die keine Legionäre beinhaltete.
Die DFB-Auswahl trat von Beginn an aüßerst dominant auf. Mit hohem Tempo trug Deutschland seine Angriffe zielstrebig vor und kam prompt zu guten Chancen. Podolski bereitete Aserbaidschans Schlussmann Agayev per Flachschuss erstmals Probleme (6.), eine Minute später scheiterte Özil nach einer starken Einzelaktion am Keeper.
Nachdem Schweinsteiger (10.) und Ballack (12.) aus der zweiten Reihe in Agayev ihren Meister gefunden hatte, war es soweit. Gomez passte in den Lauf von Podolski, der in den Strafraum eindrang und von Abbasov gelegt wurde. Ballack verwandelte den fälligen Strafstoß souverän zum 1:0 (14.). Zwei Zeigerumdrehungen später hätte Gomez auf 2:0 stellen müssen, Agayev parierte den Kopfball des Bayern-Stürmers aus fünf Metern jedoch famos (16.).
Es war die letzte gute Aktion der Löw-Elf in der gesamten ersten Hälfte. Völlig unerwartet riss der Faden bei den Hausherren, die fortan im Mittelfeld große Probleme mit den Gästen hatten. Aserbaidschan hielt ordentlich dagegen und ließ kaum etwas zu. Kam Deutschland doch einmal in Strafraumnähe, waren die unpräzisen Flanken leichte Beute der Innenverteidigung des Tabellenvorletzten.
Damit nicht genug! Waren die Gäste lange Zeit harmlos, so hatte Aserbaidschan in der Schlussphase des ersten Abschnitts sogar die Chance zum Ausgleich. Nachdem Adler Chertoganovs 35-Meter-Schuss über die Latte gelenkt hatte, kam Shukurov im Strafraum zum Abschluss und zwang den deutschen Torhüter zu einer guten Parade (37.). Die Zuschauer in der nicht ausverkauften Hannoveraner AWD-Arena verabschiedeten die Temas mit Pfiffen in die Pause.
Löw reagierte zur Pause und brachte Beck und Klose für Schäfer und Gomez. Beck verteidigte auf seiner gewohnten rechten Seite und schickte Lahm nach links. Die Auswechslungen zeigten Wirkung, und das lag in erster Linie an Miroslav Klose. Nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung konnte der Angreifer von Abbasov nur per Foul gestoppt werden. Der Kapitän der Gäste hatte schon Gelb und flog vom Platz (50.). In Überzahl hatte die DFB-Elf mit den immer müder werdenden Vogts-Schützlingen nun leichtes Spiel und in Klose einen erstklassigen Vollstrecker. Lahm zog von links nach innen und passte mit Übersicht auf den Münchner, der aus neun Metern halbrechter Position auf 2:0 erhöhte (55.).
Elf Minuten später war es Beck, der den Ball nach innen brachte. Klose sprintete der Kugel entgegen und traf aus der Drehung sehenswert zum 3:0 (66.). Es war der 47. Länderspieltreffer für den Angreifer, der damit mit Jürgen Klinsmann und Rudi Völler gleichzog.
Es war eine höchst einseitige Angelegenheit, die sich den Zuschauern im zweiten Durchgang bot. Angriff um Angriff rollte auf das Gästetor zu. Ballack legte eine Özil-Flanke per Kopf für Podolski ab. Der Kölner machte es stramm mit links - 4:0 (71.).
Deutschland hatte auch noch in der Schlussviertelstunde einige vielversprechende Möglichkeiten, letztlich blieb es aber beim aufgrund der zweiten Hälfte verdienten 4:0.
Am 10. Oktober kommt es in Moskau zum Gipfeltreffen zwischen Russland und Deutschland. Aserbaidschan muss am gleichen Tag auswärts in Vaduz gegen Liechtenstein ran.
| Deutschland |
|---|
![]() ![]() Aufstellung: Adler (3) - Lahm (3) , Mertesacker (3) , Westermann (3) , M. Schäfer (5) - Hitzlsperger (4) - Schweinsteiger (5) , Özil (4) , Podolski (3,5) - Gomez (4,5) Trainer:
Löw |
| Aserbaidschan |
![]() Aufstellung: K. Agayev (2) - Shukurov (4,5) , Levin (5) , Allahverdiyev (4,5) - Yunisoglu (5) - R. F. Sadygov (4,5) , Chertoganov (4,5) , Nadyrov (5) - E. Mammadov (4,5) - Dzavadov (5) Trainer:
Vogts |
Gelb-Rote Karten |
|---|
Gelbe Karten |
