Vize-Weltmeister Frankreich setzte sich im Länderspiel gegen Tunesien mit 3:1 (1:1) durch. Vor 78.000 Zuschauern im Stade de France von St. Denis gelang Stürmerstar Thierry Henry ein Doppelschlag (40./48.), nachdem Issam Jemaa (30., SM Caen) die Gäste in Führung gebracht hatte. Es waren die Treffer Nummer 47 und 48 des Barça-Stars Henry im 107. Länderspiel für Frankreich. Den Endstand besorgte schließlich Karim Benzema von Olympique Lyon (58.).
Bayern Münchens Mittelfeld-Dribbler Franck Ribery kam im Team der "Equipe Tricolore", die drei Tage zuvor im WM-Qualifikationsspiel in Rumänien nur ein Unentschieden erreicht hatte (2:2), in der ersten Halbzeit zum Einsatz.
Zumindest ein Teil der Profis hatte sich bereits vor dem Spiel gegen Tunesien zu Domenech bekannt. "Wir haben für uns gespielt, aber auch für den Trainer", stellte Bayern-Star Franck Ribery klar, "ich glaube wirklich, dass er bleiben muss." Ähnlich deutlich hatten sich auch Kapitän Thierry Henry, Bakary Sagna oder Jean-Alain Boumsong geäußert. Tags darauf entschied die 21 Mitglieder starke Verbandsspitze des FFF über die Zukunft des heftig umstrittenen Trainers. Wie der Präsident Jean-Pierre Escalettes nun bekannt gab, wird der 56-Jährige weiter die Zügel in der Hand behalten und Frankreich-Trainer bleiben.
Nach dem 1:3 zum Auftakt der WM-Quali in Österreich am 6. September war der Coach, der schon nach dem EM-Vorrunden-Aus des Weltmeisters von 1998 heftig kritisiert worden war, erneut in die Schusslinie geraten. Der 2:1-Sieg vier Tage später gegen Serbien verschaffte ihm dann eine weitere Schonfrist. In Rumänien stand Domenech nach dem 0:2-Rückstand am Abgrund, am Ende, nach dem Remis dank Treffern von Ribery und Gourcuff, zog er erneut den Hals aus der Schlinge.

"Was zählt", so Domenech, "ist allein die Qualifikation. Auch 2005 waren wir erst am letzten Spieltag Gruppenerster. Natürlich hätte ich auch lieber neun Punkte, aber in unserer Gruppe ist noch alles offen."
Für einen Eklat und eine wahre Staatsaffäre sorgten indes die Fans der tunesischen Nationalmannschaft. Laute Buhrufe und ein Pfeifkonzert von Seiten der zahlreichen tunesischen Anhänger hatten die Marseillaise begleitet. Schon gegen Marokko im November 2007 und gegen Algerien vor sieben Jahren war es zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Die Ereignisse im Stade de France riefen nun sogar hochrangige französische Politiker auf den Plan.
"Das ist eine Beleidigung für Frankreich und seine Nationalspieler. So etwas sollte nicht toleriert werden", schimpfte Frankreichs Premierminister Francois Fillon. Auch Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy schaltete sich "nach den skandalösen Vorkommnissen" ein. Inzwischen haben er, Escalettes sowie Sportministerin Roselyne Bachelot und Staatssekretär Bernard Laporte über die Situation beraten. Das Ergebnis: Künftig soll tatsächlich ein Spiel abgebrochen werden, wenn es bei der Nationalhymne Protestpfiffe gibt, wie Bachelot in Paris erklärte. Eine Drohung, die nur schwer in die Tat umzusetzen sein wird.
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