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10.10.2008, 10:02

Russland: Arshavin & Co.

Stärken. Schwächen. Macken.

Der Außenverteidiger ist stürmisch und heiratete im Trainingslager, ein Ex-Bundesliga-Profi sucht noch nach seiner Bestform - im Team von Russland steckt viel Überraschungspotenzial. Bei der EURO stürmten sie mit beeindruckendem Kombinationsfußball bis ins Halbfinale, jetzt sind sie Deutschlands härtester Widersacher um das WM-Ticket - der kicker stellt die russischen Spieler Mann für Mann vor.

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Russische Nationalelf
Typsache: Die russische Nationalmannschaft hat einige interessante Charaktere in ihren Reihen.
© imago Zoomansicht

Igor Akinfeev (22)

Ein starker Rückhalt mit Routine trotz seiner Jugend. Akinfeev nahm schon an zwei EM-Endrunden teil, sammelte mit ZSKA Moskau Champions-League-Erfahrung und wurde am Anfang seiner Laufbahn von der Torwartlegende Rinat Dasayev trainiert. Sein Plus: Blitzartige Reflexe und stark im Eins-gegen-eins.

Aleksandr Anyukov (26)

Schaffte unter Hiddink den Durchbruch als Rechtsverteidiger, gehört zum St. Petersburger "Block" der Sbornaja und ist gefürchtet wegen seiner Schusskraft.

Sergey Ignashevich (29)

Der kantige Innenverteidiger gehörte aufgrund technischer Defizite zu jener Garde einstiger Stammspieler, die bei Hiddink einen schweren Stand hatten, weil er nicht in dessen Vorstellung vom modernen Fußball passt - während der EURO wurde er wieder wichtig, weil er mit Kopfballstärke und Robustheit das verkörpert, was dem technisch versierten Kader fehlt.

Vasiliy Berezutskiy (26)

Hat eine ähnliche Geschichte wie Ignashevich. Mit ihm und Zwillingsbruder Aleksey bildet er die Dreierabwehr bei ZSKA Moskau und war in dieser Formation auch stets im Nationalteam gesetzt. Als Hiddink auf Viererkette umstellte, verlor der athletische, aber nicht besonders antrittsschnelle Innenverteidiger seinen Platz - und könnte nun von Kolodins Verletzung profitieren.

Yuriy Zhirkov (25)

Das Internetportal youtube bietet eine stattliche Auswahl an atemberaubenden Dribblings und Toren des Linksfußes an - denn: Bei ZSKA Moskau agiert er zumeist offensiv auf dem Flügel, unter Hiddink verteidigt er in der Viererkette, jedoch mit stark ausgeprägtem Vorwärtsdrang. Auch privat ist die EM-Entdeckung innovativ und fußballverrückt: Freundin Inna hatte er im Winter im Türkei-Trainingslager geheiratet, um keine Zeit zu verlieren.

Igor Semshov (30)

Verkörpert Solidität im Kombinationswirbel der Sbornaja, ist lauf- und zweikampfstark, versprüht im zentralen Mittelfeld aber wenig Glanz.

Sergey Semak (32)

Das Laufwunder erlebt seinen zweiten Frühling, seit er aus Frankreich nach Russland zurückgekehrt ist. Weil er nach vier Toren in zwei Champions-League-Partien mit ZSKA Moskau gegen Paris St. Germain im Winter 2005 von den Franzosen verpflichtet wurde, verpasste er den folgenden UEFA-Cup-Triumph mit ZSKA. Das Titelsammeln könnte der von Hiddink reaktivierte Führungsspieler nun nachholen - mit Rubin Kasan führt er souverän die russische Liga an.

Konstantin Zyryanov (31)

Spielt bei Zenit St. Petersburg deutlich offensiver als im Nationalteam, ist torgefährlich und vor allem vielseitig. Kann im Mittelfeld nahezu alle Positionen bekleiden und auch auf beiden Flügeln spielen.

Alan Dzagoev (18)

Hiddinks jüngste Entdeckung ist erstmals dabei, sorgt bei ZSKA Moskau im Mittelfeld für Furore und ist beidfüßig. Vielleicht noch kein Mann für Samstag, aber einer für die Zukunft.

Diniyar Bilyaletdinov (23)

Herausragender Techniker auf der linken Mittelfeldseite, hat auch im Zentrum Qualitäten, aber ein großes Manko: fehlende Robustheit.

Dmitriy Sychev (24)

Wurde für die Offensive nachnominiert, nachdem neben Pavlyuchenko auch Flügelmann Torbinskiy verletzt absagen musste. Ist antrittsschnell und laufstark, häufig aber zu unkonstant.

Ivan Saenko (24)

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Guus Hiddink

Bei der EM war der Ex-Nürnberger Russlands einziger Legionär - seit dem Sommer spielt er wieder in der Heimat, wurde bei Spartak Moskau aber noch nicht glücklich, ist zwar Stammspieler, aber gemeinsam mit seinem Klub in der Krise und noch ohne eigenen Treffer.

Alexandr Prudnikov (19)

Seine Empfehlung sind sieben Tore in neun Einsätzen bei der U 21, ist zudem U-17-EM-Gewinner. Noch kommt der Angreifer von Spartak Moskau nicht an den Etablierten vorbei, Hiddink aber hält ihn für ein Talent mit Zukunft.

Andrey Arshavin (27)

Als der erwartete und von Arshavin angestrebte Wechsel nach Barcelona am St. Petersburger Veto gescheitert war, erwarteten viele Experten einen Leistungseinbruch beim enttäuschten Topstar und studierten Modedesigner. Doch der flinke und technisch starke Offensivkünstler konnte seine EM-Form konservieren, ist in Top-Verfassung.

Pavel Pogrebnyak (24)

Der Pechvogel des Sommers, musste mit Meniskusriss vor EM-Beginn aus Österreich abreisen, kam aber gestärkt zurück und wird nach Pavlyuchenkos Ausfall im Zentrum stürmen. Wirkt mitunter etwas ungelenk, ist aber technisch stark.

Sebastian Wolff

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