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30.10.2007, 15:36

Brasilien zum zweiten Mal Gastgeber

WM 2014 "am Zuckerhut"

Brasilien hat wie erwartet den Zuschlag bei der Vergabe der FIFA-Weltmeister 2014 erhalten. Das größte Land Südamerikas hofft durch die positive Nachricht auf einen Aufschwung im ganzen Land.

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Blatter und Lula
Auf Wiedersehen 2014! Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva und FIFA-Chef Sepp Blatter.
© dpa Zoomansicht

Präsident Luiz Inacio Lula da Silva, persönlich in Zürich zugegen, konnte die Glückwünsche von FIFA-Chef Joseph S. Blatter entgegennehmen. Brasilien, das bereits 1950 eine WM ausrichtete, war ohne Gegenkandidat angetreten.

"Ich war von den ganzen Aspekten sehr beeindruckt. Das ist Fußball, und das ist Brasilien", erklärte Blatter nach der Präsentation des übernächsten Gastgeberlandes am Mittag im Hauptquartier des Weltverbandes.

Stimmen zur Vergabe

Die brasilianische Abordnung versprach in Zürich, dass eine Austragung der WM 2014 im Land des Rekordweltmeisters für Fortschritte im Bereich der Wirtschaft, der Infrastruktur, der Sicherheit und der Umwelt im fünftgrößten Land der Erde sorgen würde.

"Es ist ein nationales Projekt", unterstrich Sportminister Orlando Silva, der von Staatschef Lula und Schriftsteller Paulo Coelho bei der Bewerbung unterstützt worden war.

Trotz aller Freude über die positive Nachricht aus der Schweiz: Nicht nur weltweit, auch in Brasilien selbst gibt es viele Zweifler. Ist das Land in der Lage, die nach den Olympischen Spielen zweitgrößte Sportveranstaltung der Welt auch ausrichten zu können? In Sachen Sicherheit und Transportwesen muss Brasilien in den kommenden Jahren viel leisten. Und auch der Neu- bzw. Umbau der 18 Stadien - darunter das legendäre Maracana-Stadion - fordert noch viel Arbeit, Organisation und Geschick.

Maracana
Legendäre Spielstätte, das Maracana-Stadion in Rio: Bis 2014 muss hier jedoch noch Hand angelegt werden.
© imago

Prominente Kritiker erhoben in den vergangenen Tagen ihre Stimme. "Ich würde nicht in die WM investieren", sagt Ex-Nationalspieler Socrates. Er befürchtet ebenso wie Ex-Weltmeister Tostao Korruption. "Ich freue mich nur auf die WM, wenn in der Vorbereitung alles ohne schmutzige Tricks abläuft. Da muss sich Brasilien noch beweisen." Brasiliens einflussreichste Marketingunternehmen hat das Projekt "WM 2014" mittlerweile in die Hand genommen und dafür gesorgt, dass fast das ganze Land geschlossen hinter der Bewerbung steht.

Da können auch die Korruptionsgerüchte um die Panam-Spiele im Juli nichts ändern. Die kosteten mit rund 1,4 Milliarden Euro neunmal mehr als geplant - keiner weiß wohin das Geld floss. Die geplanten Kosten für die WM: mindestens acht Milliarden Euro.

30.10.2007, 15:36
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