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14.03.2018, 14:55

Bewerber müssen bis Freitag ihre Unterlagen einreichen

WM 2026: Marokko greift USA/Mexiko/Kanada an

Eigentlich schien der Ausrichter der WM 2026 bereits festzustehen. Die USA mit Kanada und Mexiko galten mit ihrer gemeinsamen Bewerbung für die Entscheidung am 13. Juni quasi als unschlagbar. Doch in die Sache ist Bewegung gekommen: Marokko warf den Hut in den Ring und gilt mittlerweile als aussichtsreicherer Kandidat. Spätestens am Freitag müssen die zwei Konkurrenten ihre Unterlagen beim Weltverband FIFA eingereicht haben.

Stadion Moulay Abdallah in Rabat
Wird hier 2026 bei der WM gespielt? Das Moulay-Abdallah-Stadion in Rabat, die derzeit größte Arena Marokkos.
© imagoZoomansicht

Das hätte vor ein paar Monaten niemand erwartet. Der "Mega-Verbund" USA/Kanada/Mexiko galt als logischer Ausrichter der WM 2026, an der erstmals 48 statt wie bisher 32 Mannschaften teilnehmen werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: das ökonomische Potenzial der USA und Kanadas, dazu die Fußballbegeisterung in Mexiko. Hinzu kommt der Umstand, dass Stadien sowie Infrastruktur bereits vorhanden sind und zumindest Mexiko (1970 und 1986) sowie die USA (1994) bereits Erfahrungen in der Ausrichtung von Weltmeisterschaften haben.

Donald Trump liefert den US-Konkurrenten genügend Argumente

Doch die Funktionäre um den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino, der als großer Befürworter des Triumvirats gilt, haben die Rechnung ohne Donald Trump gemacht. Der US-Präsident lieferte der US-Konkurrenz mit seiner umstrittenen Politik genügend Argumente und trägt damit für die nun entstandene Spannung eine große Mitverantwortung. Mit dem geplanten Bau einer Mauer zu Mexiko verprellte er den südlichen Mitstreiter, mit seinen angekündigten Strafzöllen auf Stahl und Aluminium den nördlichen - Kanada ist der größte Importeur der beiden Metalle in die USA.

Zumal in den USA die Mehrzahl der Partien stattfinden soll. "Mexiko bekommt nur die Krümel", kritisierte zum Beispiel die Sportzeitung "Record". Auch in der FIFA ist der anfänglichen Erleichterung über die Dreier-Bewerbung aus Nordamerika mittlerweile Ernüchterung gewichen. Dies liegt zum einen an der US-Justiz, die hart gegen Angeklagte im FIFA-Korruptionsskandal vorgeht. Und zum anderen am von Trump und der US-Regierung verhängten Einreiseverbot für Menschen aus sechs vorwiegend muslimischen Staaten. "Jedes Team, inklusive seiner Fans und Offiziellen, das sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert, muss ins Land kommen können. Sonst gibt es keine WM. Das ist klar", schrieb Infantino den USA bereits im Vorjahr ungewöhnlich klar ins Stammbuch.

Und mit seinen abfälligen Äußerungen über manche Staaten in der sogenannten "Dritten Welt" (Stichwort: "Dreckslöcher") brachte Trump eben jene Länder gegen sich auf. Dies könnte nun wie ein Bumerang auf die WM-Bewerbung zurückfallen. Denn wegen der umstrittenen und unter Korruptionsverdacht stehenden Doppelvergabe der beiden Weltmeisterschaften 2018 und 2022 wird dieses Mal nicht mehr das FIFA-Exekutivkomitee, sondern der Kongress mit allen 211 FIFA-Mitgliedern über den WM-Gastgeber entscheiden. Die 54 afrikanischen Stimmen dürften Marokko ebenso sicher sein wie der Großteil der Stimmen aus der muslimischen Welt - damit hätte das Königreich bereits die halbe Miete eingefahren.

Marokko hat Stimmen aus Afrika und der muslimischen Welt sicher

Und so rückt Marokko mehr und mehr in die Favoritenrolle - zumal das nationale Bewerbungskomitee äußerst professionell arbeitet. Superstars wie Didier Drogba und Samuel Eto'o rühren kräftig die Werbetrommel, der Etat für die Bewerbung soll sich auf elf Millionen Euro belaufen. Und Marokko, das bereits viermal mit einer Bewerbung scheiterte, stellt weitere Stärken in den Vordergrund: "16 Europäer und neun Afrikaner werden dabei sein - alle in derselben Zeitzone", sagte Marokkos Bewerbungschef Hicham El Amrani: "Und in Europa wird über die Hälfte des weltweiten Umsatzes gemacht."

Zweifelsohne, Marokko hat einiges zu bieten: historisch, kulturell, touristisch und auch sportlich. Im Fußball ist das Land durchaus eine Nummer, stellt mit dem aktuellen CAF-Champions-League-Sieger Wydad Casablanca einen der größten und erfolgreichsten Vereine des Kontinents. Doch bei der FIFA-Klub-WM im Jahr 2013 wurden auch Mängel in der Organisation und der Infrastruktur deutlich. Und dies bei nur sieben Teilnehmern. Zweifel, ob das nordafrikanische Land tatsächlich die Mammut-WM mit 48 Nationen und 80 Spielen wird stemmen können, erscheinen angebracht. Doch rein rationale und sportliche Argumente werden bei der Entscheidung am 13. Juni wohl nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Dies, das sei angemerkt, war zuletzt aber auch der Fall.

El Amrani: "Marokkanische Kandidatur vollkommen sauber"

Zumindest kündigte Marokko eine transparente Bewerbung an. "Das Dossier wird von keinerlei Korruption beschmutzt sein. Die marokkanische Kandidatur wird vollkommen sauber sein", kündigte El Amrani an.

jer/dpa/sid

 

18 Leserkommentare

YasKar
Beitrag melden
19.03.2018 | 00:28

@All

Man sollte Politik mit Fußball nicht vergleichen.
Die Amis interessieren sich nicht für Fußball. D[...]
heartofmidlothian
Beitrag melden
15.03.2018 | 19:37

@BorisPasternak

Die beiden kommenden WMs werden in menschenrechtsmäßig eindeutig schlechteren Ländern ausgetragen als [...]
heartofmidlothian
Beitrag melden
15.03.2018 | 19:36

Kanada allein

Kanada allein wäre gegenüber Marokko natürlich 100 % zu bevorzugen bezüglich der Menschenrechtslage. [...]
Semsemnamm
Beitrag melden
15.03.2018 | 15:48

@fandessvwilhelmshaven

Also bisher habe ich Sie ja eigentlich für sehr informiert gehalten, aber hier sondern Sie jetzt einfach [...]
BorisPasternak
Beitrag melden
15.03.2018 | 14:23

Man sollte sich besser mit den kommenden zwei WM´s hier befassen

Die sind aktueller und gehören boykottiert. Ich für meinen Teil werde auf die Putin-WM verzichten. Ich [...]

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