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27.02.2016, 12:07

Die Pressestimmen zur Wahl von FIFA-Präsident Infantino

"Die FIFA hat ihren neunten Papst"

Sehr unterschiedlich reagierte die internationale Presse auf die Wahl von Gianni Infantino zum neuen FIFA-Präsidenten. Die Schweiz freute sich über "unseren nächsten Fußballkönig". In England wurde teils übel gegen die FIFA ausgeteilt, allerdings wird auch schon auf die WM 2030 gehofft. In Spanien und Italien überwiegen die Hoffnungen beim "neunten FIFA-Papst". Die internationalen Pressestimmen...

Gianni Infantino
Zwischen Hoffnung und Bedenken: FIFA-Präsident Gianni Infantino.
© Getty ImagesZoomansicht

SCHWEIZ

Blick: "FIFAntino. Hand aufs Herz: Diese Wahl ist gut für den Fußball und gut für die Schweiz."

Aargauer Zeitung: "Unser nächster Fußballkönig. Der Thron bleibt in der Schweiz. Gianni Infantino folgt auf Sepp Blatter."

Neue Zürcher Zeitung: "Notkandidat wird FIFA-Präsident. Gianni Infantino will viel Geld verteilen. Auf Joseph Blatter folgt ein weiterer Walliser an der Spitze des Weltfußballverbandes."

Tages-Anzeiger: "Zum Glück Infantino. Die FIFA beschließt die dringend nötigen Reformen - und setzt auf Gianni Infantino als neuen Präsidenten und Baumeister einer besseren Zukunft."

Neue Luzerner Zeitung: "Infantino will eine neue Ära. Der neue FIFA-Präsident heißt Gianni Infantino. Gott sei Dank."

Basler Zeitung: "Der nächste Walliser. Gianni Infantino löst Sepp Blatter an der Spitze des Weltfußballverbandes ab."

ENGLAND

Daily Mirror: "Gianni Infantinos Präsidentschaft könnte die Tür für eine WM 2030 in England öffnen."

Daily Mail: "Selbst der Einschlag eines Meteoren würde das Gesicht der FIFA kaum verändern. Die beiden Lebensformen, die in einer post-apokalyptischen Landschaft am wahrscheinlichsten überleben würden, sind Kakerlaken und FIFA-Funktionäre, die alle Atemschutzgeräte gehortet und in einem geheimen Bunker angehäuft hätten, um dann mit den mutierten, radioaktiven Insekten ein Abkommen mit dem Versprechen zu treffen, die nächste Fußball-WM ausrichten zu dürfen. Gianni Infantino war unter den gegebenen Umständen das geringste Übel."

Guardian: "Der Sieg des früheren Generalsekretärs der UEFA weckt die Hoffnung auf eine hellere Zukunft für die Fußball-Weltverband - hauptsächlich, weil es bedeutet, dass Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa nicht in Sepp Blatters Fußstapfen tritt."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Ein 'Italiener' erobert die Spitze des Weltfußballs nach dem endlosen Reich von Sepp Blatter und davor dem noch längeren von Joao Havelange. Infantinos Wahl ist eine historische Wende, die hoffentlich eine neue Ära starten wird. Jetzt steht dem neuen Präsidenten eine schwierige Aufgabe bevor, denn die politische und finanzielle Krise der FIFA erfordert eine totale Neugründung."

Corriere dello Sport: "Der Weltfußball spricht Italienisch. Infantinos Kritiker behaupteten, dass er nur ein Bürokrat ist, dass er nicht die Eigenschaften hat, um die FIFA zu regieren. Infantino hat aber nicht nur die Mehrheit der Weltverbände an seine Seite gebracht, sondern auch die bekanntesten Ex-Spieler des Planeten erobert. Er hat mit der Kraft seiner Ideen gewonnen. Wenn das kein Märchen ist ..."

La Repubblica: "Die FIFA gerät in Europas Hände. Der arabische Traum zerschellt. Die FIFA ist keine Wohltätigkeitsorganisation. In vier Jahren hat sie sechs Milliarden Dollar generiert und verteilt. Der Fußball ist ein Paradies und Spektrum zugleich. Infantino wird sich daher die Stiefel beschmutzen und die Korruption, die verbotenen Beziehungen und den Milliardenstrom transparent gestalten müssen. Er muss ein verseuchtes Meer säubern, in dem Blatter blendend schwamm."

Corriere della Sera: "Infantino ist eine Garantie für Kompetenz und zumindest eine Hoffnung auf kollektive Ehrichkeit. Schwieriger ist zu begreifen, wie sehr sich die FIFA wirklich erneuern will. Infantino wird sich auch mit einer Welt auseinandersetzen müssen, die sich profilieren will: Asien mit seinen neuen Geldern, Afrika mit seinem neuen technischen Gewicht, Südamerika, das sich in den letzten 20 Jahren von Europa benachteiligt gefühlt hat. Infantino repräsentiert die Kraft und das Flair des alten europäischen Fußballs. Wenn er aber gegen die Korruption kämpfen will, muss er der Präsident aller sein. Eine Kraft, die Blatter trotz seiner Tricks nicht hatte."

La Stampa: "Kann man sagen, dass Platinis Linie gesiegt hat? Vielleicht, denn Infantino war neun Jahre lang die rechte Hand von 'König Michel'. Er war seine graue Eminenz und der Drahtzieher seines Ex-Präsidenten. Infantino hat jetzt in erster Linie Europa und dann die Welt erobert. Bei seinem wichtigsten Match hat er auf der ganzen Linie gesiegt."

SPANIEN

Marca: "Gianni Infantino ist der Auserwählte der Fußball-Welt, um einem System, das seit Mai am Stock geht, die Glaubwürdigkeit zurückzubringen. Er hat einen harten und komplizierten Job vor sich, sollte er aber seine Arbeitsweise der vergangenen sechs Jahre als UEFA-Generalsekretär anwenden, kann er es schaffen. Dies ist seine Visitenkarte für die ganze Welt, er muss jetzt nur das wiederholen, was er schon bei der UEFA gemacht hat. Er lässt darauf hoffen, dass nach der Ablösung von Blatter eine neue Ära im Fußball eingeläutet wird."

AS: Der 'Glatzkopf der Champions-League-Auslosungen', so nennen ihn seine Freunde, wird nach dem Abgang von Joseph Blatter neuer FIFA-Präsident. Über die Fernsehpräsenz auf die Präsidentschafts-Kandidatenliste - das scheint sowohl in der Politik wie auch im Fußball zu funktionieren. Die FIFA hat ihren neunten Papst. Jetzt liegt es an Infantino selber, das Gesamtkonstrukt FIFA neu zu ordnen und transparenter zu machen."

Sport: "Infantino hatte die volle Unterstützung der Europäer. Er bietet eine totale Transparenz bei zukünftigen Wahlen eines WM-Gastgebers, aber auch bei kommerziellen Verträgen und den Vergütungen der Funktionäre. Das war die definitive Beerdigung von Blatter bei der FIFA. Bei der FIFA weht jetzt ein neuer Wind."

El Mundo Deportivo: "Die FIFA hat nach einer emotionsgeladenen Wahl wenigstens bis 2019 einen neuen großen Präsidenten. Infantino, der Fußball-Verrückte - er will, dass der Fußball wieder die Position einnimmt, die er verdient."

El Pais: "Infantino - von den Lostöpfen auf den Thron. Der Schweizer hat die Mission, das ramponierte Image der FIFA zu restaurieren. Er soll das mit seinen als UEFA-Generalsekretär erworbenen Meriten als Führungskraft bewerkstelligen. Er ist der neue Rektor des Weltfußballs. Sein Triumph ist der Erfolg seiner Arbeit am Spielfeldrand in Papua-Neuguinea, in Nicaragua oder Kamerun. Er wird nicht mehr so allmächtig wie Joao Havelange oder Sepp Blatter sein."

El Mundo: "Gianni Infantino läutet eine neue Ära bei der FIFA ein, nachdem er Joseph Blatters Favoriten, der auch die Macht des arabischen Geldes repräsentiert, bezwungen hat. Der Erfolg des Schweizers ist auch der Erfolg des alten Europa. Infantino, Förderer des Financial Fair Play, wird seine bei der UEFA angewandte Arbeitsweise auf die FIFA übertragen, was Blatter immer versucht hat zu verhindern. Er konnte die Grabenkämpfe in der arabischen Welt für sich nutzen."

La Razon: "Jetzt liegt es an Infantino, im FIFA-Haus eine Säuberungsaktion zu starten und aus dem Großunternehmen, das den Weltfußball verwaltet, eine moderne Firma zu machen. Infantino ist, so scheint es jedenfalls, der Mann für die Erneuerung, und das, obwohl er seit 2009 Generalsekretär der UEFA war, dessen Präsident Michel Platini für sechs Jahre aus dem Verkehr gezogen wurde. Der neue Präsident scheint einen neuen Weg bei der FIFA einschlagen zu wollen im Vergleich zu dem, was bisher über die Bühne ging."

Okdiario: "Gianni Infantino hat die Mission, eine neue Zeitrechnung im Weltfußball einzuführen. Der neue Präsident hat den Auftrag, das korrupte Image des Weltverbandes zu verändern. Mit seinen 45 Jahren ist es ein rasanter Aufstieg, seit er 2000 bei der UEFA begann."

20 Minutos: "Das nette Gesicht der UEFA besteigt den FIFA-Thron. Jetzt hat Infantino die Aufgabe, die größte Umstrukturierung in der Geschichte der FIFA durchzuführen. Diese Maßnahmen sollen den Korruptionsfällen entgegenwirken, auch bei den Brandherden um die Wahlen der WM-Gastgeber Russland 2018 und Katar 2022. Ebenso sollen wieder Sponsoren an Land gezogen werden, da die FIFA für das Geschäftsjahr 2015 zum ersten Mal seit 2002 Verluste angekündigt hat."

ÖSTERREICH

Kurier: "Die Zeiten der One-Man-Shows und Alleingänge sind vorbei. Gianni Infantino ist nicht mehr der Strippenzieher wie viele seine Vorgänger."

Kleine Zeitung: "Sofort will Infantino mit seiner Arbeit beginnen. Eine große Frage wird sein, ob der im System Blatter-Platini sozialisierte Jurist in der Lage ist, für eine neue Kultur in der maroden Funktionärskaste zu sorgen."

DÄNEMARK

BT: "Es gibt doch noch Hoffnung. Der Fußball kann sich selbst eine hellere Zukunft schaffen, nun da der Schweizer Jurist Gianni Infantino zum FIFA-Präsidenten gewählt worden ist."

Ekstrabladet: "Infantino gewann mit Blatters Methoden. Die FIFA hat einen neuen Präsidenten bekommen - er gleicht dem alten."

SCHWEDEN

Aftonbladet: "Infantino, der ein pures Produkt dieser Fußball-Organisation ist, hat nun also geschworen, diese in Ordnung zu bringen. Infantino, der als Platinis rechte Hand arbeitete."

Dagens Nyheter: "Die Blatter-Kultur kann mit Infantino weiterleben."

NORWEGEN

Aftenposten: "Mit der Wahl von Infantino entgeht die FIFA all der üblen Nachrede, die sie bekommen hätte, wenn Salman gewählt worden wäre."

USA

New York Times: "Gianni Infantino muss versuchen, die FIFA aus einem Skandal zu führen, der Sepp Blatters 40-jährige Karriere zu einem unrühmlichen Ende brachte. Infantinos Aufstieg in die vielleicht wichtigste Position des Weltsports war vor sieben Monaten nur schwer vorhersehbar."

Boston Globe: "Infantino übernimmt einen reichen, aber verwundbaren Fußball-Weltverband, dessen Image und Selbstvertrauen im ausufernden Skandal erschüttert wurden."

zusammengestellt vom SID

 

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