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02.09.2014, 20:49

Niersbach wünscht sich die EM 2024

Blatter: "Stellen WM in Russland nicht in Frage"

In Kitzbühel diskutierten hochrangige Funktionäre die Zukunft des Sports. Diverse Themen bezüglich der kommenden großen Fußball-Turniere standen auf der Agenda. Und auch ein möglicher Super-Sportsommer 2024, wenn Deutschland nicht nur Ausrichter der Fußball-Europameisterschaft wäre, sondern sich danach auch noch für die Olympischen Spiele in Berlin oder Hamburg verantwortlich zeigen würde. Fortwährend im wahrsten Sinne des Wortes "heißes" Thema: Die WM 2022 in Katar.

Joseph S. Blatter
Will die Terminfrage für die WM in Katar vorantreiben: FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.
© imagoZoomansicht

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach betonte am Dienstag auf einer Pressekonferenz beim Camp Beckenbauer in Kitzbühel, dass es "unser größter Wunsch sei, die gesamte EM 2024 in Deutschland auszurichten".

Und er sieht keinen Grund, dass unter der avisierten deutschen Bewerbung, die Europameisterschaft zu organisieren, eine mögliche Kandidatur von Berlin oder Hamburg um die Olympischen Spiele im gleichen Jahr leiden könnte: "Ich sehe da keinen Clash. Eine deutsche Olympia-Bewerbung hätte unseren größten Respekt und Sympathie. Es gibt da keinen Wettbewerb, das haben wir auch mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Generalsekretär Michael Vesper so besprochen", so Niersbach.

Und er liegt dabei auf einer Linie mit IOC-Präsident Thomas Bach, der "kein Konfliktpotenzial" sieht. Bach mahnte lediglich einen zeitlichen Abstand bezüglich der Organisaton und Logistik an, dann wären zwei Großveranstaltungen innerhalb von wenigen Monaten in Deutschland zu bewältigen.

DFB-Vision: München 2020, Gesamt-Projekt 2024

Zuvor hat der DFB bereits sein Interesse an der paneuropäischen EM-Endrunde 2020, die in 13 verschiedenen Städten Europas ausgetragen wird, bekundet. Die Konkurrenz ist groß, 19 Länder konkurrieren um die Ausrichtung der EM. Niersbach versprühte Optimismus, dass München als eine der 13 Orte den Zuschlag erhalten werde. Gleichzeitig werde es, so der DFB-Boss, zum jetzigen Zeitpunkt keinen Rückzug der Kandidatur für die Finalspiele der EM 2020 geben, um die Chancen auf das EM-Projekt 2024 zu erhöhen.

Im Fokus der Diskussionen war auch die WM 2018 in Russland wegen der Ukraine-Krise. "Wir stellen die WM in Russland nicht in Frage. Wir sind in einer Situation, in der wir den Organisatoren der WM 2018 und 2022 unser Vertrauen aussprechen. Wir warten derzeit noch den Bericht der Ethikkommission ab", sprach FIFA-Präsident Joseph S. Blatter gegenüber der dpa Russland das Vertrauen aus. Der FIFA-Boss schlug sich auf die Seite von Niersbach, der sich gegen einen Boykott ausgesprochen hatte ("Der Versuch, über den Sport auf politische Dinge Einfluss zu nehmen, ist gescheitert") und betonte: "Das hat noch nie etwas gebracht."

Immer wieder Thema: Katar 2022

Große Brisanz steckt derweil im Thema WM 2022 in Katar. Mögliche Schmiergeldzahlungen an die Wahlmänner aus der FIFA-Exekutive, unmenschliche Arbeitsbedingungen auf den Baustellen und ein immer noch ungeklärter Termin für die Austragung. Die FIFA diskutiert derzeit wegen der hohen Temperaturen im Sommer die Verschiebung des Turniers in die Wintermonate November oder Januar.

Auf alle Fälle machen wir keine Schnellschüsse.FIFA-Boss Joseph S. Blatter zur Terminfrage WM 2022

Seifert und Rummenigge warnen

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert positionierte sich in der Terminfrage eindeutig. "Wir wehren uns dagegen, dass erst eine Entscheidung getroffen wird und die nationalen Ligen dafür den Preis bezahlen müssen", so Seifert. Unterstützung erhielt der DFL-Chef von Bayern Münchens Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, der seine Skepsis bezüglich einer Lösung äußerte: "Jede Veränderung des Datums wird der Bundesliga und allen europäischen Ligen nachhaltig schaden. Es würde drei Monate kein Fußball gespielt, das würde den Partnern der Liga nicht gefallen. Der ganze Kalender wird wegen einer WM nachhaltig gestoppt."

Diskussionsrunde in Zürich

Blatter gab zu verstehen, dass er sich des Themas zeitnah annehmen werde und kündigte für den kommenden Montag (8. September) eine Beratungsrunde zur Klärung der Terminfrage an, bei der sich Vertreter der Spieler, Klubs, Verbände und der sechs Konföderationen in der FIFA-Zentrale zusammensetzen sollen. Blatter: "Wir werden über eine Lösung diskutieren und uns die verschiedenen Bedenken anhören." Im Laufe des kommenden Jahres, "mit immer noch sieben Jahren Zeit" (Blatter), solle eine Entscheidung fallen. "Auf alle Fälle machen wir keine Schnellschüsse."

 

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