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13.07.2014, 01:40

Argentinien: Weiterhin Fragezeichen um di Maria

Sabella: "Müssen das perfekte Spiel abliefern"

Das sollte man besser mal nicht falsch verstehen. Klar, mit José Basanta von CF Monterrey in Mexiko schickte Argentinien am Tag vor dem großen Endspiel gegen Deutschland nur einen Ersatzspieler vor, um mit den Medien zu sprechen. Man hätte ja auch den viermaligen Weltfußballer Lionel Messi präsentieren können. Aber vielleicht wollte man bei der "Albiceleste" Fragen nach dem Formstand des 27-Jährigen vermeiden, der im Halbfinale gegen die Niederlande sein schwächstes Spiel bei einer ohnehin durchwachsenen WM machte.


Aus Rio de Janeiro berichtet Jörg Wolfrum

Alejandro Sabella und José Basanta
Argentiniens José Basanta will Revanche für 1990, Nationalcoach Alejandro Sabella hofft auf Angel di Maria.
© Getty ImagesZoomansicht

Doch auch Basanta, Lückenbüßer und Linksverteidiger, der bei dieser WM erst zwei Einsätze hatte, ließ keine Zweifel aufkommen: Es geht da aus Sicht Argentiniens im legendären Maracana von Rio de Janeiro um eine Revanche. Nicht mal die hinsichtlich der verlorenen Duelle in den Viertelfinals 2006 und 2010 in Deutschland und Südafrika. Es geht um 1990, Deutschlands dritten WM-Sieg. "Das hat uns sehr weh getan." Basanta ist 30, er war damals, als Andy Brehme das Ding sicherte durch sein Elfmetertor gegen Sergio Goycoechea, ganze sechs Jahre alt. Aber Basanta spricht für ganz Argentinien.

Das zeigt, wie tief der Stachel noch immer steckt, zumal sie ja in Argentinien Schiedsrichter Edgardo Codesal aus Mexiko auf den Scheiterhaufen geschickt hätten. Zumal ja seither nie wieder auch nur das Halbfinale erreicht wurde bei fünf Turnieren, 2002 gar das Aus in der Gruppenphase stand. Doch nun ist ausgerechnet bei der WM im Land des großen Erzrivalen Brasilien alles anders - auch wenn die Mannschaft sportlich nicht glänzte bisher. "Wir wollen den Leuten in der Heimat diese Freude schenken." Und den fast 100.000 angereisten Fans in Rio, mindestens 40.000 davon vermutlich im Stadion.

"Bescheidenheit, Freundschaft und das stete Bemühen", so Basanta seien die Eckpfeiler der argentinischen Mannschaft und ihres Erfolges bisher. Die Botschaft an die Welt laute daher: "So soll man uns sehen." Sie wirken oft ja etwas (oder auch sehr) überheblich, diese "Europäer Südamerikas" mit ihrer "Hoppla-jetzt-kommen-wir"-Mentalität. Wenn das Team da ein positives Zeichen setzen könne - umso besser, so durfte man Basanta durchaus verstehen.

"Noch kein klares Panorama" bei Angel di Maria

Angel di Maria
Argentiniens Angel di Maria beim Training im Maracana. Sein Einsatz gegen Deutschland bleibt fraglich.
© Getty ImagesZoomansicht

Aber natürlich geht es im Maracana letztlich nicht um Außendarstellung, sondern nur um dies: den WM-Pokal. Ob da der angeschlagene Schlüsselspieler Angel di Maria antreten kann, ist weiter unklar. "Wir haben noch kein klares Panorama", sagte Nationaltrainer Alejandro Sabella mit Blick auf den von einer Muskelverletzung im Oberschenkel laborierenden Champions-League-Sieger. Der hatte ja die "Albiceleste" mit seinem 1:0 gegen die Schweiz auf Vorarbeit Messis ins Viertelfinale geschossen - was allein schon die Wichtigkeit des "Nudel" genannten Spielers zeigt, der mit seiner Schnelligkeit in die gegen Deutschland erwarteten Räume starten soll. Wenn er fit wird.

Was sonst noch gegen die Mannschaft von Joachim Löw zu tun sei: "Räume dicht machen, die Bälle nicht riskieren, einen starken Charakter zeigen, wenn möglich in den Rücken der Abwehr spielen und die Seiten besetzen", so Sabella - der jedoch nicht erklären wollte, ob es gegen Deutschland wirklich sein letzten Spiel als Nationaltrainer sein werde nach drei Jahren im Amt.

Sein Berater hatte dieser Tage von einem Abschied in jedem Fall gesprochen, Sabella nun: "Jetzt ist wirklich nicht der Moment, darüber zu reden." Er habe das ja noch nicht mal mit seiner Familie getan. "Jetzt geht es ums Finale."

Um den Titel, den sie sich am Rio de la Plata - jedoch mit Blick auf die große Geschichte - alle vier Jahre immer wieder auf die Fahnen geschrieben haben, aber der seit 1986 auf sich warten lässt. Da passt es, dass man just am Mittwoch, dem Unabhängigkeitstag von Spanien, die erste Endspielteilnahme seit 1990 schaffte.

Nun ist die Tür aufgestoßen, was noch fehlt: "Wir müssen das perfekte Spiel abliefern", erklärte Sabella, dieser - jedoch nur auf den ersten Blick - so unscheinbare Mann, der auch mal von seinem Taktik-Plan abrückt, wenn dies die Mannschaft wünscht. Auch auf die Gefahr hin, dass man ihm dann, von außen, Führungsschwäche vorwirft, wie etwa die Medien in Buenos Aires zu Turnierbeginn. Sabella schert sich um solches nicht.

Sabella: "Ein Endspiel im Maracana zu spielen, macht mich stolz"

Für ihn selbst sei allein schon die Finalteilnahme "eine der größten Befriedigungen meines Lebens", gab der 59-Jährige Einblick in seinen Seelenleben. "Ein Endspiel im Maracana zu spielen, macht mich stolz", gab der Trainer zu, der so gerne im Stillen arbeitet, dies in seinem Job aber nicht kann, sich aber dennoch.

Und es macht ganz Argentinien stolz. Es könnte für dieses einstmals so reiche, prosperierende, seit Jahrzehnten aber im Fußball wie auch in Wirtschaft und Politik abgehängtem Land nichts Schöneres geben.

Dafür sorgen soll letztlich er: Messi. "Das wichtigste Spiel unseres Lebens" stehe da an, erklärte Argentiniens 10 auf ihrer Facebook-Seite. Die neuen Kommunikationswege tun ihm ja gut, da muss der maulfaule Kapitän nicht vor die Presse und kann seine Botschaften dennoch, und sogar ohne leidige Nachfragen, verbreiten. "Wir wollen gewinnen, und wir sind vorbereitet. Vamos Argentina."

Auf dass es so wird wie 1986 im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gegen Deutschland. "Es gebe eine Parallele", erklärt Trainer Sabella, und es blitzt in seinen Augen unter der großen Baseball-Mütze. Gemeint ist Messi, damals war es Diego Maradona, der ein sonst durchschnittlich spielendes Team zum zweiten Triumph und bis jetzt letzten WM-Titel führte. Das mit dem Durchschnitt sagte der Coach natürlich nicht, was er aber sagte: "Wir hoffen, dass es wieder so wird wie damals."

Das tut auch der statt Messi vorgeschickte Ersatzspieler Basanta. "Es ist ein Traum", das ganze Team fühle sich "wie mit einem Zauberstab berührt", so der Verteidiger, der im dritten Finale zwischen den beiden Fußball-Großmächte nach 1986 und 1990 aber vermutlich erneut Marcos Rojo den Vortritt lassen muss. Man wolle trotz aller Anspannung und Konzentration "den Moment genießen". Das Team sei "eine Familie geworden". Auch die daraus erwachsene Stärke gebe ihm Zuversicht für das Spiel der Spiele. Und: "Mit Gottes Hilfe ist alles möglich." Gemeint war nicht etwa Diego Maradona. Der hatte Argentinien zwar 1986 zum Titel geführt. Aber er war ja auch 1990 dabei gewesen - als Deutschland gegen Argentinien gewann und Weltmeister wurde.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 11.07., 13:25 Uhr
Deutschland gegen Messi - Eine Erfolgsgeschichte
Lionel Messi hat keine guten Erinnerungen an Deutschland. Der Zauberfußballer aus Argentinien zog bei den letzten WM-Turnieren stets den Kürzeren. Doch diesmal möchte der Weltfußballer den Spieß herumdrehen. Um seine Karriere zu krönen, fehlt ihm nur noch der WM-Titel. Doch die DFB-Elf weiß um die Stärken des Technikers. Die Niederländer haben bereits im Halbfinale gezeigt, wie man ihn in Ketten legt. Und Hansi Flick verspricht, dass man auch schon einen Plan habe.
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zum Thema

weitere Infos zu Basanta

Vorname:José Maria
Nachname:Basanta
Nation: Argentinien
Verein:CF Monterrey
Geboren am:03.04.1984

weitere Infos zu Messi

Vorname:Lionel
Nachname:Messi
Nation: Argentinien
Verein:FC Barcelona
Geboren am:24.06.1987

weitere Infos zu Sabella

Vorname:Alejandro
Nachname:Sabella
Nation: Argentinien

Vereinsdaten

Teamname:Argentinien
Gründungsdatum:01.01.1893
Anschrift:Asociación del Fútbol Argentino (AFA)
Viamonte 366/76
Buenos Aires 1053
Telefon: 00 54 - 11 - 43 72 79 00
Telefax: 00 54 - 11 - 43 75 44 10
Internet:http://www.afa.org.ar/

Vereinsdaten

Teamname:Deutschland
Gründungsdatum:01.01.1900
Anschrift:Deutscher Fußball-Bund (DFB)
Otto-Fleck-Schneise 6
Postfach 71 02 65
60492 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69 - 6 78 80
Telefax: 0 69 - 6 78 82 66
Internet:http://www.dfb.de/


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