Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?
07.07.2014, 00:27

Messi zieht die Fäden - Wie Wasser in der Wüste

Di Maria fehlt im Halbfinale

Es war der überzeugendste Auftritt der Albiceleste im bisherigen Turnierverlauf: Der knappe aber verdiente 1:0-Erfolg gegen lange Zeit enttäuschende Belgier bugsiert das Team von Trainer Alejandro Sabella erstmals seit 1990 wieder in ein WM-Halbfinale. Diesmal stand und fiel nicht alles mit Superstar Lionel Messi, viel mehr agierte Argentinien zum ersten Mal als geschlossene Einheit. Das macht dem zweimaligen Weltmeister Mut, auch wenn Angel di Marias Verletzung einen negativen Beigeschmack hat.

Auch bei Lionel Messi herrschte Erleichterung nach dem knappen Sieg gegen Belgien.
Auch bei Lionel Messi herrschte Erleichterung nach dem knappen Sieg gegen Belgien.
© Getty ImagesZoomansicht

Martin Demichelis, dem erst kaum jemand zugetraut hatte, überhaupt für das Weltturnier in den Kader nominiert zu werden, sprach aus, was wohl alle Himmelblauen dachten: "Endlich sind wir wieder im Halbfinale dabei. Das ist heute ein ganz emotionaler Moment." "Micho", wie ihn seine Teamkollegen nennen, hatte daran einen entscheidenden Anteil. Der Abwehrrecke von Manchester City vertrat den bisher wackligen Federico Fernandez in der Innenverteidigung und sorgte im Verbund mit Ezequiel Garay dafür, dass die Defensive deutlich stabiler stand. "Die ganze Mannschaft hat ein unglaubliches Spiel gemacht. Alle haben viel gekämpft. Wir haben sehr gut gestanden", bilanzierte Demichelis zufrieden.

Geschlossene Mannschaftsleistung

In der Tat wirkte Argentinien viel konzentrierter als bisher, agierte mannschaftlich geschlossener. Hat in den bisherigen Partien oftmals allein Lionel Messi den Unterschied gemacht, wirkte die Leistung diesmal homogen. Rund 60 Minuten hatte die Albiceleste mit dem 1:0 im Rücken das Spiel gegen biedere, ideenlose Belgier im Griff. Dann begann zwar etwas das Zittern, der spielerische Faden wurde verloren. Richtig hochkarätige Torchancen ließen Demichelis und Co. jedoch nicht zu.

"Es war ein exzellentes Spiel. Es war taktisch und strategisch ein erstklassiges Match", lobte Trainer Sabella die Leistung seines Teams. Selbstverständlich spielte das frühe Tor durch Gonzalo Higuain, dem sein erster Turniertreffer glückte, den Argentiniern in die Karten. Fortan konnten sie tiefer stehen, aus einer stabilen Defensive gefährlich kontern und hatten dadurch mehr Platz im Spiel nach vorne. "Wir sind sehr zufrieden. Ich freue mich für Higuain, dass er heute getroffen hat", so Sabella hernach.

Zentraler Schaltpunkt im Spiel der Himmelblauen war natürlich Lionel Messi, der mannschaftsdienlicher agierte, seine Mitspieler in Szene setzte und auffallend oft nach hinten mitarbeitete - und sich dabei sogar drei Fouls im Spiel gegen den Ball leistete, eine ungewohnte Quote für "La Pulga".

Sabella: "Jede Bewegung Messis ist Zeichen der Hoffnung"

Ausgelassene Freude nach 24 Jahren ohne Halbfinalteilnahme: Argentiniens Team im Freudenrausch.
Ausgelassene Freude nach 24 Jahren ohne Halbfinalteilnahme: Argentiniens Team im Freudenrausch.

Zwei Chancen hatte Messi trotzdem, einen Freistoß setzte er vor der Pause knapp drüber, in der Nachspielzeit vergab er im Eins-gegen-Eins mit Thibaut Courtois das 2:0. Gegen den Schlussmann von Atletico Madrid traf er bereits im achten Spiel in Folge nicht. Ansonsten dirigierte der Kapitän zumeist die Angriffe, statt sie abzuschließen. "Messi war großartig. Es sind nicht nur seine Tore. Er zieht Gegenspieler auf sich, schafft Räume für die Mitspieler, hält den Ball. Er gibt den anderen Sauerstoff", zählte Sabella die Vorzüge seines Superstars auf: "Jede Bewegung, die er macht, ist ein Zeichen der Hoffnung für uns. Er ist wie Wasser in der Wüste."

Pech hatte derweil der umtriebige Mittelfeldmotor Angel di Maria. Der 26-Jährige musste nach einer guten halben Stunde den Platz verlassen, nach einem Torschussversuch verspürte er Schmerzen im rechten Oberschenkel. Am Sonntag war nun klar, dass er sich eine Muskelverletzung zugezogen hat und das Halbfinale für ihn somit passé ist. "Er ist entscheidend für uns, ich hoffe dass es nicht so schwerwiegend ist", äußerte sich Sabella besorgt, der zumindest bei einem eventuellen Finaleinzug auf den dribbelstarken Flügelflitzer hoffen darf.

Weltmeisterschaft, 2014, Viertelfinale
Argentinien - Belgien 1:0
Argentinien - Belgien 1:0
Verbrüderung

Ein argentinisches Zebra verbrüdert sich mit einer Belgierin.
© Getty Images

vorheriges Bild nächstes Bild
 
Seite versenden
zum Thema

Vereinsdaten

Teamname:Argentinien
Gründungsdatum:01.01.1893
Anschrift:Asociación del Fútbol Argentino (AFA)
Viamonte 366/76
Buenos Aires 1053
Telefon: 00 54 - 11 - 43 72 79 00
Telefax: 00 54 - 11 - 43 75 44 10
Internet:http://www.afa.org.ar/