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01.07.2014, 03:29

Große defensive Lücken nach Hummels-Ausfall

Löw beschwichtigt - und fordert Steigerung

Souverän geht anders. Die deutsche Nationalmannschaft setzte sich letztlich dank der größeren individuellen Klasse in der Offensive denkbar knapp gegen Algerien durch. Defensiv allerdings agierte das DFB-Team nicht nur in der schwachen ersten Hälfte erschreckend unorganisiert. Ein Umstand, der zweifellos auch, aber nicht nur mit dem Fehlen des erkrankten Mats Hummels zu tun hatte.

Joachim Löw
Schien gerade in der ersten Hälfte zum Teil der Verzweiflung nahe: Joachim Löw.
© Getty ImagesZoomansicht

"Die Partie gegen die Franzosen muss besser werden. Heute war es ein Sieg des Willens. In der ersten Hälfte waren wir schlecht und hatten viele Ballverluste", war auch dem Bundestrainer nach der Partie im ZDF-Interview klar, dass ein ähnliches Abwehrverhalten im Viertelfinale gegen den einmaligen Weltmeister Frankreich am Freitag (18 Uhr/ MESZ) wohl nicht so lange ungestraft bleiben würde wie gegen Algerien, das seinen einzigen Treffer erst Sekunden vor dem Spielende und damit bereits in der Nachspielzeit der Verlängerung erzielte.

Ohne den an einem fiebrigen Infekt erkrankten Hummels und mit den zwei gelernten Innenverteidigern Shkodran Mustafi und Benedikt Höwedes auf den Außenverteidigerpositionen, die wenig zum konstruktiven Spielaufbau gegen einen abwartend agierenden Gegner beitragen konnten, war das deutsche Team bei langen Bällen enorm anfällig. Was allerdings auch daran lag, dass auch das Mittelfeld eine große Zahl der von Löw monierten Ballverluste verursachte. Durch diese "haben wir Algerien zu Kontern eingeladen und sind nicht hinter ihre Abwehr gekommen", kritisierte der 54-Jährige.

Hinter die deutsche Abwehr kamen stattdessen die Nordafrikaner mehrfach. Einzig der exzellent aufgelegte Neuer (kicker-Note: 1,5) war es, der mit riskanten, aber durchweg erfolgreichen Ausflügen weit vor dem Strafraum gute Gelegenheiten für Algerien schon vor dem eigentlichen Entstehen verhinderte.

Eine anfällige Defensive war allerdings vor allem in den ersten 45 Minuten beileibe nicht alles, was es zu bemängeln galt. Das Spiel nach vorne stockte gegen einen lauffreudigen und sich gleichzeitig diszipliniert verschiebenden Gegner gewaltig. Erst mit André Schürrle für den blass gebliebenen Mario Götze kam ein wenig mehr Dynamik und Schwung ins deutsche Spiel.

Ich habe meine Spielweise nicht verändert. Der nasse Platz hat es hergegeben.Manuel Neuer

Und so wies Löw hinterher erneut auf diese von ihm ausgemachte Stärke seiner Mannschaft hin: Die Flexibilität. "Man hat heute gesehen, dass wir Spieler einwechseln können, die frische Impulse bringen. Das hat mit Schürrle und Khedira geklappt. In dieser Phase haben sie der Mannschaft einen Schub gegeben und ihr geholfen", so Löw.

Während er in der ersten Hälfte - ähnlich wie schon in Hälfte zwei des Vorrundenspiels gegen Ghana (2:2) - am Spielfeldrand teilweise der Verzweiflung nahe schien und lautstarke Anweisungen erteilte, ordnete der Bundestrainer die wilde Achtelfinal-Partie letztlich nüchtern ein: "Eine WM ist kein Spaziergang. Solche Spiele muss es in einem Turnier auch geben, wo man sich durchkämpfen muss. Andere Teams tun sich ebenfalls schwer", sagte Löw; wohl wissend, dass gegen Frankreich eine Steigerung für ein Weiterkommen Pflicht ist.

Weltmeisterschaft, 2014, Achtelfinale
Deutschland - Algerien 2:1
Deutschland - Algerien 2:1
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Zu den kühlen Temperaturen in Porto Alegre gesellt sich auch Regen.
© Imago

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01.07.14
 
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weitere Infos zu Löw

Vorname:Joachim
Nachname:Löw
Nation: Deutschland
Verein:Deutschland

Vereinsdaten

Teamname:Deutschland
Gründungsdatum:01.01.1900
Anschrift:Deutscher Fußball-Bund (DFB)
Otto-Fleck-Schneise 6
Postfach 71 02 65
60492 Frankfurt am Main
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