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28.06.2014, 13:10

Uruguay: Coach tritt aus Strategiekomission der FIFA zurück

Streitfall Suarez: Tabarez forciert die Wagenburgmentalität

Ganz Uruguay wähnt sich im Unrecht oder zumindest viel zu hart bestraft: Nachdem Stürmerstar Luis Suarez wegen seiner Beißattacke vier Monate gesperrt wurde und sogar das Teamhotel verlassen musste, wetterte nun Trainer Oscar Washington Tabarez auf einer bemerkenswerten Pressekonferenz gegen die seiner Meinung nach drakonische Strafe. Die Vorbereitung auf das Achtelfinale gegen Kolumbien wird so von dem Vorfall überschattet - kann dem Team aber auch helfen, eine Wagenburgmentalität aufzubauen.

Hielt einen 15 minütigen Monolog und zog ohne Fragen zuzulassen von dannen: Oscar Washington Tabarez.
Hielt einen 15-minütigen Monolog und zog ohne Fragen zuzulassen von dannen: Oscar Washington Tabarez.
© Getty ImagesZoomansicht

Tabarez trat vor die Medienvertreter, es sollte eine kurze werden, ohne Fragen, bestehend nur aus einem 15-minütigen Monolog des "Maestro", wie Tabarez in Südamerika genannt wird. In seiner Pressekonferenz rückte das Spiel gegen den südamerikanischen Kontrahenten im Maracana (22 Uhr LIVE! auf kicker.de) einmal mehr komplett in den Hintergrund; Tabarez gab zu, die Suarez-Thematik hätte Uruguays "Kopf besetzt". Dann machte er sichtlich bewegt seinem Unmut Luft, in dem er heftig die FIFA und die internationalen Medien für ihren Umgang mit Suarez attackierte.

Bei dieser WM wird mit völlig unterschiedlichen Maßstäben gemessen.Oscar Washington Tabarez

Er akzeptiere die Notwendigkeit einer Strafe, der 67-Jährige sagte aber auch, dass das Urteil völlig übertrieben sei: "Wir hätten nie gedacht, dass es so eine schwere Strafe geben würde." Um ein "gutes Exempel zu statuieren, muss man nicht so überzogen reagieren", kritisierte er die FIFA. Für den Uruguayer steht nach dem Vergleich mit anderen Vergehen fest: "Bei dieser WM wird mit völlig unterschiedlichen Maßstäben gemessen."

Dem Disziplinarkomitee warf er vor, seine Macht "auf diskriminierende Weise missbraucht" zu haben. Es habe aus Suarez einen "Sündenbock" gemacht. "Dabei wird vergessen, dass es sich hier um einen Menschen handelt, der auch eine andere Seite und der auch Rechte hat."

WM-Tabellenrechner

Rücktritt aus der FIFA-Kommission

Als Konsequenz auf die seiner Meinung nach überzogene Sperre erklärte er, sein Amt in der Strategie-Kommission der FIFA aufzugeben. Er könne nicht mehr mit Leuten zusammenarbeiten, die andere Werte vertreten würden als er, sagte der "Maestro". Tabarez ließ nach seinen Ausführungen keine Fragen zu und beschuldigte die ausländischen Medien, den Fall aufgebauscht zu haben. "Die Journalisten behandelten die Sache, als wäre sie die einzige relevante gewesen", dabei verdächtigte er besonders die englischsprachigen Medienvertreter.

Auffällig, welche Wagenburgmentalität der Coach aufbaute. Das kleine Uruguay gegen den Rest der Welt, so die Essenz, die allgemein aktuell im Land herrscht - auch die gesammelte Presse sowie Staatspräsident Jorge Mujica blasen ins gleiche Horn. Das kann Chance aber auch Gefahr sein. Es beeinträchtigt die Konzentration auf das Spiel, wie Tabarez selbst zugab. Die Mannschaft rückt aber auch enger zusammen und vereint sich gegen die vermeintlich überbordernde Ungerechtigkeit, die Suarez und somit dem Team angetan wurde - schließlich fehlt der Starangreifer in der K.o.-Runde.


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Zum Abschluss seiner Rede richtete der Übungsleiter das Wort schließlich direkt an den bereits abgereisten Übeltäter: "Luis wird da durchgehen und daran wachsen. Wir werden ihn dabei nicht alleine lassen." Dann stand Tabarez auf und verließ den Saal. Die uruguayischen Journalisten applaudierten.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 27.06., 09:00 Uhr
Drakonische Strafe für Suarez
Wegen seiner Beißattacke gegen Giorgio Chiellini im Spiel gegen Italien wurde Uruguays Luis Suarez von der FIFA-Disziplinarkommission für neun offizielle Länderspiele gesperrt. Zudem darf Suarez vier Monate lang kein Fußballspiel bestreiten. Uruguays Skandalspieler ist bereits zurück in der Heimat. Rückendeckung bekommt er vom uruguayischen Verband: "Wir werden ihn unterstützen, wo wir nur können."
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5 Leserkommentare

demian13
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28.06.2014 | 21:58

Überzogenr geht es wohl nicht!

Es ist ja nicht die erste Gelegenheit die die Fifa wahrnimmt, um von ihren eigenen Problemen und denen [...]
WikingerHL
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28.06.2014 | 17:51

Strafe ja, diese ist ungerecht, undemokratisch und zeigt die Verlogenheit der FIFA

Klar gehört Suarez bestraft, das ist steht außer Frage! Aber 9 Pflichtländerspiele wären schon sehr [...]
Lamesoeder
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28.06.2014 | 17:50

Populismus pur

Vielleicht sollten ganzen Kritiker mal wieder ein bißchen auf den Boden der Tatsachen zurückkommen und [...]
davidemassimo.ceara
Beitrag melden
28.06.2014 | 15:57

Solche Fanatiker gehören auch gesperrt. Und zwar länger als der "Sportskamerad" Suarez.
Wer solc[...]
Allesistgut
Beitrag melden
28.06.2014 | 14:55

Kein Vorbild und keine Scham

Was Herr Suarez getan hat ist, da auch noch mehrfacher Wiederholungstäter in der selben Sache, schon [...]

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zum Thema

weitere Infos zu Tabarez

Vorname:Oscar
Nachname:Tabarez
Nation: Uruguay

Vereinsdaten

Teamname:Uruguay
Gründungsdatum:01.01.1900
Anschrift:Asociación Uruguaya de Fútbol
Guayabo 1531
11200 Montevideo
Telefon: 00598-2/400 7101/06
Telefax: 00598-2/409 0550
andrea.lanfranco@auf.org.uy
Internet:www.auf.org.uy


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