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26.06.2014, 23:21

Ghana: Wenig Licht und viel Schatten

Selbst Gyan sorgt für Negativschlagzeilen

Für die "Black Stars" hat es nicht gereicht. Nach einer insgesamt verdienten 1:2-Niederlage gegen Portugal muss Ghana vorzeitig die Heimreise antreten. Dabei fehlte den Afrikanern nach Deutschlands Führung im Parallelspiel gegen die USA zeitweise nur ein Treffer, um ins Achtelfinale vorzustoßen. Einzig Asamoah Gyan konnte sich zumindest etwas freuen: Mit sechs WM-Treffern ist er nun der afrikanische Rekordhalter. Allerdings gab auch er nach dem Spiel kein gutes Bild ab.

Trostloser Abgang: André Ayew (li.), Essien (Mi.) und Dauda (re.) müssen die Heimreise antreten.
Trostloser Abgang: André Ayew (li.), Essien (Mi.) und Dauda (re.) müssen die Heimreise antreten.
© Getty ImagesZoomansicht

Im Estado Nacional erwischte der bereits gegen die USA schwach spielende Innenverteidiger Boye einen gebrauchten Tag. Beim ersten portugiesischen Treffer bugsierte der 27-Jährige Miguel Valosos Linksflanke unglücklich ins eigene Tor (31.). Auch beim zweiten Tor der "Seleçao" half der bei Stade Rennes aktive Innenverteidiger kräftig mit, als Keeper Dauda die von ihm fabrizierte Bogenlampe genau vor die Füße von Cristiano Ronaldo abwehrte - "CR7" drosch das Leder humorlos ins Netz (80.). Dabei hätte die Partie auch einen ganz anderen Verlauf nehmen können, als Waris nach Gyans Ausgleich (57.) die große Chance zur Führung besaß: Nach der Maßflanke von Ghanas Kapitän köpfte der 22-Jährige Angreifer die Kugel aus Nahdistanz Zentimeter rechts am Kasten vorbei (61.).

Das Manko: Die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor

Wieder einmal verdeutlichte sich, dass die Black Stars vor dem gegnerischen Gehäuse zu viele Gelegenheiten benötigen, um Treffer zu erzielen. Bereits im Auftaktspiel gegen die USA gelang den Afrikanern trotz Chancen am laufenden Band nur ein Treffer. Somit reichte Ghana eine starke Leistung im Spiel gegen Deutschland, als man der DFB-Elf ein 2:2 abtrotzte, nicht aus, um zum dritten Mal in Folge die Gruppenphase einer WM zu überstehen. Bei der ersten WM-Teilnahme 2006 in Deutschland schaffte die Appiah-Elf auf Anhieb den Sprung ins Achtelfinale, vier Jahre darauf scheiterten die Black Stars unglücklich in der Runde der letzten Acht an Uruguay. Mit dem Vorrundenaus reihte sich Ghana nahtlos in die überwiegend erfolglosen Auftritte afrikanischer Mannschaften bei der WM ein.

Gyan droht Journalisten Prügel an - Appiah will weitermachen

Quo vadis? Die Zukunft von Ghanas Nationalcoach Jammes Kwesi Appiah ist unsicher.
Quo vadis? Die Zukunft von Ghanas Nationalcoach Jammes Kwesi Appiah ist unsicher.
© Getty Images

Undiszipliniertheiten im Team

Gesprächsstoff dürften zudem auch die außerhalb des Platzes ausgetragenen Unstimmigkeiten liefern. Vor allem mit den älteren Spielern um Boateng und Essien hatte Nationalcoach James Kwesi Appiah ein schwieriges Verhältnis. Vor der Partie gegen Portugal flogen schließlich sowohl Schalkes Boateng als auch Milan-Profi Muntari aus dem Kader der Nationalmannschaft. Der ghanaische Fußballverband teilte mit, Boateng habe Trainer Kwesi Appiah "vulgär beschimpft und keine Reue gezeigt", Muntari sei während einer Sitzung gegen Verbandsfunktionär Moses Armah "handgreiflich geworden". "Die Suspendierung war für den Moment. Wenn sie gut spielen, können sie wieder eingeladen werden", erklärte Appiah dann nach dem Spiel gegen Portugal. Zu allem Überfluss drohte der enttäuschte Gyan einem Journalisten nach der Partie gegen Portugal sogar noch Prügel an, nachdem dieser seinen Unmut darüber geäußert hatte, dass die Mannschaft nicht für Interviews zu Verfügung stehen würde.

Trainerverschleiß in Ghana: Wie geht's für Appiah weiter?

"Ich bin traurig, aber ich habe das Spiel trotzdem genossen. Wir haben wirklich viele junge Spieler reingebracht. In ein, zwei Jahren sind wir soweit", so der Nationalcoach. Inwieweit Appiah überhaupt noch weitermachen darf, steht in den Sternen: 13 (!) verschiedene Trainer versuchten seit 2002 vergeblich ihr Glück im westafrikanischen Land. Trotzdem bekräftige Appiah, sein bis 2016 datierten Vertrag erfüllen zu wollen:"Ich habe einen laufenden Vertrag. Ich möchte meine Arbeit fortsetzen."

Weltmeisterschaft, 2014, 3. Spieltag
Portugal - Ghana 2:1
Portugal - Ghana 2:1
Enttäuscht

Wirkte bereits vor dem Anpfiff nicht sonderlich glücklich über die schier aussichtslose Lage seiner Portugiesen: Cristiano Ronaldo.
© Getty Images

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