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25.06.2014, 10:11

Nach Beißattacke: Lugano beleidigt Chiellini

FIFA ermittelt: Suarez droht lange Sperre

Weil er Giorgio Chiellini in die Schulter biss, geht es Luis Suarez an den Kragen: Uruguays Stürmerstar droht mindestens das WM-Aus, die FIFA hat ein Disziplinarverfahren eröffnet. Trotz reichhaltiger Erfahrung spielt Suarez selbst seine Wiederholungstat herunter - sein Kapitän Diego Lugano beleidigt Opfer Chiellini sogar als "Klatschmaul und Heulsuse".

Luis Suarez
Tut auch beim dritten Mal noch weh: Suarez hält sich nach seiner Beißattacke gegen Chiellini die Zähne.
© Getty ImagesZoomansicht

Endlich geläutert, endlich ein Vorbild: Nach einer erstmals skandalfreien Saison mit dem FC Liverpool attestierten nicht wenige auf der britischen Insel Luis Suarez einen Reifeprozess. Sollte der Weltklasse-Stürmer, inzwischen sogar Ersatzkapitän bei den Reds und von Kollegen wie Journalisten zum besten Spieler der Premier League gewählt, seine unrühmliche Vergangenheit tatsächlich hinter sich gelassen haben?

Wie grundlegend falsch diese Annahme war, zeigte sich am Dienstag in Natal, als in Uruguays Vorrundenspiel gegen Italien wieder dieser "andere" Luis Suarez zum Vorschein kam. Jener Suarez, der schon 2010 bei Ajax Amsterdam und 2013 in Liverpool Gegenspieler biss; der sich bei der letzten WM für ein Last-Minute-Handspiel gegen Ghana wild feiern ließ; der Patrice Evra rassistisch beleidigte.

Internationale Pressestimmen

Nun rammte der 27-Jährige in der 79. Minute Verteidiger Giorgio Chiellini seine Zähne in die linke Schulter. Weil Schiedsrichter Marco Rodriguez die Aktion fernab des Ballgeschehens nicht wahrnahm, blieb der fällige Platzverweis aus - jedoch konnte die FIFA so nachträglich aktiv werden. Am Mittwochmorgen teilte sie mit, dass gegen Suarez ein Disziplinarverfahren eröffnet wurde.

Das passiert im Spiel und auf dem Platz.Luis Suarez

Bis zum heutigen Mittwochabend (22 Uhr MESZ) habe der Angreifer und der uruguayische Verband Zeit, "ihre Position und jegliche Beweisdokumente, die sie als relevant erachten, darzulegen". Die Zeit drängt, schon am Samstag steigt Uruguays Achtelfinale gegen Kolumbien. Als Wiederholungstäter droht Suarez eine lange Sperre, mindestens das WM-Aus. Für seinen Biss gegen Chelseas Branislav Ivanovic vor fast genau 14 Monaten war er für zehn Spiele aus dem Verkehr gezogen worden.

Seine Karriere in Bildern

Gelernt hat Suarez trotz reichhaltiger Erfahrung nicht. Dass er sich erneut als "Kannibale" outete, ist das eine. Seine Reaktion hinterher das andere. "Das passiert im Spiel und auf dem Platz", meinte er nach dem 1:0-Sieg gegenüber dem uruguayischen Fernsehsender "Canal 10" nur lapidar, nachdem er zunächst grinsend an der Reporterschar vorbeigelaufen war. "Wir sind Fußballspieler, wir wissen, was auf dem Platz passiert, man sollte dem keine Bedeutung beimessen." Chiellini habe ihn in der fraglichen Szene "hart mit seiner Schulter angegangen, dabei auch mein Auge getroffen", behauptete Suarez. Auf dem Rasen hatte er sich noch die schmerzenden Schneidezähne gehalten.

Das sind alte Narben, das merkt doch jeder Blödmann.Uruguays Kapitän Diego Lugano

Giorgio Chiellini
Sein Beweis überzeugte den Schiedsrichter nicht: Giorgio Chiellini präsentiert seine Bissspuren.
© picture alliance

Obwohl die TV-Sequenzen keinen Zweifel an Suarez' Tat lassen und der Gebissabdruck in Chiellinis Schulter eindeutig ist, formiert sich die Verteidigung bereits. "Die Bilder beweisen gar nichts", befand Abwehrmann und Kapitän Diego Lugano: "Das sind alte Narben, das merkt doch jeder Blödmann. Diese Wunde hatte Chiellini schon zuvor." Überhaupt sei der Italiener (der gegen Uruguay in der Tat zweimal theatralisch zu Boden gegangen war) "ein gewaltiges Klatschmaul, eine schlechte Person und eine Heulsuse" - und "auch nicht gerade ein Ruhmesblatt für den italienischen Fußball".

Ob der Rückfall von Natal auch Suarez' Zukunft in England beeinflusst, wird sich zeigen. Schon länger wird Real Madrid ein reges Interesse am Torschützenkönig der abgelaufenen Saison nachgesagt, und einen leichten Stand dürfte der ohnehin kritisch beäugte "Pistolero" auf der Insel künftig kaum haben. "Macht Beißer Suarez zum Geächteten", fordert die Boulevardzeitung "Daily Mail".

Dabei hätte jeder mit Suarez' schneidiger Tätlichkeit rechnen können. So wie ein Norweger, der am Dienstagabend 2000 Euro gewann. Er hatte gewettet, dass Suarez bei der WM jemanden beißen würde.

Video zum Thema
kicker.tv Analyse- 25.06., 08:31 Uhr
"Normale Bewegung" - Suarez verteidigt sich
Mit einem 1:0-Sieg hat sich Uruguay gegen Italien ins Achtelfinale gekämpft. Der Sieg wurde schnell zur Nebensache, die Schlagzeilen beherrschte wieder einmal Luis "Beißer" Suarez. Der Angreifer rammte Chiellini offenbar seine Zähne in die Schulter, durfte aber weiterspielen. Hinterher verteidigte er sich.
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weitere Infos zu Suarez

Vorname:Luis
Nachname:Suarez
Nation: Uruguay
Verein:FC Barcelona
Geboren am:24.01.1987

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Vorname:Giorgio
Nachname:Chiellini
Nation: Italien
Verein:Juventus Turin
Geboren am:14.08.1984

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Vorname:Diego
Nachname:Lugano
Nation: Uruguay
Verein:West Bromwich Albion
Geboren am:02.11.1980