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24.06.2014, 19:29

Vor dem Spiel gegen die USA

Müller: "Eine neue Zeit ist angebrochen!"

Die Ausgangslage ist gut, aber nicht exzellent. Vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen die USA hat sich die deutsche Mannschaft noch immer nicht für das Achtelfinale qualifiziert, will das aber am Donnerstag (18 Uhr, MESZ, LIVE! bei kicker.de) nachholen. Ein Punkt würde dem DFB-Team reichen, doch auf Spekulationen will man sich im deutschen Lager nicht einlassen. Derweil machte sich Thomas Müller so seine Gedanken über die Torjägerkrone.

Erfolgstrio: Joachim Löw, Hansi Flick und Oliver Bierhoff (v.li.).
Erfolgstrio: Joachim Löw, Hansi Flick und Oliver Bierhoff (v.li.).
© imagoZoomansicht

"Wenn man so etwas machst, dann fliegt man auf die Schnauze", sagte am Dienstag Team-Manager Oliver Bierhoff mit Blick auf die Tatsache, dass Deutschland als Gruppenzweiter einem Aufeinandertreffen mit Gastgeber Brasilien bis zum Finale aus dem Weg gehen würde: "Du triffst ohnehin irgendwann auf eine starke Mannschaft und musst sie schlagen, wenn du Weltmeister werden willst", so der 46-Jährige weiter. "Das muss der Anspruch sein!" Zunächst galt Bierhoffs Aufmerksamkeit aber den USA, die zwar nicht die individuelle Qualität haben, "um mit den großen Nationen mitzuhalten, das aber durch Athletik, Leidenschaft und Willen wieder ausgleichen."

Einen großen Verdienst daran trägt Jürgen Klinsmann, dessen Handschrift im US-Team durchschimmert und der sie "heiß machen" wird. Bierhoff betonte aber zugleich, dass es am Donnerstag gegen die USA geht und nicht gegen Klinsmann oder gar Berti Vogts, der die Nordamerikaner berät. Dennoch dürfte der Faktor Klinsmann am Ende eine gewichtige Rolle spielen, denn der 49 Jahre alte Fußballlehrer hat sich inzwischen von seinem Image als reiner Motivator gelöst, hat sich noch stärker zu einem Trainer gewandelt, wie Bierhoff feststellte.

Bierhoff selbst, der anmerkte, dass er bei der WM 1998 in Frankreich noch gemeinsam mit Klinsmann gegen die USA gespielt hatte (2:0-Sieg) - Bundestrainer war damals übrigens Vogts - lobte Klinsmanns Verdienste um die deutsche Nationalelf, hob hervor, dass dieser für Initialzündungen im deutschen Fußball verantwortlich sei und durch seine "unglaubliche Energie und ein spezielles Bauchgefühl für bestimmte Situationen" viele Dinge auf den Weg bringen kann. Das würde sich nun auch im US-Team bemerkbar machen, bei dem Klinsmann verdiente Spieler nicht mitnahm, "um bei den schwierigen Bedingungen in Brasilien mit jungen, frischen Spielern" aufzutrumpfen.

Den goldenen Schuh habe ich vor vier Jahren gewonnen, was nützt mir ein zweiter?Thomas Müller

Bei der deutschen Nationalelf ist aber laut Thomas Müller "eine neue Zeit angebrochen" und von Klinsmanns Einfluss sei nicht mehr viel übrig, "außer vielleicht die Fitnessabteilung". Alles andere wurde in den vergangenen Jahren unter Löw weiterentwickelt. "Er ist der Chef", so Müller kurz und bündig. Gegen die USA kündigte der 24-Jährige an, dass die deutsche Mannschaft "dominant auftreten, keine langen Bälle spielen und das Tempo nicht verschleppen möchte". "Wir haben unsere Art und Weise Fußball zu spielen, und an dieser wollen wir festhalten", betonte Müller, für den "ein Unentschieden keine Option ist".

Für Müller ist die Torjägerkrone nur Nebensache

Thomas Müller
Kicker aus Leidenschaft: Thomas Müller.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Torjägerkrone ist indes für Müller, der mit bisher drei erzielten Treffern aussichtsreich im Rennen liegt - nur Brasiliens Superstar Neymar hat schon vier Tore -, nur zweitrangig. "Den goldenen Schuh habe ich vor vier Jahren gewonnen, was nützt mir ein zweiter?", fragte Müller. "Es gibt einen anderen Titel, der mit noch fehlt und der viel mehr wert ist", so der Münchner: "Ich will Weltmeister werden!" Über seine Rolle im Löw'schen System macht er sich indes keine großen Gedanken: "Ich hatte noch nie eine feste Position", betonte Müller und ergänzte direkt: "Ich fühle mich nicht unwohl."

Gegen die USA forderte der Münchner, dessen Cut aus dem Ghana-Spiel eigenen Angaben zufolge "nicht so schlimm ist", "Seriosität" ein. Man dürfte sich "keine dummen Ballverluste im Spielaufbau erlauben, auch mal bei Bedarf ein Foul" begehen und "höllisch" aufpassen, denn "es kann schneller vorbei sein, als man denkt". Müllers kurzfristiges Ziel ist klar: "Gutes Spiel machen, weniger Gegentore bekommen und den Gruppensieg klarmachen!" Wenn es nach Bierhoff geht, dann wird dies auch durch "attraktiven und erfolgreichen" Fußball geschehen, durch den sich die deutsche Mannschaft "weltweit schon viele Sympathien" verdient hat und verwies dann auf die Zahl von zwei Millionen verkauften Trikots.

Am Ende wird man aber auch zufrieden sein, wenn es kein begeisterndes Spiel wird, sofern das Ergebnis stimmt. Bierhoff verwies auf die Vergangenheit und kramte die WM 1990 in Italien hervor, als der spätere Weltmeister Deutschland im Viertelfinale nur mit Mühe und Not gegen die Tschechoslowakei weiterkam (1:0). "Es gibt immer mal ein schlechtes Spiel", weiß Bierhoff, für den aber auch klar ist, dass "wir hohes Potenzial" haben. Müller lobte derweil die Einstellung der deutschen Mannschaft, die sowohl gegen Portugal als auch gegen Ghana "exzellent" war, um anschließend ein wenig zu philosophieren: "Wir sind auf einem guten Weg. Wo der Weg hinführt, das kann keiner sagen."

Am frühen Abend macht sich der DFB-Tross wie gewohnt auf den Weg zum Spielort, diesmal geht es aus Campo Bahia ins 1038 Kilometer entfernte Recife. 18.45 Uhr Ortszeit ist Abfahrt, um 22.10 Uhr wird die deutsche Nationalelf dann in Recife erwartet. Am Mittwoch steht dann schon die offizielle Pressekonferenz der FIFA an, an der Löw und Mesut Özil teilnehmen werden.

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kicker.tv Hintergrund- 23.06., 19:48 Uhr
"Mr. Zuverlässig" Lahm gegen USA erneut im Mittelfeld
Philipp Lahm zeigte in den beiden bisherigen Spielen bei der WM in Brasilien ungewohnte Schwächen. Prompt entbrannten Diskussionen über die Idealrolle des DFB-Kapitäns im Nationaldress. Die sportliche Führung sieht Lahm weiterhin im Mittelfeld, wo Lahm laut Co-Trainer Hans-Dieter Flick auch gegen die USA beginnen wird. Sollte der 30-Jährige aber erneut einen schwächeren Auftritt hinlegen, dürften die Spekulationen weiter gehen.
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