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21.06.2014, 10:30

Aus von 2010 könnte sich wiederholen

Von Bergen reist ab - Hitzfeld geht es "sehr schlecht"

Die Begegnung zwischen der Schweiz und dem Ländernachbarn Frankreich wurde im Vorfeld mit vielen Vorschusslorbeeren geschmückt. Beide Teams hatten ihre Auftaktspiele gewonnen, gelten ohnehin als gute Mannschaften, sodass ein enger Schlagabtausch erwartet werden konnte. Sogar Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hatte im Vorfeld angekündigt: "Es ist ein großes Derby für uns, ein Duell auf Augenhöhe." Nach der 2:5-Demontage musste der 65-Jährige eingestehen: "Mir geht es sehr schlecht."

Fassungslos: Ottmar Hitzfeld.
Fassungslos: Ottmar Hitzfeld.
© Getty ImagesZoomansicht

Olivier Giroud, Blaise Matuidi, Mathieu Valbuena, Karim Benzema und Moussa Sissoko - die fünf Namen der fünf Torschützen, die die Kicker und die Fans der Schweiz mindestens in der Nacht nach der Niederlage nicht mehr hören konnten. Die fünf offensivsten Akteure der Franzosen waren - natürlich mit Hilfe ihrer Hintermänner - der Grund dafür, dass die Nati komplett zerlegt wurde. Schwindlig gespielt würde auch passen, da die "Grande Nation" teilweise wie im Rausch agierte und die Eidgenossen wie Sparringspartner aussehen ließ.

Was Coach Hitzfeld jedoch vor allem zu schaffen machte, war die "Art und Weise, wie wir gespielt haben". Für den ehemaligen Übungsleiter der Münchner und Dortmunder lag vor allem im Doppelschlag zu Beginn der Hund begraben, als Giroud in der 17. Minute nach einer Ecke per Kopf vollendete und nur eine Minute später Matuidi frei vor Torhüter Diego Benaglio auftauchte. Gerade der "grobe Fehler" von Mittelfeldmann Valon Behrami vor dem 0:2 trieb Hitzfeld Sorgenfalten auf die Stirn, wie er gegenüber der ARD zugab: "Das darf nicht passieren." Der Spieler des SSC Neapel passte in dieser Aktion blind zurück und direkt in den Fuß des späteren Vorlagengebers Benzema. Auch für Kapitän Gökhan Inler waren die Ungenauigkeiten während der 90 Minuten ausschlaggebend: "Fünf Tore gegen Frankreich zu bekommen, das ist bitter. Wir müssen versuchen, weniger Fehler zu machen."

Wenig Zeit - Blick voraus

Hoffnung gab die klare Pleite den Eidgenossen aber auch - und zwar das Wissen um die weiterhin vorhandene Chance aufs Erreichen des Achtelfinales. Inlers Kommentar dazu: "Es ist noch nichts vorbei. Es ist nur ein Spiel. Es ist immer noch offen. Das letzte Spiel müssen wir gewinnen. Wichtig ist, in den nächsten Tagen über die Bücher zu gehen. Jeder muss seine Leistung kritisch hinterfragen. Und dann müssen wir positiv das Honduras-Spiel vorbereiten." Dieses findet am Mittwoch (22 Uhr MESZ, LIVE! bei kicker.de) in der Arena Amazonas in Manaus statt.

WM-Tabellenrechner

Doch um sich ordentlich auf das Endspiel gegen "Los Catrachos" vorzubereiten, gehört eben auch die genaue Analyse der 2:5-Demontage zum Vorbereitungsplan. "Wir haben kaum Zeit", machte auch Hitzfeld noch einmal klar, diese Partie schnellstmöglich aufarbeiten zu wollen. "Ich werde so schnell wie möglich eine Videoanalyse machen." Viel Positives wird der Trainer dabei zwar nicht finden, aber an dem bisschen Guten kann das Negative aufgearbeitet werden. In der Halbzeit und beim Stand von 0:3 sei es Thema gewesen, "positiv zu sein und sich als Team zu präsentieren". Dies gelang zwar erst richtig nach dem 0:5, aber immerhin, wie der 65-Jährige nochmals bekräftigte: "Wir haben am Ende gut reagiert und gerade die zwei späten Tore geben uns Hoffnung aufs Achtelfinale."

Turnierende für von Bergen

Ein Tritt beendete seine WM: Steve von Bergen.
Ein Tritt beendete seine WM: Steve von Bergen.
© Getty ImagesZoomansicht

Sicherlich auch ein Fakt, warum die Schweiz defensiv wie wild wirkte, war das frühe Ausscheiden von Abwehrchef Steve von Bergen. Noch beim Stand von 0:0 sprang Giroud mit gestrecktem Fuß in den Innenverteidiger, traf diesen mit dem Absatz im Gesicht (9. Minute). Die Folge: eine offene Wunde und die Auswechslung. Nach dem Spiel schrieb sich diese Negativschlagzeile gar noch fort: Zunächst mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung wurde von Bergen ins örtliche Krankenhaus eingeliefert. Hitzfeld plante jedenfalls schon einmal ohne seinen gesetzten Akteur: "Ich bin kein Arzt, aber es wird sehr knapp für Mittwoch."

Diese Einschätzung sollte sich als noch zu optimistisch herausstellen. Denn für van Bergen ist das Turnier beendet: Bei dem 31-Jährigen wurde ein Bruch des linken Augenhöhlenbodens festgestellt. Der Innenverteidiger wird "so schnell wie möglich in die Schweiz zurückreisen und sich dort einer spezialärztlichen Behandlung unterziehen", teilte der Schweizer Verband mit.

Demnach werden sich wohl wieder Johan Djourou, der an Benzema einen komplett unnötigen Elfmeter verursachte (32.), und Philippe Senderos, der beim 0:4 am Ball vorbeischlug (67.), gegen Honduras beweisen dürfen. Sollte die Schweiz sich am Ende nicht fürs Achtelfinale qualifizieren, wäre es ein Deja-vu für die Nati. Bereits bei der WM 2010 in Südafrika gewannen die Eidgenossen Spiel eins (1:0 gegen Spanien), ehe das Aus folgte - im dritten Gruppenspiel gegen die Honduraner. Kurios: Bei der WM 2006 schied die Schweiz ohne ein einziges Gegentor im Achtelfinale aus (0:3 i.E. gegen die Ukraine), 2010 kassierte die von Trainer Hitzfeld ohnehin meistens defensiv sichere Truppe nur eines. Dieses Mal erwischte es die Eidgenossen dagegen heftig...

Weltmeisterschaft, 2014, 2. Spieltag
Schweiz - Frankreich 2:5
Schweiz - Frankreich 2:5
Fokussiert

Frankreichs Trainer Didier Deschamps blickt auf Gegner Schweiz.
© Getty Images

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Vorname:Steve
Nachname:von Bergen
Nation: Schweiz
Verein:Young Boys Bern
Geboren am:10.06.1983

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Nachname:Senderos
Nation: Schweiz
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Geboren am:14.02.1985

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