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11.06.2014, 22:51

Brasilien: "Das ist unser World-Cup"

Scolari und Neymar spielen Doppelpass

Es war der Moment, als die Pressekonferenz der beiden wichtigsten und populärsten Brasilianer in diesen Tagen mit Showelementen angereichert wurde. Ein Reporter richtete eine Bitte an das Duo, das auf dem Podium in der WM-Arena in Sao Paulo saß. Sie möchten sich doch gegenseitig eine Frage stellen. Neymar, der Superstar der Selecao, dem Coach Luiz Felipe Scolari - und danach umgekehrt. Der Ballkünstler Neymar nahm den Ball so elegant auf, wie er es auf dem Platz zu tun pflegt.


Von der Weltmeisterschaft in Brasilien berichtet Hans-Günter Klemm

Neymar
"Du spielst, Du kannst heute Nacht ruhig schlafen": Neymar bekam seine Einsatzgarantie.
© Getty ImagesZoomansicht

Die verbale Vorlage verwandelte er geschickt. Volltreffer Neymar, wie ein Schuss in den Winkel. "Professor", fragte er den neben ihm sitzenden Trainer, der zu schmunzeln begann, "spiele ich morgen überhaupt? Wenn ich es weiß, dann kann ich ganz entspannt sein." Gelächter im Saal, Gelächter bei Scolari, der das Spielchen für die Presse und die Weltöffentlichkeit im Fußball mitmachte. Darüber müsse er erst mal in Ruhe nachdenken, meinte der 65-Jährige und meinte dies natürlich nicht ernst. Um dann statt einer geforderten Frage an seinen Kicker ein Statement abzugeben: "Du spielst, Du kannst heute Nacht ruhig schlafen."

Eine Episode, die zeigt, wie entspannt und locker es bei der brasilianischen Nationalelf einen Tag vor dem Eröffnungsspiel gegen Kroatien zugeht. Von Anspannung keine Spur, weder bei Scolari, dem Weltmeister-Trainer von 2002 und somit alten Hasen, noch bei Neymar, im Vergleich dazu ein Jungspund und vor allem ein Debütant bei einem Weltturnier.

Mit zehn Minuten Verspätung begann der erste offizielle Auftritt des prominenten Doppels aus dem Starensembles beim Gastgeber. Mit einem lachenden Gesicht betrat "Felipiao" die Bühne. "Die Zeit ist nun gekommen", formulierte der Erfolgstrainer zunächst etwas pathetische Worte. "Wir werden den Weg gemeinsam gehen. Das ist unser World-Cup." Auch Neymar vermittelte den Eindruck, als könne er den Startschuss nicht mehr erwarten. Er sei extrem glücklich, hier zu sein, so der 22-Jährige, der von den vielen Botschaften und Grußadressen jeglicher Form berichtete, die ihn und das Team in den letzten Tagen erreicht hätten. Dafür bedankte sich der Profi wie auch Scolari, der namentlich die Staatspräsidentin Dilma Rousseff erwähnte, die dem Team alles Gute gewünscht habe.

WM-Tabellenrechner

Beim Frage- und Antwortspiel konzentrierte sich vieles auf Neymar, der sich geschickt aus der Affäre zog, als seine Rolle als potenzieller Protagonist der WM zur Sprache kam. Ja, so gestand er, er sei vorbereitet darauf, "meinen Kollegen zu helfen, damit wir unseren Traum erfüllen können. In einer Fußballmannschaft steht niemand allein auf dem Platz." Und als die x-te Nachfrage erfolgte, ob er sich vorstellen könne, der absolute Star des Turniers zu werden, entgegnete der kluge Nationalspieler: "Es gibt darauf eine einfache Antwort. Ich will nicht der beste Spieler und auch nicht der Torjäger werden. Ich will, dass Brasilien die Weltmeisterschaft gewinnt."

Bei diesem Vorhaben könnten die Fans wesentlich mithelfen, so Neymar, der einen Appell an die Unterstützer der Selecao richtete, die bei den Spielen zum "zwölften Mann" werden sollen: "Wenn alle Fans hundertprozentig auf unserer Seite sind, wird es schwer sein, die brasilianische Mannschaft zu schlagen."

Bei dem knapp halbstündigen Interview-Termin zog Scolari noch einen Vergleich zur WM-Siegerelf von Japan und Korea. Beide Teams, so der erfahrene Trainer, ähneln sich schon sehr. Die heutige Mannschaft sei auch eine Gruppe, die wie die Siegertypen von 2002 hart zu arbeiten vermag und über große Persönlichkeiten verfüge. Einen Unterschied erkenne er nur bei sich persönlich. Damals habe er vor dem Auftakt gegen die Türkei schlecht geschlafen: "Ich kann versichern, heute schlafe ich ruhiger."

Möglicherweise ist ihm eine bessere Schlafruhe gegönnt, weil er Könner wie Jahrhundert-Begabung Neymar im Team weiß. Neymar, der Träger der legendären Nummer 10. Einer der kundigen Reporter berichtete, dass lange kein Spieler mit dieser Rückennummer mehr bei einem Weltcup getroffen habe. Die Frage an Neymar lautete, ob er diese Serie beenden könne. Es sei ihm eine Ehre, diese Nummer zu tragen, meinte der Spieler des FC Barcelona und kündigte an, dass er das erste Trikot bei dieser WM für seine Mutter reserviert habe. Die Show auf der Bühne ging weiter. Scolari ergriff das Wort und richtete diese Aufforderung an seinen Weltklassespieler: "Meine Nummer 10, du musst morgen ein Tor machen."

Der letzte Doppelpass der beiden.

Ende der Vorstellung in der Arena in Itaquera, wo es morgen die Fortsetzung der Show auf dem Platz geben soll.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 11.06., 10:07 Uhr
Der Hoffnungsträger - Brasilien schaut auf Neymar
"Mein persönliches Ziel ist es, diese Weltmeisterschaft zu gewinnen" sagt Neymar, das brasilianische Wunderkind. Seit Jahren gilt der 22-Jährige als Nachfolger der großen brasilianischen Fußball-Legenden, die der Selecao den WM-Titel bescherten. Beim Heimspiel 2014 soll sich das Fliegengewicht in die Galerie der Größten einreihen und die Trophäe zum sechsten Mal zum Zuckerhut holen.
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11.06.14
 

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