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11.06.2014, 22:10

England: Der Rasen sorgt für Zündstoff

Rooney zwischen Vorfreude und Kritik

Die WM-Gruppe D, mitunter auch als "Todesgruppe" bekannt, startet am Samstagabend (21 Uhr MESZ, LIVE! bei kicker.de) mit der Paarung zwischen Uruguay und Costa Rica. Doch der Schatten der zweiten Paarung zwischen England und Italien (0 Uhr) ragt gewaltig über den Rest hinaus. Vor allem auch deswegen, weil die Beteiligten mit zahlreichen Äußerungen das Feuer schüren. Die neuesten Infos kamen am Mittwoch aus dem englischen Lager ...

Wayne Rooney
Freut sich auf Italien, sieht sein Team als stärker an und will sein erstes Tor bei einer WM: Wayne Rooney.
© Getty ImagesZoomansicht

Puren Optimismus versprüht im Vorfeld des Spitzenspiels Englands Sturmhoffnung Wayne Rooney. Der Angreifer von Manchester United sieht sein Team als "die beste Nationalmannschaft" an, in der er bis dato jemals gespielt hat. Gerade die Mischung aus Erfahrung und Jugend empfindet der 28-Jährige als wichtigen Fakt, um im Turnier weit kommen zu können.

Doch erst einmal richtet Rooney den Blick auf den ersten Gegner Italien - verständlich, zumal die Engländer bei den letzten Turnieren eher bescheiden abgeschnitten hatten: EM-Viertelfinal-Aus 2012 gegen Italien (2:4 i.E.), WM-Achtelfinal-Aus 2010 gegen Deutschland (1:4), keine Teilnahme bei der EM 2008 in Österreich/Schweiz und WM-Viertelfinal-Aus 2006 gegen Portugal (1:3 i.E.). Nach den eigenen Ansprüchen des WM-Siegers von 1966 eindeutig viel zu wenig. Doch nun soll alles anders werden - Rooney sieht sein Team im Duell gegen die "Squadra Azzurra" gar leicht im Vorteil: "Wir haben eine junge Mannschaft, Italien ist mehr oder weniger das gleiche Team."

Auf die Frage, ob denn eine Sonderbewachung von Italiens Taktgeber Andrea Pirlo angedacht ist, entgegnete der Angreifer: "Er ist ein fantastischer Spieler, aber wir haben auch großartige Spieler. Sie sollten sich mehr um unser Team sorgen." Sicherlich sieht sich Rooney auch selbst als einer der Größen im Team von Nationaltrainer Roy Hodgson, zumal er sich derzeit "100 Prozent fit" fühlt. Von der Leistenzerrung, die sich der bullige Angreifer am Ende der Saison mit ManUnited zugezogen hat, ist nichts mehr zu merken: "Ich fühle mich großartig, ich bin bereit für das Turnier."

Einen Makel gibt es sowieso noch auszumerzen: Bislang hat Rooney noch kein Tor bei einer WM geschossen. Als wichtig empfindet dies der Stürmer allerdings nicht: "Um ehrlich zu sein, es geht nicht darum, ob ich ein Tor schieße - es geht darum, dass wir als Team erfolgreich sind."

Ein Rasen sträubt sich

Stattfinden wird das Topspiel zwischen England und Italien übrigens am Sonntag (0 Uhr, LIVE! bei kicker.de). Der Ort: die Arena da Amazonia in der Stadt Manaus. Begeistert zeigen sich davon beide Teams bislang nicht. Der Grund: der Rasen sorgt für Wirbel. Aktuelle Fotos zeigen einen extrem trockenen Untergrund, der zudem sandige Stellen offenbart. Der italienische Verbandspräsident Demetrio Albertini äußerte sich darüber: "Im Moment wissen wir nur, dass der Rasen verbrannt ist." Deswegen werden beide Länder Delegationen entsenden, die sich vor Ort und vorab des Spiels nochmals einen Überblick verschaffen sollen. "Wir wollen selbst sehen, wie die Situation ist", ergänzte Albertini.

Die Arena da Amazonia in Manaus
Sattes Grün geht anders: Ein aktuelles Bild zeigt einen sandigen Untergrund in Manaus, dem ersten Spielort der Engländer und Italiener.
© Getty ImagesZoomansicht

Ronney hingegen nimmt's bislang sportlich fair, holt sowohl die "Three Lions" als auch die "Squadra Azzurra" ins Boot: "Wir müssen damit beide klar kommen."

Tabletten werden geschluckt

Vor der Abreise des Kaders nach Manaus müssen die englischen Kicker außerdem noch Tabletten gegen die tropische Fieberkrankheit Malaria nehmen - ärztliche Anordnung. Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen oder Übelkeit können hier natürlich nicht ausbleiben. Hodgson gefällt dies grundsätzlich nicht, doch ändern kann der englische Nationalcoach dies nicht: "Ich muss mich an die medizinische Meinung halten. Wenn die Ärzte mir sagen, dass die Spieler Malaria-Tabletten nehmen müssen, wenn wir nach Manaus gehen, egal ob es Nebeneffekte hat oder nicht, was soll ich machen? Ich kann mich nicht umdrehen und sagen: Wir nehmen keine." Das notwendige Übel ist laut Hodgson deswegen ohne großes Murren auszuhalten: "Am Ende ist es besser, Magenkrämpfe zu haben oder was immer ein Spieler in einem von zehn Fällen bekommt, als an Malaria zu erkranken." Beim Gegner Italien können die Spieler hingegen frei entscheiden, eine Tablette einzuwerfen oder sie zu verweigern.

Kritik lässt Rooney kalt

Noch einmal zurück zu Rooney: Englische Medien wie der "Mirror" sehen den Angreifer nicht mehr als gesetzt an, stellen offen Fragen, ob es nicht auf jeder Position im Angriff einen besseren Akteur gibt. Der Betroffene konterte etwaige öffentliche Meinungen humorlos: "Mir ist egal, was irgendwelche Leute sagen. Ich konzentriere mich auf die Weltmeisterschaft. Ich bin bereit und schere mich nicht um andere Leute." Unterstützung nach den Kritiken unter anderem auch vom ehemaligen Teamkollegen Paul Scholes bekam Rooney von Sir Bobby Charlton ("Wayne muss spielen, er hat das gewisse Etwas") und David Beckham: "Wenn der Gegner nur seinen Namen auf dem Aufstellungsbogen sieht, hat er schon Angst."

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weitere Infos zu Rooney

Vorname:Wayne
Nachname:Rooney
Nation: England
Verein:Manchester United
Geboren am:24.10.1985

weitere Infos zu Hodgson

Vorname:Roy
Nachname:Hodgson
Nation: England