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09.12.2013, 17:52

DFB-Chefscout über Deutschlands WM-Gegner

Siegenthaler: "Für mich ist Ronaldo Weltfußballer 2013"

Was sagt der Chefscout der deutschen Nationalmannschaft zur WM-Auslosung? Urs Siegenthaler (66), seit 2005 im Amt, hält Portugal für zu alt, sieht eine gewisse Stagnation in Ghana und eine langsame Entwicklung in den USA. Eine klare Meinung hat der Schweizer zu Cristiano Ronaldo. Siegenthaler findet, der Real-Madrid-Star wird falsch eingeschätzt.

Urs Siegenthaler
USA, Portugal, Ghana? DFB-Chefscout Urs Siegenthaler wollte andere Teams lieber vermeiden.
© imagoZoomansicht

Siegenthaler spricht auf der DFB-Website über...

... Deutschlands Gruppengegner USA: "Der US-amerikanische Fußball überlebt auf Grund des Interesses der mexikanischen Einwanderer. Die Länderspiele im Gold-Cup gegen Honduras oder Mexiko sind ausverkauft, ansonsten ist auch das mediale Interesse nach wie vor eher gering. Andere Sportarten stehen stärker im Fokus. Das wird Jürgen Klinsmann auch mittelbar, sagen wir binnen der nächsten zehn Jahre, nicht maßgeblich verändern können. Aber auch wenn der Fußball in den USA keine sehr großen Schritte nach vorne macht, geht die Entwicklung schon in die richtige Richtung. Nur eben eher langsam."

... Deutschlands Gruppengegner Ghana: "Ich war dieses Jahr beim Afrika-Cup. Dieser Fußball, den sie früher gezeigt haben, so 'Auf die Plätze, fertig, los' und dann geht's richtig zur Sache, den habe ich beim Afrika-Cup kaum noch gesehen. Die Teams verteidigen heute sehr europäisch, gut organisiert und diszipliniert, das Resultat ist wichtiger geworden. Nigerias Entwicklung gefällt mir, und Volker Finke hat bei Kamerun etwas bewegt, die zeigen jetzt mehr Einsatz. Aber sonst? Der Rest stagniert ein wenig."

Eigentlich wollte diese Mannschaft doch 2008 Europameister werden.Urs Siegenthaler über Portugal

... Deutschlands Gruppengegner Portugal: "Vor der Auslosung hatte ich ein paar Teams auf der Liste, die ich lieber vermeiden wollte. Kolumbien gehörte dazu, auch Uruguay, Belgien und Japan. Portugal dagegen lebt von einer Generation, die in der Vergangenheit für Furore gesorgt hat. Bruno Alves wird 32, Ricardo Costa 33, Pepe 31 Jahre alt sein. Eigentlich wollte diese Mannschaft doch 2008 Europameister werden. In Brasilien wird nun genau diese Generation wieder antreten. Im Moment jedenfalls wachsen in Portugal kaum Talente nach."

... Cristiano Ronaldo, der für ihn der Weltfußballer 2013 ist: "Ja, und das sage ich eindeutig, ohne dass ich etwa Franck Riberys Leistung schmälern will. Seit fast einem Jahrzehnt beweist Ronaldo seine überragende Klasse. Zuletzt schießt er vier Tore gegen Schweden in den WM-Play-offs. Ich finde, er wird falsch eingeschätzt. Jeder seiner aktuellen oder ehemaligen Mitspieler berichtet so viel Positives über ihn. Cristiano Ronaldo gilt als ungeheuer fleißig, konsequent, pünktlich. Er ist sehr geordnet in seinem gesamten Auftreten. Für mich ist er jedenfalls nicht dieser Showman, wie er in der Öffentlichkeit gesehen wird. Ich bin überzeugt: Wenn einer so gute Laufwege kennt und technisch auf höchstem Niveau Fußball spielt, dann erklärt sich das nicht nur über das Talent. Üben, üben, üben macht den Weltklassespieler."

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Weltmeisterschaft - Tabelle

Pl. VereinTorePkte.
1 Deutschland4:03
 
2 USA2:13
 
3 Ghana1:20
 
4 Portugal0:40