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06.12.2013, 20:39

Deutschlands Gruppengegner Ghana

Boateng: "Bruder, es ist wieder so weit!"

Am 21. Juni (21 Uhr) trifft die deutsche Nationalmannschaft in Fortaleza auf Ghana - kein leichter Gegner und ein Spiel mit fast familiärer Tradition. Die "Black Stars" sind zum dritten Mal nacheinander bei einer WM-Endrunde dabei - 2006 und 2010 überstanden die Westafrikaner dabei jeweils die Vorrunde. Das werden die Ghanaer wiederholen wollen und können dabei auf zwei echte Stars bauen: Kevin-Prince Boateng (FC Schalke), Michael Essien (FC Chelsea) und Kwadwo Asamoah (Juventus Turin) stehen für Qualität.

Kevin-Prince Boateng
Freut sich auf Duell gegen Deutschland: Kevin-Prince Boateng.
© picture allianceZoomansicht

Dass Spiele gegen Ghana kein Zuckerschlecken sind, merkten schon vor acht Jahren bei der WM in Deutschland Tschechien und die USA, die damals in der Gruppenphase hinter Italien und eben Ghana auf der Strecke blieben. Für die Westafrikaner war im Achtelfinale gegen Brasilien allerdings Endstation. Dass der starke Auftritt der Westafrikaner in Deutschland keine Eintagsfliege war, zeigte die WM in Südafrika. Dort unterlagen die "Black Stars" in der Vorrunde der DFB-Elf in Johannesburg zwar denkbar knapp mit 0:1, ließen dann aber Serbien und Australien hinter sich. Im Achtelfinale bezwangen sie schließlich die USA und wurden erst in der Runde der letzen Acht in einem extrem spannenden Spiel von Uruguay im Elfmeterschießen gestoppt. Ghana verpasste es damals, als erste afrikanische Mannschaft überhaupt in ein WM-Halbfinale einzuziehen.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Die Ghanaer halten weiter an ihrem Traum fest, auch wenn es nach den Gala-Auftritten in Südafrika holpriger wurde. So wurde der Afrika-Cup 2013 nach unerwarteten Niederlagen gegen Burkina Faso (2:3 i.E.) und Mali (1:3) auf einem den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werdenden vierten Platz beendet. Dennoch setzte der Verband auf Kontinuität und hielt an Nationaltrainer James Kwesi Appiah fest, der sich für das in ihn gesetzte Vertrauen bedankte und die "Black Stars" nach Brasilien führte. In den Play-offs wurde Ägypten dabei förmlich überrollt (6:1 und 1:2). "Ich glaube, wir sind noch stärker als 2010. Wir können für eine große Überraschung sorgen", meint jedenfalls Boateng.

Ohnehin ist ein Wunsch des 26 Jahre alten Schalkers, der im Sommer nach zweieinhalb Jahren Abstinenz wieder ins Nationalteam zurückgekehrt ist und sich explizit die DFB-Elf als Gegner gewünscht hatte, Realität geworden. Es könnte also wie schon 2010 zum Bruderduell zwischen Kevin-Prince und seinem jüngeren Halbbruder Jerome kommen. Der Schalker freute sich schon darauf: "Bruder, es ist wieder so weit. So schön ist das Leben!", twitterte der ältere Boateng-Bruder. Es ist auch die Chance zur Revanche für die 0:1-Niederlage 2010 - bereits damals standen sich beide Gegenüber. Jerome verweist jedoch darauf, dass er "bei den wichtigen Spielen" vorne liegt.

Wir können für eine große Überraschung sorgen.Kevin-Prince Boateng

Neben Kevin-Prince Boateng kehrte mit Michael Essien nach längerer Auszeit eine weiterer Topstar zuletzt in die Nationalmannschaft zurück - und auch die beiden Brüder Jordan und André Ayew (beide bei Olympique Marseille aktiv) kehrten zurück. All die großen Namen entfachten aber auch eine vielleicht zu hohe Erwartungshaltung. "Wir wollen die erste afrikanische Mannschaft sein, die die WM gewinnt. Dazu haben wir das Potenzial. Ich bin sehr optimistisch", tönte Verbandspräsident Kwesi Nyantakyi.

Michael Essien (Mi.)
Im Mittelfeld zieht er immer noch die Strippen: Michael Essien (Mi.).
© picture alliance

Boateng lässt sich davon aber nicht verunsichern: "Enthusiasmus ist immer bei Ghana dabei. Man spricht schnell davon, alles gewinnen zu wollen", so der gebürtige Berliner, in dessen Brust zwei Herzen schlagen: "Ich hoffe, dass die DFB-Elf und wir die K.o.-Runde erreichen." Das ist kein unrealistisches Szenario, das den technisch beschlagenen Westafrikanern durchaus zuzutrauen ist, zumal sie mit den klimatischen Bedingungen in Brasilien weniger Probleme haben dürften. Chancen auf ein WM-Ticket kann sich auch der bei der SpVgg Greuther Fürth spielende Abdul Rahman Baba (19) ausrechnen.

06.12.13
 

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