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19.11.2013, 19:00

Afrika: Ghana, Kamerun, Nigeria und Elfenbeinküste bei WM

Ghana unbeirrt zur WM nach Brasilien

Ghana ließ sich auch von den Umständen rund um das Rückspiel in Kairo nicht beirren und buchte trotz der 1:2-Niederlage gegen Ägypten die Reise zur WM 2014 in Brasilien. Am Sonntag feierte bereits Volker Finke, der langjährige Coach des SC Freiburg qualifizierte sich mit Kamerun für die WM! Tunesien war im Play-off-Rückspiel chancenlos. Am Samstag lösten bereits Nigeria und die Elfenbeinküste ihr Ticket.

Kwadwo Asamoah und Mohamed Abdel Shafi
Ghanas Asamoah (li.) ließ sich von Ägyptens Abdel Shafi nicht mehr vom Weg nach Brasilien abbringen.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Schlagzeilen im Vorfeld der Partie zwischen Ägypten und Ghana schrieb nicht der Sport, sondern die Politik. Die Ghanaer meldeten Sicherheitsbedenken an, denn die unruhige Metropole Kairo ist das Epizentrum der politischen Umwälzungen in Ägypten, erst letzte Woche wurde der Ausnahmezustand durch die Übergangsregierung aufgehoben. Besonders pikant, dass sich exakt am Spieltag die Straßenschlachten an der Mohammed Mahmoud-Straße im Jahr 2011 jährten. So kam es auch am Dienstagnachmittag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Die FIFA lehnte eine Verlegung der Partie aber ab, letztendlich konnten die ägyptischen Sicherheitskräfte die Zweifel der ghanaischen Delegation ausräumen.

So ging die Partie im kleinen Militärstadion 30. Juni vor nur rund 10.000 Zuschauern - die restlichen Plätze waren für die Sicherheitskräfte reserviert - über die Bühne. Bei Ghana fehlte Schalkes Kevin-Prince Boateng in der Startelf, Nationalcoach Kwesi Appiah vertraute im Mittelfeld aus Essien und Muntari. Bei Ägypten feierte Zaki sein Comeback, sein Nebenmann Aboutreika absolvierte sein voraussichtlich letztes Länderspiel. Auch Bob Bradley dürfte seine Abschiedsvorstellung gegeben haben, der Vertrag des US-amerikanischen Nationalcoachs der Pharaonen endet mit den Play-offs und wird nach dem Scheitern nicht mehr verlängert werden.

Der Partie fehlte die Spannung, auch wenn Ägypten sichtlich bemüht und die aktivere Mannschaft war. Ghana konnte aber auf dem komfortablen Vorsprung aufbauen, überließ den Ägyptern das Mittelfeld und wartete aus einer sicheren Deckung heraus auf Konter. Im ersten Durchgang fanden die Nordafrikaner nur einmal die Lücke, Zaki traf in der 25. Minute. Auch im zweiten Abschnitt änderte sich nur wenig. Ägypten drängte, doch die Westafrikaner hatten das Match unter Kontrolle. In der Schlussphase durfte dann auf beiden nochmals gejubelt werden. Zunächst erhöhte Gedo (84.) auf 2:0 für Ägypten, der eingewechselte Boateng besorgte eine Minute vor dem Abpfiff das Anschlusstor für die "Black Stars".

Finke feiert mit Kamerun: Webo wird vom Unglücksraben zum Helden

Volker Finke
Erstmals bei einer WM dabei: Kameruns Nationaltrainer Volker Finke.
© picture allianceZoomansicht

2010 in Südafrika schied Kamerun noch ohne Punkt aus. Inzwischen hat Volker Finke den einst zerstrittenen Haufen übernommen - und ihn prompt zur WM nach Brasilien geführt: Am Sonntag fuhren die "unzähmbaren Löwen" um Superstar Eto'o im Play-off-Rückspiel in Jaunde ein umjubeltes 4:1 ein, das nach dem 0:0 im Hinspiel genug war.

Für die Tunesier, bei denen die Berliner Allagui und Ben-Hatira zunächst auf der Bank saßen, nahm das Unheil schon in Minute vier seinen Lauf: Stuttgarts Innenverteidiger Haggui patzte, Webo, der im Hinspiel noch eine riesige Tormöglichkeit ausgelassen hatte, nutzte es eiskalt. Auch beim 2:0 durch Moukandjo machten Haggui & Co. keine gute Figur. Der Offensivmann aus Nancy tanzte durch die Abwehrreihe und markierte sein erstes Länderspieltor - die Gelbe Karte fürs Trikotausziehen nahm er gelassen hin (30.).

Nach der Pause machte Akaichis Anschlusstor nach langem Ball den Gästen zunächst neue Hoffnung (51.), Makoun köpfte aber nur eine Viertelstunde das 3:1 für Kamerun und stellte kurz vor Schluss den Endstand her (86.). Finke, der in Durchgang zwei den Mainzer Choupo-Moting einwechselte, Zoua (HSV) und Matip (Schalke) aber auf der Bank ließ, darf erstmals an einer WM teilnehmen. "Jeden Tag, den ich arbeite", sagte er kürzlich, "fühle ich mich als Kameruner."

Der Elfenbeinküste reicht ein 1:1

Die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste hat sich als zweites afrikanisches Team nach Nigeria für die Weltmeisterschaft 2014 qualifiziert. Den Ivorern reichte am Samstag im Rückspiel gegen Senegal in Casablanca ein 1:1, um sich nach dem 3:1-Erfolg in der ersten Begegnung das Ticket für Brasilien zu sichern. Insgesamt ist es für das Land der dritte WM-Start nach 2006 und 2010.

Salomon Kalou sicherte den Ivorern mit seinem Treffer in der dritten Minute der Nachspielzeit das Remis, nachdem Moussa Sow (77.) Senegal per Elfmeter in Führung gebracht hatte. Die Partie wurde in Marokko ausgetragen, weil Senegal nach Fan-Ausschreitungen in der Afrika-Cup-Qualifikation vor einem Jahr gegen die Elfenbeinküste mit einer Platzsperre belegt worden war.

Nigeria als erstes Afrika-Team dabei

Die Nationalelf von Nigeria hat als erstes afrikanisches Team das Ticket für die Weltmeisterschaft gelöst. Der amtierende Afrikameister gewann das Rückspiel im Play-off in der Hafenstadt Calabar gegen Äthiopien mit 2:0 (1:0) - das Hinspiel endete 2:1, so dass der Vergleich insgesamt eine klare Angelegenheit war.

Für die Super Eagles ist es die fünfte WM-Teilnahme nach 1994, 1998, 2002 und 2010. Für die Westafrikaner, bei der Endrunde 2010 in Südafrika in der Vorrunde mit nur einem Punkt sang- und klanglos ausgeschieden, trafen Liverpools Angreifer Victor Moses (20.) vom Elfmeterpunkt sowie Victor Obinna (82.) von Lokomotive Moskau.

Gelingt Burkina Faso die erstmalige WM-Qualifikation?

Aristide Bancé
Sorgte mit seinem Siegtor im Hinspiel für große Euphorie in Burkina Faso: Auf Aristide Bancé kommt es auch in Algerien an.
© imagoZoomansicht

Das einzige Team in den Play-offs, das neben Äthiopien noch nie bei einer WM dabei war, ist Burkina Faso. Die Burkiner müssen am Dienstag (19.15 Uhr, MEZ) in Algerien ihren 3:2-Hinspielerfolg verteidigen. Die Hengste spielten sich in diesem Jahr in Afrika in den Vordergrund und stellten beim Africa Cup of Nations im Januar in Südafrika eines der spielerisch besten Teams. Der Siegeszug endete erst im Finale, als Nigeria beim 0:1 allerdings deutlich überlegen war. Der ehemalige Bundesliga-Spieler Pitroipa (SC Freiburg, HSV) wurde als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Bei seinem Verein Stade Rennes hat der 27-Jährige aber derzeit einen schweren Stand unter dem neuen Coach Philippe Montanier.

Das Hinspiel entwickelte sich in der Schlussphase zu einem Krimi, erst kurz vor Schluss nutzte der Düsseldorfer Bancé einen umstrittenen Elfmeter zum Siegtor. Anschließend kam es zu einem Handgemenge zwischen den Spielern, die Gemüter beruhigten sich nur langsam. Vor dem Rückspiel appellierten deshalb beide Seiten an die Fairness.

 
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