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23.03.2013, 20:20

Gruppe A: Nach dem "Bruder"-Duell

"Unvergesslichen Abend" schnell vergessen

Nach der 0:2-Niederlage in Zagreb herrscht in Serbien große Ernüchterung. Nicht nur, dass die "Weißen Adler" im Maksimir gerupft wurden, auch die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ist in weite Ferne gerückt. Die Serben haben bereits satte neun Punkte Rückstand auf Belgien und Kroatien, das den historischen Sieg gegen den Nachbarn schnell vergessen muss, um im Fernduell mit Belgien nicht das Nachsehen zu haben.

Igor Stimac und Sinisa Mihajlovic (re.)
Geste der Versöhnung: Igor Stimac und Sinisa Mihajlovic (re.).
© picture allianceZoomansicht

In Serbien hatte man die Hauptschuldigen für die Niederlage schnell gefunden. Neben Trainer Sinisa Mihajlovic, dessen Startaufstellung viele Experten erstaunt hatte, geriet einer der erfahrensten Spieler in der Kritik: Aleksandar Kolarov von Manchester City. Dem Linksverteidiger unterlief ein folgenschwerer Lapsus, dessen Folge das 0:1 durch Mario Mandzukic war. Und auch am 0:2 war Kolarov beteiligt, verursachte er doch den Freistoß, der letztlich zum 0:2 durch Ivica Olic führte.

Das mediale Echo in Serbien ist trotz der schmerzhaften Niederlage gegen den Erzrivalen durchwachsen und keineswegs vernichtend. Zwar gibt es auch die Forderungen nach dem Rücktritt von Mihajlovic, der dies aber deutlich zurückwies, allerdings wurden auch sanftere Töne angeschlagen. Dafür war auch die zweite Hälfte der Partie entscheidend, in der die Serben engagiert und leidenschaftlich auftraten und sogar mehrere gutklassige Chancen kreierten. Hinzu kommt, dass die Niederlage durchaus erwartet worden war. Immerhin befinden sich die Serben im Neuaufbau und waren mit einer äußerst jungen Mannschaft in Zagreb gegen einen international erfahrenen und mit vielen gestandenen Profis gespickten Gegner angetreten.

Stimac richtet seinen Blick schon nach Wales

Ganz anders sieht die Lage beim Nachbarn aus. "Wir haben in dieser fantastischen Atmosphäre unser Bestes gegeben", sagte der 18 Jahre alte Debütant Mateo Kovacic von Inter Mailand."Es war ein unvergesslicher Abend", ergänzte Bayern-Stürmer Mandzukic. "Serbien hat ein talentiertes Team, das noch lernen muss. Das haben wir zu unserer Freude ausgenutzt", resümierte Kroatiens Nationaltrainer Igor Stimac und blickte direkt auf das bevorstehende Duell am kommenden Dienstag in Wales: "Wir sind auf halbem Weg. Wir müssen nun die drei Punkte holen und unsere zuletzt gezeigte Kontinuität unter Beweis stellen", sagte der 45-Jährige.

"Es war ein unvergesslicher Abend."Mario Mandzukic

Der große Gewinner des Spiels dürfte allerdings der Fußball gewesen sein, denn es gab keine Ausschreitungen. Zwar wurden im 35.000 Zuschauer fassenden Stadion immer wieder anti-serbische Hetzparolen skandiert, ansonsten blieb es aber friedlich und vor allem gewaltlos. Das lag auch an den Spielern und Verantwortlichen beider Lager, die freundschaftlich miteinander umgingen. Das gilt insbesondere für Stimac und Mihajlovic, die über Jahre hinweg eine bitterböse Fehde geführt hatten. Zuletzt sprangen aber beide über ihren Schatten, ließen die Vergangenheit ruhen und umarmten sich nach dem Spiel sogar.

23.03.13
 
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