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11.09.2012, 23:45

WM-Quali: Gerrard sieht Gelb-Rot

Oranje souverän - Soldado rettet Spanien

Auch ohne Robben, der sich beim Aufwärmen verletzte, gewannen die Niederländer souverän in Ungarn. Dagegen tat sich Weltmeister Spanien beim knappen Sieg in Georgien sehr schwer. Gar nur zu einem Remis reichte es für England gegen die Ukraine. Frankreich, Italien und Portugal gewannen, ohne zu glänzen. Russland und Serbien zeigten sich torhungrig.

Gruppe A: "Eurofighter" Wilmots noch ohne Niederlage

Axel Witsel gegen Luca Modric
Belgiens Witsel im Duell mit Kroatiens Regisseur Modric (re.)
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Reichlich Bundesliga-Prominenz fand sich in in der Gruppe A ein. Kroatien gastierte in Belgien, startete mit dem ehemaligen Frankfurter Schildenfeld, Ex-Hertha-Profi Simunic, Bayerns Mandzukic und Dortmunds Perisic. Der BVB-Akteur war es auch, der seine Farben rasch in Führung schoss (6.). Doch die Hausherren, bei denen Simons (Nürnberg), van Buyten (Bayern), de Bruyne (Bremen) und de Camargo (Gladbach) zunächst auf der Bank schmorten, schafften in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch den Ausgleich durch Anderlechts Gillet (45. +1). Mehr Tore gab es bis zum Schlusspfiff nicht mehr zu bewundern. Beide Mannschaften blieben so aber ohne Niederlage in der Qualifikation und punktgleich mit den heute torhungrigen Serben.

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Serbiens Weg in Richtung Brasilien führte am zweiten Spieltag der Europa-Qualifikation über Wales. Die Gäste hatten dabei nichts zu bestellen. Kolarov per Freistoß (16.), der Ex-Kölner Tosic (24.) sowie Djuricic (39.) machten bei einem Gegentreffer von Bale (31.) schon vor der Pause alles klar. Tadic (55.), Chelsea-Abwehrmann Ivanovic (80.) sowie Sulejmani (90.) machten den Klassenunterschied dann mehr als deutlich.

Schottland tat sich gegen Mazedonien schwer. Die Südeuropäer wehrten sich erfolgreich gegen die Hausherren, nutzten auch eine Unachtsamkeit der Schotten schnell durch den Mainzer Kapitän Noveski aus (11.). Das 1:1 fiel noch vor dem Seitenwechsel durch Miller (43.). Dabei blieb es dann auch.


Gruppe B: Italien baut Serie ohne de Rossi aus

Deutschlands Angstgegner Italien hatte in der Gruppe B mit Malta eine durchaus lösbare Heimaufgabe vor der Brust. Das Stadion Alberto Braglia in Modena war Schauplatz des auf dem Papier ungleichen Duells, das schnell in die vorausgesagte Bahn gelenkt wurde. Roma-Angreifer Destro feierte schon nach fünf Minuten Torpremiere im Blauen Trikot. Pirlo & Co, die von Coach Cesare Prandelli im 4-2-3-1 auf den Platz geschickt worden waren, begnügten sich damit bis zur Pause. In den zweiten 45 Minuten blieben die Italiener zwar dominant, konnten den Spielstand aber für lange Zeit nicht mehr nach oben drehen. Es war schließlich Abwehrmann Peluso von Atalanta Bergamo, der in seinem dritten Länderspiel die Nachspielzeit für das 2:0 nutzen konnte.

Das mit einem achtenswerten Remis gegen Vize-Europameister Italien gestartete Bulgarien mühte sich in Sofia gegen Armenien. Erst kurz vor der Pause durfte Manolev über das 1:0 jubeln (44.).


Gruppe C: Deutschland mit viel Glück in Wien

Holger Badstuber gegen Martin Harnik
Die deutschen Spieler liefen wie hier Badstuber gegen Harnik der Musik in Wien oft hinterher.
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Lebhaft und munter - der immer junge Vergleich zwischen Österreich und Deutschland stand im Wiener Prater, dem EM-Finalstadion von 2008, auf dem Spielplan. Bundestrainer Joachim Löw hatte vor der Partie nicht aufgehört, vor der erneuerten Elf aus der Alpenrepublik zu warnen. Unter Marcel Koller, einst in Köln und Bochum beschäftigt, ist das Team Austria selbstbewusst geworden und demonstrierte dies im ersten Durchgang auch eindrucksvoll. Immer wieder wurde die DFB-Elf in die Defensive gedrängt und musst so manche Bredouille überstehen, ehe Reus zum glücklichen 1:0-Pausenstand einschoss (45.). Der zweite Abschnitt geriet nicht minder unterhaltsam. Özil erhöhte per Foulelfmeter (51.), doch Bremens Junuzovic schaffte schnell den Anschluss (57.). Österreich drückte nun und hatte einen verdienten Punkt vor Augen. Doch Arnautovic verpasste Minuten vor dem Abpfiff freistehend vor dem Tor die große Chance auf das 2:2. Es blieb bei einem äußerst schmeichelhaften Sieg für Löw & Co.

Gegen Kasachstan fand sich Schweden im zweiten Spiel der Gruppe C mit dem Heimrecht im Rücken in der Favoritenrolle wieder und wurde dieser auch gerecht. Der in Moskau bei ZSKA unter Vertrag stehende Elm war für das 1:0 verantwortlich (37.), Hamburgs Berg stürmte als Einwechselspieler, traf spät zum 2:0 (90. +4).


Gruppe D: Oranje ohne Robben - Huntelaar trifft

Ex-Bayern Coach Louis van Gaal musste bereits vor dem Vergleich gegen Ungarn im Budapester Ferenc Puskas-Stadion einen Rückschlag hinnehmen. Bayern-Star Robben verletzte sich beim Aufwärmen an der Leiste und musste passen. Oranje erwischte dennoch einen Start nach Maß: Lens von der PSV Eindhoven, Nachrücker für Robben, schoss bereits nach vier Minuten ein. Zwar egalisierte Dzsudzsak per Strafstoß (7.), doch ein weiterer der zahlreichen "Neuen" in der zweiten van Gaal-Ära als Bondscoach traf ebenfalls. Verteidiger Indi (Feyenoord) sorgte für die erneute Führung (19.). Spätestens mit Lens' zweitem Streich (53.) an diesem Abend war die Messe dann gelesen. Auch Schalke-Goalgetter Huntelaar, der für den angeschlagenen van Persie kam, durfte noch einmal seine Torgefahr unter Beweis stellen (74.). An diesem Abend gab es für die Niederlande und van Gaal reichlich Gladiolen nach dem Schlusspfiff.

Die Türkei war mit einer Pleite gegen die Niederlande in die WM-Quali gestartet. Gegen die Balten aus Estland sollte nun umgehend ein Erfolgserlebnis her. Dabei saßen von den nominierten aktuellen und ehemaligen Bundesliga-Stars die meisten nur auf der Bank. Sahin, Hamit Altintop, Töre und Ekici sahen zunächst zu, lediglich Fürths Sararer durfte gleich mit ran. Der erste Aufreger folgte schnell im ersten Durchgang. Estlands Jääger sah schnell rot, die Türkei spielte ab sofort in Überzahl. Die nutzten die Türken kurz vor dem Kabinengang. Emre war der Schütze des 1:0 (44.). Bis zum Schlusspfiff sorgten noch Bulut (60.) und Inan (75.) für deutliche Verhältnisse.

Eine klare Angelegenheit war der Vergleich zwischen Rumänien und dem Pyrenäen-Zwergstaat Andorra. Bereits zur Pause führte die Elf von Trainer Victor Piturca mit 2:0 (Tore: Torje, 29., Lazar, 44.). Maxim und Ganan schossen in der Schlussphase noch zwei weitere Treffer.


Gruppe E: Traumstart für die "Nati"

Xherdan Shaqiri
Der Schweizer Shaqiri (FC Bayern) zelebriert sein Tor gegen Albanien eher verhalten.
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Luzern war Schauplatz des Duells von Ottmar Hitzfelds Schweizer "Nati" und der Auswahl Albaniens. Da gleich mehrere Akteure der Helvetier albanische Wurzeln im Stammbaum aufweisen, hatte sich vor der Partie eine Kontroverse entwickelt. Albaniens Kapitän Lorik Cana sprach martialisch "Auf dem Platz sind sie Feinde". Dann wurde Fußball gespielt - und die Hitzfeld-Elf hatte dabei die besseren Karten aufzuweisen. Münchens "Kraftwürfel" Shaqiri brachte die Eidgenosse voran (23.). Spätestens mit Inlers Elfmeter-Tor war das Spiel entschieden (68.). Die Schweiz feierte im zweiten Auftritt den zweiten Sieg - Brasilien schimmert zaghaft am Horizont.

Norweger und Slowenen rangen in Oslo um den ersten Punkt der jungen Qualifikationsrunde. Zur Pause stand es nach Treffern von Suler (17.) und Henriksen (26.) 1:1-Unentschieden. Erst ganz tief in der Nachspielzeit fand sich dann doch ein Sieger. Der Ex-Liverpool und Roma-Star Riise verwandelte einen späten Strafstoß zum umjubelten 2:1 (90. +4) für die Wikinger. Im Insulaner-Duell zwischen Zypern und Island neigte sich die Waage im zweiten Durchgang zugunsten der Südeuropäer. Ukraine-Legionär Makridis schoss die Zyprer zum 1:0. Das genügte für drei Punkte. Island verlor in der Schlussphase noch Ottesen wegen einer Roten Karte.


Gruppe F: Portugal und Russland vor Gipfeltreffen auf Kurs

Die in der Gruppe F favorisierten Portugiesen mühten sich unwahrscheinlich mit Gegner Luxemburg (2:1) und drehten den Rückstand gerade noch in einen Sieg. Und auch das vom deutschen Trainer Berti Vogts gecoachte Aserbaidschan ärgerte die Portugiesen in Hälfte eins. Ohne Tore ging es in die Kabinen. Im zweiten Durchgang schaltete der WM-Vierte von 2010 einen Gang höher, Varela brach in der 64. Minute den Bann. Helder Postiga (85.) und Bruno Alves (88.) machten dann in der Schlussphase alles klar.

Eine deutliche Angelegenheit war der Auftritt Russlands in Israel. Die "Sbornaja" gewann souverän mit 0:4 (2:0) und bescherte so dem neuen Coach Fabio Capello im zweiten Qualifikations-Spiel den zweiten Sieg. Der Italiener verzichtete erneut auf den nominellen Kapitän Arshavin. Der Favorit stellte durch Kerzhakov (7.) und Kokorin (18.) die Weichen bereits frühzeitig auf Sieg. Erneut Kerzhakov in der 64. Minute sowie Fayzulin (77.) schossen dann den auch in dieser Höhe verdienten Sieg heraus.

Damit blieben die beiden Schwergewichte der Gruppe F vor dem ersten Aufeinandertreffen am 12. Oktober in Russland auf Kurs.

Außerdem trennten sich Nordirland und Luxemburg mit 1:1 (1:0). Shiels schoss die Nordiren bereits in der 14. Minute in Führung, da Mota Alves sorgte mit seinem Ausgleich in der 86. Minute für den ersten Punkt Luxemburgs.


Gruppe G: Misimovic vertritt Ibisevic

Bosnien-Herzegowina feierte einen 8:1-Kantersieg gegen Liechtenstein. Stuttgarts Ibisevic schnürte dabei einen Dreierpack. Gegen Lettland trat der 28-Jährige aber nicht in Erscheinung. Dafür umso mehr Misimovic. Der ehemalige Bundesliga-Akteur egalisierte die Gäste-Führung durch Gorkss (5.) in der 13. Minute per Strafstoß. Pjanic sorgte Sekunden vor dem Pausenpfiff für die Führung, erneut Misimovic beruhigte dann in der 54. Minute die Nerven. Für den Endstand war mit Dzeko (90.) ebenfalls ein alter Bekannter aus der Bundesliga verantwortlich. Bosnien-Herzegowina verteidigte damit nach zwei Spielen die Tabellenführung.

Die Slowakei fuhr gegen Liechtenstein einen 2:0 (1:0)-Arbeitssieg ein. Mit Pekarik (Hertha BSC) und Zabavnik (Mainz) begannen zwei Deutschland-Legionäre, Freiburgs Guede saß zudem noch auf der Bank. Für die Tore zeichneten sich Sapara (36.) und Jakubko (78.) verantwortlich.

Im dritten Spiel siegte Griechenland mit 2:0 (0:0) gegen Litauen. Wie bereits in Lettland (2:1) taten sich die Griechen auch gegen den zweiten Balten-Staat in der Gruppe G sehr schwer. Erst eine Leistungssteigerung in Durchgang zwei brachte den Sieg für die Hellenen. Jungstar Ninis (55.) und Mitroglou (72.) erzielten die Tore für das Team von Nationalcoach Fernando Santos. Der Europameister von 2004 hat ebenso wie Bosnien-Herzegowina sechs Punkte auf der Habenseite, weist aber die schlechtere Tordifferenz auf.


Steven Gerrard
Nur Remis gegen die Ukraine und Platzverweis für den Kapitän: Steven Gerrard sieht die Ampelkarte.
© Getty ImagesZoomansicht

Gruppe H: "Three Lions" rutschen gegen die Ukraine aus

Das hatte sich England aber anders vorgestellt. Nach dem deutlichen 5:0 in Moldawien wollten die "Three Lions" gegen die Ukraine im zweiten WM-Quali-Match nachlegen. Doch der Co-Gastgeber der EURO 2012 erwies sich als starker Gegner. In einem von der Taktik geprägten Spiel verwandelte Konoplyanka in der 39. Minute eine der wenigen Chancen. Auch nach dem Seitenwechsel tat sich England sehr schwer, erst Lampard egalisierte in der 87. Minute vom ominösen Punkt. Sekunden später musste Gerrard mit der Ampelkarte vom Platz. Am Ende blieb es beim 1:1.

Polen gewann gegen Moldawien mit 2:0 (1:0) und feierte in der Gruppe H den ersten Sieg. Der neue polnische Nationalcoach Waldemar Fornalik setzte auf die Dortmund-Achse Piszczek, Blaszczykowski und Lewandowski, auch der Mainzer Polanski stand in der Startelf. Und "Kuba" sorgte per Strafstoß in der 33. Minute für die Führung, Wawrzyniak (81.) erzielte in der 81. Minute den Endstand.

Montenegro feierte in San Marino einen standesgemäßen 6:0 (2:0)-Erfolg. Trainer Branko Brnovic setzte auf Fürths Pekovic in der Startelf. Montenegro und England führen mit je vier Zählern die Tabelle an.


Gruppe I: Weltmeister Spanien siegt spät

Roberto Soldado trifft
Spaniens Soldado (Mi.) trifft in Georgien spät zum Sieg.

Am Dienstagabend stieg auch Welt- und Europameister Spanien in die Qualifikation ein. Die Iberer waren am ersten Spieltag spielfrei, überzeugten aber in einem Freundschaftsspiel gegen Saudi-Arabien (5:0). Doch in Georgien taten sich die Iberer sehr schwer. Zwar dominierte das Team von Nationalcoach Vicente del Bosque die Partie, doch im Angriff mangelte es an Durchschlagskraft. Silva und insbesondere Soldado ließen teils beste Chancen liegen. Im zweiten Abschnitt hatte die Seleccion Glück, als die Georgier am Aluminium scheiterten (55.). Vier Minuten vor dem Abpfiff erzielte Soldado doch noch das Siegtor für den Welt- und Europameister.

Im zweiten Duell der Gruppe I empfing Frankreich Weißrussland. Der Pflichtspieleinstand für Trainer Didier Deschamps verlief dank eines 1:0-Arbeitssieges gegen Finnland zwar erfolgreich, doch zeigten "Les Bleus" nach wie vor Schwächen im Offensivspiel. Auch gegen die Osteuropäer taten sich Ribery & Co. sehr schwer. Nach torloser erster Halbzeit musste Deschamps aber die richtigen Worte gefunden haben, denn nach dem Seitenwechsel trat die Equipe Tricolore deutlich dominanter auf. Und Capoue (49.), Jallet (68.) sowie Ribery (80.) schossen bei einem Gegentor von Putsila (72.) den am Ende souveränen Sieg heraus.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 12.09., 11:16 Uhr
WM-Qualifikation - Titelverteidiger Spanien tut sich schwer
"Das Hauptziel war zu gewinnen." Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque fasste es nach dem 1:0 in Georgien kurz zusammen. Auch für den Welt- und Europameister kommt es im Vergleich mit den Kleinen manchmal nicht darauf an, zu glänzen oder haushoch zu gewinnen. So brachte diesmal ein Treffer Soldados in der 86. Minute drei Punkte.
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