Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
Nicht registriert?

08.09.2012, 22:16

Überblick: Schweiz siegt in Slowenien - Portugal müht sich

Oranje bezwingt die Türkei, Italien nur 2:2

Der Startschuss in die WM-Quali ist gefallen: Deutschlands Gruppengegner Irland kam in Kasachstan mit einem blauen Auge davon, auch Portugal mühte sich in Luxemburg. Während die Niederlande, Frankreich, Kroatien, England und auch die Schweiz Auftaktsiege feierten, musste sich Vize-Europameister Italien in Bulgarien mit einem 2:2 begnügen. Der Samstag blieb torlos: Weder bei Schottland gegen Serbien noch beim Aufeinandertreffen von Dänen und Tschechen durfte gejubelt werden.

- Anzeige -

13 Tickets für die Weltmeisterschaft am Zuckerhut werden in Europa vergeben. Die neun Gruppensieger sind direkt qualifiziert, vier weitere Plätze werden in Play-offs ausgespielt.

Gruppe A: Kroatien müht sich, Schotten und Serben torlos

Kroatien, Serbien, Mazedonien - an brisanten Duellen wird es der spannend besetzten Gruppe A nicht mangeln. Zumal auch noch Wales und Schottland aufeinandertreffen. Hinzu kommt das aufstrebende Team aus Belgien, dessen junge Talente in ganz Europa heiß begehrt sind.

Bei Kroatien feierte der neue Nationaltrainer Igor Stimac beim Heimspiel gegen Mazedonien sein Quali-Debüt. Das verlief jedoch durchwachsen. Ein Kopfballtor von Evertons Jelavic (69.) nach Vorarbeit des Münchners Mandzukic bescherte den Kroaten einen mühsamen 1:0-Erfolg.

Belgien nimmt vor dem Duell gegen Wales Aufstellung
An Potenzial mangelt es nicht: Schafft es Belgien mal wieder zu einem großen Turnier?
© picture alliance

Die Kroaten werden sich steigern müssen, denn am Dienstag steht in Belgien ein schweres Auswärtsspiel auf dem Programm. Hazard, Witsel, Dembelé, Lukaku, Vertonghen - belgische Nationalspieler waren auf dem Transfermarkt diesen Sommer in aller Munde. Hinzu kommen Akteure wie Kompany, Vermaelen oder Fellaini, die in ihren Premier-League-Klubs seit langem zu den Leistungsträgern gehören.

Zum Auftakt feierte das Team des früheren Schalkers Marc Wilmots ein 2:0 in Wales. Die Partie stand ganz im Gedenken an den im November verstorbenen walisischen Nationaltrainers Gary Speed. Auf dem Platz mussten die Waliser bereits ab der 26. Minute in Unterzahl agieren: Collins sah nach hartem Einsteigen gegen Gillet Rot. Danach waren die Rollen klar verteilt. Nach einer Ecke köpfte Kompany zur überfälligen Führung ein (41.), Vertonghen machte sieben Minuten vor Schluss per Freistoß alles klar.

In der EM-Qualifikation hatten die Serben bitter enttäuscht, hinter Estland platziert verpasste man sogar die Play-offs. Im Rennen um ein WM-Ticket soll nun alles besser werden, zu sehen war davon zum Auftakt aber noch nichts. In Glasgow lieferten sich die Serben mit den Schotten eine ereignisarme Partie, die folgerichtig torlos endete. Der Bremer Ignjovski spielte durch, Dortmunds Subotic kam hingegen nicht zum Einsatz.


Gruppe B: Fahriges Italien in Bulgarien nur remis

Vize-Europameister Italien hat keine leichte Gruppe erwischt. Immerhin messen sich die Azzurri mit Dänemark und Tschechien mit zwei weiteren EM-Teilnehmern. Bulgarien, Armenien und Malta sind klar in der Außenseiterrolle.

Italien startete in Bulgarien ohne den verletzten Montolivo und Balotelli, der sich in Brescia einer Augen-OP unterzogen hat. In Sofia lieferten die Azzurri eine fahrige Vorstellung ab und mussten sich am Ende mit einem 2:2 begnügen. Manolevs Führungstor drehte Pablo Osvaldo von der Roma per Doppelpack kurz vor der Pause zwar um (36./40.), doch Milanov rettete den Bulgaren nach der Pause einen Punkt (66.). In der Schlussphase mussten die Italiener mit zehn Mann agieren, weil de Rossi verletzt runter musste, Prandelli aber schon dreimal gewechselt hatte.

Petr Jiracek (HSV, li.) und William Kvist (Stuttgart)
Bundesliga-Treffen in Kopenhagen: Der Kampf zwischen Petr Jiracek (HSV, li.) und William Kvist (Stuttgart) endete torlos.
© picture alliance

Richtig ernst sollte es gleich zu Beginn für Dänemark und Tschechien werden, schließlich standen sich beide Teams am Samstag in Kopenhagen im direkten Duell gegenüber. Die Bundesliga war reichlich vertreten: Gebre Selassie (Bremen), Kadlec (Leverkusen), Jiracek (HSV) und Pekhart (Nürnberg) standen bei den Tschechen in der Startformation, Kjaer (Wolfsburg) und Kvist (Stuttgart) bei den Dänen. Erfolgreich waren sie jedoch nicht: Die vom deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark geleitete Partie endete torlos. Umso mehr tritt ein Rückkehrer in den Vordergrund: Hannovers Leon Andreasen wurde ebenso wie Mikkelsen (Fürth) eingewechselt und feierte damit nach über drei Jahren ein Comeback in der dänischen Auswahl.


Gruppe C: Deutschland feiert Sieg Nr. 500 - Irland blamiert sich fast

In der Gruppe C liegt die Favoritenrolle klar bei Deutschland. Das DFB-Team muss aber immerhin gegen zwei EM-Teilnehmer ran, wobei Schweden und Irland jeweils in der Vorrunde ausschieden. Hinzu kommt Dauergegner Österreich sowie Kasachstan und die Färöer, gegen die die Schützlinge von Joachim Löw am Freitag in Hannover 3:0 gewannen. Die starke Leistung von Gästekeeper Nielsen verhinderte zwar ein Schützenfest, wohl aber nicht den 500. Länderspielsieg der deutschen Nationalmannschaft seit der Premiere gegen die Schweiz am 5. April 1908. Götze und Özil (2) erzielten beim 3:0 die Tore.

Bilder zur Partie gegen Färöer
Chancen-Feuerwerk - Götze bricht den Bann
Kleiner Deutschland-Fan
Vorfreude

Wen er da wohl entdeckt hat? Ein kleiner Deutschland-Fan in freudiger Erwartung auf die Partie gegen Färöer.
© Getty Images

vorheriges Bild nächstes Bild

Irland steuerte in Kasachstan auf eine handfeste Blamage zu. Nach einer Freistoßflanke des Fürthers Schmidtgal köpfte Nurdauletov (37.) zur Führung ein, die verdient war und von der Nummer 142 der FIFA-Weltrangliste weiter ausgebaut werden hätte können. Doch am Ende jubelten nach über weite Strecken dürftiger Vorstellung tatsächlich noch die Iren! Erst vollstreckte Kapitän Keane einen an ihm selbst verursachten Foulelfmeter (89.), dann bescherte der eingewechselte Doyle den Trapattoni-Schützlingen noch den höchst schmeichelhaften Sieg.

Österreich beginnt den Anlauf Richtung Brasilien erst am Dienstag - gegen Deutschland in Wien. Dann steigt auch Schweden ein (gegen Kasachstan).


Gruppe D: Van Persie bedankt sich bei van Gaal mit einem Tor

Trotz der schwachen Vorstellungen bei der EURO gehen die Niederlande in der Gruppe D als klarer Favorit ins Rennen. Die Elftal trifft auf die Türkei, Rumänien, Estland und Andorra.

Robin van Persie
Sollte eigentlich gar nicht spielen, machte Louis van Gaal dann aber doch froh: Robin van Persie.
© imagoZoomansicht

Zum Pflichtspiel-Start in die zweite Ära des Louis van Gaal wurde mit der Türkei gleich der vermeintlich härteste Kontrahent in Amsterdam vorstellig. Der frühere Bayern-Coach hatte angekündigt, Huntelaar im Sturm den Vorzug vor van Persie zu geben. Am Ende spielte aber doch der Torjäger von Manchester United - und dankte es seinem Trainer mit dem Kopfball-Führungstor zum 1:0 (17.). Lockerheit gab das der Elftal nicht unbedingt, die Türken spielten mutig mit, rannten letztlich aber in einen Konter, den Narsingh in der Nachspielzeit zum 2:0 abschloss.

Estland, das sich in der EM-Qualifikation zuletzt überraschend für die Play-offs qualifiziert hatte (und an Irland gescheitert war), kassierte zum Auftakt gegen Rumänien eine 0:2-Heimpleite. Ungarn siegte in Andorra 5:0, der Mainzer Szalai steuerte einen Treffer bei.


Gruppe E: Der Schweiz gelingt der Start - Island überrascht Norwegen

In der Gruppe E ist ein klarer Favorit kaum auszumachen. Angesichts der Gegner Norwegen, Slowenien, Albanien, Zypern und Island darf sich die Schweiz aber berechtigte Hoffnungen auf den Trip nach Brasilien machen. "Ein guter Start ist enorm wichtig, um nicht von Beginn an hinterherlaufen zu müssen", forderte der Neu-Schalker Barnetta im Vorfeld des Trips nach Slowenien. Und die Schützlingen von Ottmar Hitzfeld kamen dank Toren von Xhaka (20.) und Inler (51.) zu einem 2:0-Erfolg und damit bestens aus den Startlöchern. Für Barnetta gab es allerding kein Happy End. In der 75. Minute musste er mit Gelb-Rot vorzeitig vom Platz.

Für eine kleine Überraschung sorgte Island, das Norwegen 2:0 schlug. Gute Aussichten für die Schweizer.


Gruppe F: Capellos Debüt geglückt - Cristiano & Co. beinahe blamiert

In der Gruppe F dürften sich Portugal und Russland um den Gruppensieg streiten. Israel, Nordirland, Aserbaidschan und Luxemburg heißen die weiteren Gegner.

Die Russen machten gegen Nordirland am Freitag den Anfang. Vor seinem Pflichtspieldebüt hatte der neue Nationalcoach Fabio Capello gleich mit eisernem Besen gekehrt: Arshavin, Pogrebnyak und Pavlyuchenko wurden nicht nominiert. Dennoch reichte es gegen biedere Gäste zu einem verdienten 2:0-Erfolg. Vor allem den starken Dzagoev bekamen die Gäste nie in den Griff. An der Entstehung des Führungstors war er nach einer halben Stunde maßgeblich beteiligt, nach Pass von Kerzhakov schob Faitzulin von Zenit St. Petersburg ein. Nach der Pause ließ die "Sbornaja" zunächst gute Chancen aus. Die Entscheidung fiel vom Elfmeterpunkt: Nachdem Cathcart im Strafraum Kokorin gefoult hatte, blieb Shirokov cool (78.).

Portugal und sein unglücklicher Superstar Cristiano Ronaldo bekleckerten sich in Luxemburg nicht gerade mit Ruhm. Da Mota von Salzburg-Bezwinger Düdelingen brachte den krassen Außenseiter mit einem Distanzschuss in Führung (13.). Nach knapp einer halben Stunde glich Superstar Ronaldo aus, als er nach einem Fehler der Gastgeber am schnellsten schaltete. Neun Minuten nach der Pause brachte Helder Postiga den haushohen Favoriten schließlich in Führung. Zu mehr reichte es aber nicht.


Gruppe G: Hellas zieht den Kopf aus der Schlinge - Ibisevic in Torlaune

Lösbare Aufgaben hat Griechenland zugelost bekommen. Die Slowakei und Bosnien-Herzegowina sind die vermeintlich größten Kontrahenten in der Gruppe G, hinzu kommen Litauen, Lettland, 2004 immerhin EM-Teilnehmer, und Liechtenstein.

Den Griechen wäre der Start in Lettland um ein Haar gründlich misslungen. Auf regennassem Platz lag Hellas nach lustloser Vorstellung zur Pause 0:1 hinten. Nach dem Wechsel drehten Spyropoulos (57.) und Ex-Bundesliga-Profi Gekas (69.) den Spieß schließlich aber doch noch um. Die Slowakei, WM-Teilnehmer von 2010, kam in Litauen indes nicht über ein 1:1 hinaus.

Zweimal scheiterte Bosnien-Herzegowina zuletzt in den Play-offs (jeweils an Portugal). Nun wollen sich Dzeko & Co. endlich für ein großes Turnier qualifizieren. Der Aufgalopp in Vaduz bei Fußball-Zwerg Liechtenstein gelang. Beim lockeren 8:1-Kantersieg schoss sich Ibisevic seinen Frust nach der Roten Karte beim Stuttgarter 1:6 in München mit drei Treffern von der Seele. Auch Dzeko traf dreimal, sein früherer Wolfsburger Teamkollege Misimovic doppelt.


Gruppe H: England kommt gut aus den Startlöchern - Polen nur 2:2

Englands Vorstellungen bei der EURO waren einmal mehr enttäuschend. Auf dem Weg nach Brasilien bekommen es die "Three Lions" in der Gruppe H mit den beiden Co-Gastgebern Polen und Ukraine zu tun. Zudem geht es erneut gegen Montenegro, das zuletzt die Play-offs schaffte.

Los ging es für das Team von Roy Hodgson mit einem Gastspiel in Moldawien, das neben San Marino der große Außenseiter in der Gruppe ist. Auch ohne die verletzten Rooney, Carroll und Cole erwischten die Gäste einen Start nach Maß: Lampard (4./29.) und Defoe (32.) schossen einen komfortablen Pausenvorsprung heraus, Milner und Baines stellten den 5:0-Endstand her.

Frank Lampard
Doppelpack zur 2:0-Führung: Frank Lampard ließ England in Moldawien jubeln.
© Getty Images

Nach dem bitteren Vorrunden-Aus bei der EM im eigenen Land startet Polen in Montenegro neu durch - mit neuem Trainer: Wie sein Vorgänger setzt auch Waldemar Formalik auf das Dortmunder Erfolgstrio Piszczek, Blaszczykowski, Lewandowski. Und Kapitän "Kuba" war es, der die Polen per Elfmeter früh in Führung schoss (6.). In einer hart umkämpften Partie führten die Montenegriner bis zur Pause allerdings die Wende herbei: Drincic (27.) und Vucinic (45.) trafen. Ein Treffer sollte aber noch fallen, Mierzejewski köpfte zehn Minuten nach dem Wechsel zum 2:2 ein. Beide Teams beendete die Partie nach Roten Karten gegen Pavicevic (69.) und Obraniak (73.) mit zehn Mann.

Die Ukraine steigt erst am Dienstag in die Qualifikation ein. Die Post-Shevchenko-Ära beginnt mit einem Gastspiel in Wembley.


Gruppe I: Deschamps startet mit einem 1:0 in Finnland

Die einzige Fünfergruppe hat es in sich: Sie beinhaltet mit Spanien und Frankreich zwei Weltmeister. Weißrussland, Georgien und Finnland sind da sicher nur Staffage.

Arsenal-Profi Diaby hat Didier Deschamps einen erfolgreichen Pflichtspielstart in seine Amtszeit als französischer Nationaltrainer beschert - 1:0 in Finnland. Bayern-Star Ribery agierte unauffällig. Es fehlten die nach den EURO-Querelen suspendierten Ben Arfa, M'Vila und Nasri.

In der zweiten Partie der einzigen Fünfergruppe schlug Georgien Weißrussland ebenfalls mit 1:0. Europa-Welt-Europameister Spanien gibt sich erst am Dienstag in Georgien die Ehre. Vor seinem Pflichtspiel-Comeback in der Nationalmannschaft steht Rekord-Torschütze David Villa, der nach rund achtmonatiger Verletzungspause (Schien- und Wadenbeinbruch) wieder nominiert wurde.


08.09.12
 
- Anzeige -
Seite versenden
zum Thema
- Anzeige -

- Anzeige -