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29.06.2010, 11:25

Nach den krassen Fehlentscheidungen

Kehrtwende bei der FIFA? Blatter fordert Diskussion um Hilfsmittel

Fußball-Weltverband FIFA ist in der Diskussion um die Einführung technischer Hilfsmittel zu neuen Gesprächen bereit. Präsident Joseph Blatter kündigte dies am Dienstag in Johannesburg an. Mehrere krasse Fehlentscheidungen, unter anderem beim Achtelfinal-Spiel Deutschland gegen England (4:1), hatten in den vergangenen Tagen für reichlich Zündstoff gesorgt.

Sepp Blatter, links Michel Platini
Fordert Diskussion zum Thema technische Hilfsmittel: Joseph Blatter, li. UEFA-Präsident Michel Platini.
© picture-allianceZoomansicht

"Es wäre unsinnig, sich darüber keine Gedanken zu machen. Wir müssen dieses Thema wieder diskutieren", sagte Blatter. Ein erstes Treffen mit den Mitgliedern des International Football Association Boards (IFAB) soll es Mitte Juli im walisischen Cardiff geben. Für die laufende WM in Südafrika schloss Blatter freilich eine Regeländerung aus. "Wir können nicht für zehn Spiele etwas ändern", so der Schweizer. Blatter bat in diesem Zusammenhang außerdem bei England und Mexiko um Entschuldigung für die Fehler der Referees: "Ich bedauere es, wenn ich die offensichtlichen Fehler der Schiedsrichter sehe. Es ist kein Fünf-Sterne-Turnier für die Unparteiischen. Ich bin betrübt", sagte der Schweizer.

Bahnt sich nun eine spektakuläre Kehrtwende bei der FIFA an? Zuletzt hatte der Weltverband jegliche Diskussionen um technische Hilfsmittel versucht, im Keim zu ersticken. Doch der Druck wird größer, die geballte Fußball-Prominenz wetterte nach den krassen Fehlurteilen gegen den Weltverband.

Hiddink setzt Blatter unter Druck

Der türkische Nationaltrainer Guus Hiddink im kicker: "Die FIFA darf sich einfach nicht mehr gegen den Videobeweis stellen, wenn es allein um die klare Frage geht: Tor oder nicht Tor? Ich hoffe, auch mein guter Freund Franz Beckenbauer bezieht da endlich mal eindeutig Stellung. Und ich hoffe, dass auch Michel Platini zeigt, dass er immer noch Fußballer ist und kein reiner Funktionär. Beckenbauer, Platini, Johan Cruyff, solche Legenden müssen jetzt endlich für einen Aufschrei sorgen, dem sich auch FIFA-Boss Sepp Blatter nicht mehr widersetzen kann." Es gehe um Recht oder Unrecht, so der Niederländer. "Normalerweise muss Sepp Blatter schon heute hergehen und verkünden: Jawohl, wir werden den Videobeweis zulassen. Oder sagen: Ich bin zu alt, ich höre auf." Derart deutliche Worte haben FIFA-Chef Blatter nun offensichtlich dazu bewogen, über ein Einlenken nachzudenken. Und so darf das Treffen mit den Regelhütern in Cardiff mit Spannung erwartet werden.

Heynemann: Nominierungen schwer nachvollziehbar

Derweil meldeten sich die beiden ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Bernd Heynemann und Lutz Wagner kritisch zu Wort.

Heynemann bemängelte, dass sich die Nominierung der Schiedsrichter für die Weltmeisterschaften "seit Jahren nicht geändert" hätten. "Es pfeifen die Besten der Kontinente. Die werden nach einem ganz komplizierten Modus ausgewählt. Das ist Politik und selbst für mich nur schwer nachvollziehbar", sagte er im Interview mit der "Frankfurter Rundschau".

Lutz Wagner forderte indes ebenso wie kicker-Chefredakteur Klaus Smentek den Chip im Ball. "Es sind Entscheidungen dabei, die man nicht nachvollziehen kann", sagte Wagner im ZDF-Morgenmagazin. Der Chip "wäre die sauberste Lösung".

Wagner: Ein Tempoproblem

Hinzukommen müsse jedoch auch eine bessere Ausbildung der Unparteiischen: "Es ist ein Unterschied, ob ich aus einem kleinen Land oder aus Brasilien oder Deutschland komme. Die Top-Schiedsrichter sind an das Tempo aus ihren Ligen gewohnt." An diesem Punkt will offenbar auch Blatter ansetzen. Der FIFA-Boss versprach größere Anstrengungen, um die Schiedsrichter besser auszubilden und auf die Anforderungen bei den großen Turnieren vorzubereiten.

Wagners ehemaliger Bundesliga-Kollege Markus Merk hatte nach dem nicht gegebenen "Tor von Bloemfontein" im WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und England (4:1) durch Frank Lampard die Einführung des "elektronischen Auges" gefordert. Der neue deutsche Schiedsrichterchef Herbert Fandel hatte nach zahlreichen schweren Fehlentscheidungen - auch Argentiniens Führungstor gegen Mexiko durch Tevez war aus klarer Abseitsposition erzielt worden - betont, dass der Videobeweis im Einzelfall eine Hilfe sein könnte.

 

kicker

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