
Bereits vor der WM sorgte der WM-Ball von einem Herzogenauracher Sportartikelhersteller für eine breite Diskussion. Während der Endrunde wurde es kaum ruhiger, schließlich sorgten grobe Torwartfehler für weiteren Redebedarf. Jetzt reagiert offenbar auch die FIFA. Der Weltverband möchte nach nach der WM mit Trainern und Spielern über den Jabulani-Ball diskutieren. "Wir sind nicht taub. Die FIFA ist nicht unempfänglich für Kritik am Ball. Es gibt Regeln für Größe und Gewicht. Aber der Ball muss perfekt sein", sagte Generalsekretär Jêrome Valcke am Samstag in Johannesburg. Die Aussprache soll bei einem Workshop mit den WM-Coaches und Kapitänen stattfinden. Während des Turniers sei eine Ball-Debatte nicht möglich, so Valcke.
Die slowenische Nationalmannschaft wurde trotz des Scheiterns in der WM-Vorrunde bei der Ankunft in der Heimat wie ein Weltmeister gefeiert. Nachdem bereits am Flughafen von Ljubljana mehr als 2 000 Fans am Samstagmorgen ihre Spieler jubelnd empfangen hatten, versammelten sich am Mittag rund 10.000 Fußballanhänger im Zentrum der Hauptstadt. Auf Parolen wie "Ihr seid unsere Helden", reagierten die Spieler sehr emotional. "Ich wusste, dass das ganze Land hinter uns steht, doch so einen Empfang habe ich wahrlich nicht erwartet", meinte Kölns Angreifer Milivoje Novakovic. Auch Teamchef Matjaz Kek war gerührt. "Wir haben zwar unseren sportlichen Ziel nicht erreicht, doch die Eintracht in der Mannschaft, welche auch die Fans offenbar inspirierte, übersteigt alle möglichen Erwartungen", sagte Kek.

Der ehemalige Bundesliga-Profi Joshua Kennedy hat den australischen Nationaltrainer Pim Verbeek für dessen Taktik bei der WM-Endrunde in Südafrika kritisiert. Die Mannschaft vom Fünften Kontinent war in der deutschen Vorrundengruppe vorzeitig gescheitert und hatte zum Auftakt gegen Deutschland 0:4 in Durban verloren. "Wir haben aufgrund seiner Taktik 0:4 verloren. Sein Plan hat sich nicht ausgezahlt", sagte der 27-jährige Angreifer. Kennedy war ebenso wie Harry Kewell und Mark Bresciano nicht für das WM-Auftaktmatch gegen die DFB-Auswahl des berücksichtigt worden. Kennedy: "Ich hätte liebend gerne gespielt. Dieses Spiel war mir förmlich auf den Leib geschneidert. Vielleicht hätte das Spiel einen ganz anderen Verlauf genommen, aber das wird man nie wissen."
Der Niederländer Arjen Robben wird im Achtelfinale gegen die Slowakei am Montag wahrscheinlich noch nicht in der Startformation stehen. "Es ist toll, dass er zurück ist, aber wir werden jetzt nichts überstürzen", sagte Bondscoach Bert van Marwijk der niederländischen Tageszeitung De Telegraaf. Auch Robben selbst rechnet nicht damit, vier Tage nach seinem Kurzeinsatz im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun (2:1) bereits über die kompletten 90 Minuten zu spielen. "Ich muss ehrlich sein: Ich bin im Kopf noch nicht vollkommen frei. Das habe ich gegen Kamerun in den Zweikämpfen und Spints wohl noch gemerkt", gab der Offensivspieler vom FC Bayern im Algemeen Dagblad zu.
Die Niederländer hatten im Training am Samstag eine Schrecksekunde zu überstehen. Robin van Persie zog sich eine Verletzung am Knöchel zu und musste das Abschlussspielchen abbrechen. Der Stürmer vom FC Arsenal wurde anschließend im Teamhotel in Johannesburg behandelt und nahm nicht an der Zusammenkunft mit niederländischen Journalisten teil. Bondscoach Bert van Marwijk ist allerdings zuversichtlich, dass van Persie am Montag gegen die Slowakei zur Verfügung steht.
Nach der WM-Pleite wird dem serbischen Trainer Radomir Antic das Gehalt gekürzt. "Wir haben durch den verpassten Einzug ins Viertelfinale fünf Millionen Dollar verloren", begründete Verbandspräsident Tomislav Karadzic diesen Schritt, berichteten die Medien am Samstag in Belgrad. Der Coach selbst kündigte an, er wolle nach ein paar Tagen Urlaub über seinen eventuellen Rücktritt entscheiden. "Wir haben bei der WM ein finanzielles Fiasko erlebt", zitierten die Zeitungen Verbandschef Karadzic. Er habe fest mit dem Einzug ins Viertelfinale gerechnet. Zwar sei ein "historischer Erfolg gegen Deutschland" erzielt worden, doch dann "haben wir ein Fiasko erlebt", sagte er. "Jetzt müssen wir der Wahrheit ins Auge blicken", verlangte der Präsident: "Klar können wir sagen, wir hatten Pech und Chancen gegen Australien, aber im Fußball zählen nicht die Chancen, sondern Tore und Punkte".
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