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20.06.2010, 16:36

Nigeria: Nach Niederlage gegen Griechenland

Morddrohungen gegen Kaita

Sani Kaita von Nigeria sieht sich nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Griechenland Morddrohungen ausgesetzt. Durch Kommentare auf den Webseiten nigerianischer Zeitungen und durch E-Mails an den Spieler selbst wurde der 24-Jährige mit dem Tode bedroht. Der Verband sprach von mehr als 1000 Drohungen und hat die FIFA und die eigene Regierung eingeschaltet. Der Spieler bestätigte einerseits die Drohungen, andererseits mache er sich aber keine Sorgen.

Wegen seiner Roten Karte gegen Griechenland wurde Kaita zum Sündenbock für die Niederlage gegen Griechenland.
Wegen seiner Roten Karte gegen Griechenland wurde Kaita zum Sündenbock für die Niederlage gegen Griechenland.
© imagoZoomansicht

"Ich bin Moslem, und nur Gott entscheidet über Leben und Tod", erklärte der U20-Vize-Weltmeister von 2005 und Olympia-Zweite von Peking unter Bezugnahme auf seine Religion. "Solange Gott es will, hat keiner die Macht, mich zu töten", so Kaita weiter. Nigerias Pressesprecher Idah Peterside sprach am Sonntag dennoch davon, dass Kaita "schockiert" sei, aber "von den Mitspielern und den Funktionären Unterstützung" erhalte. Peterside weiter: "Dass Menschen sein Leben bedrohen, ist erschreckend und enttäuschend." Wegen der Anzahl der eingegangenen Drohungen nehme man die Angelegenheit nicht leicht.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Nigerias Team-Hotel in der Nähe von Durban wurden zunächst nicht verschärft. "Es sind Sicherheitskräfte vor Ort. Die Vorkehrungen durch den Weltverband FIFA reichen völlig aus", so Peterside. Nach der Rückkehr aus Südafrika seien weitere Vorkehrungen möglich. Das müsse dann Nigerias Verband entscheiden. Am Sonntag trainierte das Team wie geplant unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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Kaita hatte gegen Griechenland beim Stand von 1:0 für Nigeria in der 33. Minute wegen einer Tätlichkeit gegen Torosidis die Rote Karte gesehen. Anschließend drehte das Team des deutschen Trainers Otto Rehhagel die Partie noch und gewann mit 2:1. Schon nach der Partie entschuldigte sich Kaita für seine Aktion: "Ich kann mich bei allen Nigerianern nicht genug entschuldigen für meinen teuren Fehler. Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen und habe darüber nachgedacht, was mein Handeln mein Land gekostet hat", so der Spieler des russischen Vereins Alania Vladikavkaz.

20.06.10
 

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