Während der folgenden Wochen spielte sich Albert Roger Miller alias Roger Milla durch spektakuläre Dribblings und sehenswerte Treffer in das Gedächtnis und vor allem in die Herzen der weltweiten Fußballgemeinde.
Eigentlich hatte Milla, der 1976 zum Fußballer des Jahres in Afrika gewählt worden war, seine Karriere in der Nationalelf bereits 1987 beendet. Zwei Jahre später verabschiedete sich der Stürmer auch aus dem französischen Ligafußball (152 Tore, Pokalsiege mit Bastia ´80 und Monaco ´81) und zog sich auf die Insel La Réunion im indischen Ozean zurück, um dort - so dachte er - den Fußballgott einen lieben Mann sein zu lassen.
Doch bevor die Auswahl Kameruns, mit der Milla bereits 1982 an der Endrunde in Spanien teilgenommen hatte, nach Italien aufbrach, trat Paul Biya auf den Plan. Der Präsident des zentralafrikanischen Landes erinnerte sich der Dribbelkünste des einstigen Oberhauptes der "unzähmbaren Löwen" und griff zum Telefonhörer. Milla wurde reaktiviert, kam als "Edeljoker" in jedem der fünf WM-Auftritte der Afrikaner zum Einsatz und erzielte dabei vier Treffer.
Beim sensationellen 1:0-Erfolg im Auftaktspiel gegen Argentinien wurde der Oldie lediglich für ein paar Minuten eingewechselt. Im zweiten Gruppenmatch gegen Rumänien jedoch setzte Kameruns sowjetischer Coach Valeri Nepomniatchi ab der 57. Minute auf den exzellenten Techniker. Der dankte es mit einem Doppelpack (Endergebnis 2:1) und einem berühmt gewordenen Tänzchen mit der Eckfahne - einer seitdem hundertfach kopierten und bis hinab in die Amateurligen nachgeahmten Jubelvariante.
Kamerun hatte sich damit trotz der folgenden 0:4-Niederlage gegen die UdSSR für das Achtelfinale gegen Kolumbien qualifiziert. Und hier gingen die Milla-Festspiele weiter. In der Verlängerung - nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden - erzielte er wiederum beide Treffer zum 2:1-Sieg und sorgte damit für eine Premiere. Erstmals in der Geschichte zog ein afrikanisches Team in das Viertelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft ein.
Besonders in Erinnerung bleib dabei Millas zweiter Streich, als er im Duell der Paradiesvögel René Higuita, dem exzentrischen Schlussmann der Südamerikaner, nahe der Mittellinie den Ball abjagte und nach einem 40-Meter-Sprint zum vorentscheidenden 2:0 einschob.
Im Viertelfinale gegen England war dann nach grandiosem Kampf Schluss für die "unzähmbaren Löwen". Gegen Gascoigne, Lineker und Co. unterlag man in der schwülen Hitze einer neapolitanischen Sommernacht nach Verlängerung mit 2:3. Milla, der den Treffer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung mustergültig vorbereitete, konnte sich diesmal nicht in die Torschützenliste eintragen.
Dies gelang dann 1994 noch ein Mal, als der mittlerweile 42-Jährige, wiederum auf Drängen des Staatspräsidenten, zur WM in die USA mitfuhr. Im letzten Gruppenspiel erzielte Milla beim 1:6 gegen Russland den Ehrentreffer und festigte seinen Platz in den Fußballgeschichtsbüchern damit wohl für alle Ewigkeit: Milla ist der erste afrikanische Spieler, der an drei WM-Endrunden teilgenommen hat, der älteste Spieler, der je in einem WM-Spiel zum Einsatz kam und - seit dem Treffer gegen Russland - auch der älteste Spieler, der je bei einem FIFA-Weltpokal ein Tor erzielte.
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47698 Teilnehmer)
|
|
|||||||||||||||
|
||||||||||||||||
| Die aktuellsten Forenbeiträge |
|---|
|
Re: Deutschland - Israel 2:0
von:
Webi1961
- 31.05.12, 23:31 - 6 mal gelesen
|
|
Preetz genießt Platzsturm 1989
von:
blauerbock
- 31.05.12, 23:29 - 0 mal gelesen
|
|
Deutschland - Israel 2:0
von:
MaBu85
- 31.05.12, 23:24 - 15 mal gelesen
|
| Zeit | Sender | Sendung |
|---|---|---|
| 22:30 | SP1 | Kampfsport |
| 23:00 | SKYBU | Fußball: Bundesliga |
| 23:00 | SKYS1 | Wrestling: WWE |
| 23:30 | EURO | Tennis |
| 23:45 | SP1 | Golftotal News |