Im Finale gewannen die Südamerikaner gegen Italien mit 3:2 nach Elfmeterschießen. Großen Anteil am WM-Titel hatte Romario, der nicht nur fünf Tore erzielte - viermal schoss er dabei das 1:0 -, sondern auch den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers bekam. Im gleichen Jahr wurde er auch zum Weltfußballer geehrt.
1994 war allerdings das einzige Jahr, in dem Romario fit zu einer Weltmeisterschaft anreisen konnte. 1990 in Italien kam er wegen einer Knöchelverletzung nur auf einen Einsatz, während er 1998 gänzlich auf eine Teilnahme verzichten musste. 2002 wurde er von Trainer Luis Felipe Scolari nicht berücksichtigt, auch wenn es im Vorfeld zahlreiche Stimmen in seiner Heimat gab, die eine Nominierung gefordert hatten. Sein letztes Spiel für die Seleçao absolvierte er am 28. April 2005 gegen Guatemala. Beim 3:0-Sieg steuerte er als Kapitän das 2:0 bei. Insgesamt brachte er es in der Nationalmannschaft auf 55 Tore in 70 Spielen. Lediglich Pele und Ronaldo haben hier mehr Treffer vorzuweisen.
Auch auf Vereinsebene kann der am 29. Januar 1966 geborene Stürmer auf zahlreiche Erfolge zurückblicken. So wurde er mit der PSV Eindhoven dreimal Meister, 1989 ehrte man ihn zudem zum Fußballer des Jahres in den Niederlanden. Später folgte er dem Ruf von Johann Cruyff, der ihn zum FC Barcelona lotste. Mit den Katalanen wurde er 1994 spanischer Meister und setzte sich zugleich die Torjägerkrone auf. An sich zeigte sich Romario stets treffsicher. In Brasilien war er gleich siebenmal Torschützenkönig, in Holland dreimal. Laut Fifa hat er bisher 904 Tore erzielt, er selbst geht aber von 1002 aus. Die Differenz erklärt sich daraus, dass der Brasilianer entgegen der Fifa auch seine geschossenen Tore aus seiner Jugendzeit sowie Treffer aus Benefiz-Spielen mitberücksichtigt.
Doch trotz seiner sportlichen Qualitäten hielt es der Exzentriker selten lange bei einem Verein aus. Oft kam es zu Querelen zwischen ihm und Klubverantwortlichen, was zu zahlreichen Wechseln führte. Während seiner 24-jährigen Profi-Laufbahn spielte er bei 17 Vereinen. Darunter auch so exotische Adressen wie Adelaide United (Australien), Miami FC (USA) oder Al-Sadd (Katar).
2008 beendete der damals 42-Jährige einmal mehr seine Laufbahn als aktiver Spieler bei Vasco da Gama. Damals gab er mangelnde Fitness als Grund für seine Entscheidung an. Doch bei Romario konnte man sich nie sicher sein, ob er die Fußballschuhe nun wirklich an den Nagel gehängt hatte. Mehrere Male hatte er bereits seinen Rücktritt erklärt, kehrte dann aber wieder zurück. So auch im November 2009, als er beim Zweitligisten America FC, für den er mittlerweile als Marketingbeauftragter tätig ist, als Einwechselspieler zum Einsatz kam. Eine einmalige Angelegenheit? Oder hat der eigenwillige Stürmer seine Lust am Fußball wiederentdeckt? Das weiß wohl niemand genau.
Nur eines ist sicher: Bei einer Persönlichkeit wie Romario erscheint irgendwie alles möglich.
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47698 Teilnehmer)
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