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21.11.2009, 19:01

FIFA lehnt Antrag auf Wiederholungsspiel ab - Irland gibt auf

Henry mogelt Frankreich zur WM

Es war der Aufreger der WM-Qualifikation: Im Stade de France zu Paris läuft die 103. Minute im Play-off-Spiel zwischen Frankreich und Irland, als Thierry Henry den Ball genauso offensichtlich wie absichtlich mit der Hand mitführt und so den entscheidenden Treffer vorbereitet. Der Angreifer hat seine Unsportlichkeit immerhin zugegeben. Die Iren kochen dennoch vor Wut - selbst der Justizminister hat sich inzwischen eingeschaltet.

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Richard Dunne und Thierry Henry
Geständnis abgelegt: Hier gibt Thierry Henry gegenüber Richard Dunne zu, das Leder mit der Hand gespielt zu haben.
© picture alliance Zoomansicht

Thierry Henry gilt eigentlich als fairer Sportsmann. Doch für die WM scheint auch der Stürmerstar vom FC Barcelona seine guten Manieren über Bord zu werfen. Nach seinem klaren Handspiel leitete er das Leder weiter zu William Gallas, der aus kürzester Distanz einschob. 1:1, Spiel entschieden, WM-Teilnahme geklärt - zurück blieben fassungslose Iren. "Es war Hand", gestand der 32-Jährige inzwischen, "aber ich bin nicht der Schiedsrichter. Er hat es zugelassen, man muss ihn fragen, warum er das getan hat." Verantwortung abgeschoben, nennt man das wohl. Der Barça-Star hat inzwischen behauptet, er habe dem Referee sogar mitgeteilt, dass er den Ball mit der Hand gespielt habe. Dessen Antwort laut Henry: "Du bist nicht der Schiedsrichter".

Verteidiger Richard Dunne stellte die eingestandene Regelwidrigkeit von Henry auch nicht wirklich zufrieden. "Deswegen fühle ich mich auch nicht besser. Wir wurden betrogen", so Dunne, der kurz nach Spielende mit Henry auf dem Rasen saß und wohl als Erster das "Geständnis" des Franzosen vernahm. Henrys Behauptung, es sei keine Absicht gewesen, konnte Dunne nach Ansicht der TV-Bilder freilich nicht mehr teilen.

Lizarazu: Auftritt war "katastrophal"

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20.11., 15:41 Uhr
 

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Henrys Handspiel und das Fairplay

Die Franzosen fahren zur WM 2010 - aber wie! Kurz vor dem entscheidenden Treffer von Thierry Henry berührte der Stürmer den Ball mit der Hand. Auch wenn die Partie aufgrund der Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters nicht wiederholt werden kann, hat sie doch eine neue Debatte über das Fairplay eröffnet.



Fünf Minuten zuvor konnten die Iren zwar von Glück sagen, dass Referee Martin Hansson aus Schweden nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte, als Anelka, von Torhüter Given touchiert, im Strafraum zu Fall kam. Doch darüber redete nach dem Spiel verständlicherweise keiner mehr. "Wir fahren zur WM, aber auf dem Weg zur Kabine sollten wir unsere Köpfe senken", erklärte der ehemalige Bayern-Spieler Bixente Lizarazu, der den Auftritt der "Equipe Tricolore" als "katastrophal" einstufte. "Wir brauchen nicht stolz zu sein. Ich werde jedenfalls nicht feiern."

zum Spielbericht

Irlands Trainer Giovanni Trapattoni war regelrecht verzweifelt. "Wir reden viel über Fair Play, ich gehe in Schulen und rede mit Kindern darüber, wie wichtig es ist. Und dann passiert sowas." Nach Trapattoni hätte die Fehlentscheidung vom Schiedsrichtergespann noch korrigiert werden können. "Der Schiedsrichter hätte den Linienrichter fragen können und danach Henry. Es wäre Zeit genug gewesen", ärgerte sich der "Mister".

Sollte das Ergebnis bleiben, verstärkt es die Sicht, dass man gewinnt, wenn man betrügt. Der irische Justizminister Dermot Ahern

Nun pocht sogar ein ranghoher Politiker auf der grünen Insel auf Wiedergutmachung. Justizminister Dermot Ahern forderte eine Wiederholung des WM-Qualifikationsspiels. Im Interesse des Fairplays müsse der Weltfußballverband FIFA einschreiten, sagte Ahern am Donnerstag in Dublin. "Sie werden es uns wahrscheinlich nicht bewilligen, weil wir ein kleiner Fisch im Weltfußball sind", gab sich Ahern jedoch wenig zuversichtlich. "Sollte das Ergebnis bleiben, verstärkt es die Sicht, dass man gewinnt, wenn man betrügt."

Die FIFA bekräftigt: Kein Wiederholungsspiel

Das 1:1: Henry (li.) legt den Ball nach dem Handspiel quer, die Iren protestieren bereits.
© picture alliance

Nehmen die Dinge aber ihren normalen Lauf, ist der kleine Fisch an der Hand von Thierry Henry auf dem Weg nach Südafrika gescheitert. Und so wird es kommen: Irlands offizieller Antrag auf eine Wiederholung des Spiels wies die FIFA ab: "Es gibt keine Möglichkeit, das Spiel zu wiederholen", hieß es aus einer Verbandsquelle: "Das würde ein riesiges Chaos im Fußball hervorrufen. Die Regeln der FIFA sind absolut klar." Inzwischen hat der Weltfußballverband auch offiziell mitgeteilt, dass das Ergebnis nicht mehr verändert oder annulliert werden könne.

Der irische Verband hatte am Donnerstag den Antrag auf ein Wiederholungsspiel damit begründet, dass, "die offensichtliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters die Gesetze des Sports verletzt" habe.

Am Samstag wurde bekannt, dass der irische Verband seine Anstrengungen, ein Wiederholungsspiel zu erreichen, aufgab. Dennoch protestierten am Samstag rund 200 irische Fans vor der französischen Botschaft in Dublin und forderten ein Wiederholungsspiel.

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