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04.01.2010, 12:50

WM-Helden: Just Fontaine, Frankreich

13 Treffer für die Ewigkeit

Der "Herr 13 Tore", wie Just Fontaine in Frankreich liebevoll gerufen wird, stellte bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden einen Rekord für die Ewigkeit auf, der ihm für alle Zeiten einen Platz in den Geschichtsbüchern des Fußballs sichert. Frankreichs Fußball-Idol der 50er Jahre drückte dem WM-Endturnier in unvergesslicher Manier seinen Stempel auf.

Sanftes Lächeln, harter Schuss: Just Fontaines 13 Turniertore werden wohl immer unerreicht bleiben.
Just Fontaines 13 Turniertore werden wohl immer unerreicht bleiben.
© picture allianceZoomansicht

Zwar reichten seine 13 Turniertore (von insgesamt 23 der Franzosen) nicht zum Titelgewinn - den holte sich bekanntlich Brasilien mit einem damals 17-jährigen Pelé -, doch die Treffsicherheit Just Fontaines ist bis zum heutigen Tag unerreicht.

Bei keiner anderen Weltmeisterschaft erzielte ein Spieler innerhalb eines Turniers derart viele Tore. "Bomber" Gerd Müller, in Deutschland der Inbegriff des Mittelstürmers und in den Datenbanken das Maß aller Dinge, benötigte immerhin zwei Weltmeisterschaften für seine 14 Torerfolge (1970 in Mexico traf er zehnmal).

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Dabei hatte Fontaine seinen Platz im französischen Team nur durch eine Verletzung des etatmäßigen Mittelstürmers René Bliard erhalten. Er fügte sich perfekt ins Mannschaftsgefüge ein. Reihenweise spielte Just Fontaine 1958 die Abwehrreihen schwindlig: Drei Tore gegen Paraguay (7:3), zwei gegen Jugoslawien (2:3), eins gegen Schottland (2:1), zwei gegen Nordirland (4:0), eins gegen Brasilien im Halbfinale (2:5) und vier dann beim 6:3 gegen Deutschland im Spiel um Platz drei – beeindruckende Zahlen einer Legende. In seinen insgesamt nur 21 Länderspielen traf er 30 Mal.

Der Rekordtorschütze einer WM
WM-Held Just Fontaine
Rückschlag gegen Jugoslawien
Rückschlag gegen Jugoslawien

Zwar erzielte der französische Ausnahmestürmer Just Fontaine (vorne) gegen Jugoslawien seine Turniertore 4 und 5, doch reichte es am Ende nicht zum Sieg. 2:3 verlor die "Equipe Tricolore" gegen die Elf vom Balkan in den Gruppenspielen. Zuvor hatten die Franzosen Paraguay zum Auftakt mit 7:3 besiegt und Fontaine gleich die ersten drei seiner insgesamt 13 WM-Tore 1958 erzielt.
© picture alliance

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Fontaine, mit 1,74 m alles andere als ein Riese, stand 1958 auf dem Gipfel seines Könnens und wurde im gleichen Jahr mit Stade de Reims französischer Meister, Pokalsieger und nationaler Torschützenkönig.

Pelé schwärmt von Fontaine

"Wir sind Weltmeister geworden, aber wenn Du Fontaine gesehen hättest", schwärmte Pelé dann auch seinem Vater bei der Rückkehr nach Brasilien vor. Schier unglaubliche Antrittsschnelligkeit sowie ein ungemein präziser Torschuss waren die Markenzeichen "Justos".

Begonnen hatte die Karriere in seiner marokkanischen Geburtsstadt Marrakesch. Wäre es nach des Vaters Willen gegangen, hätte sich Sohn Just lieber Basketball und Leichtathletik sowie einem Medizinstudium widmen sollen. Nachdem dieser jedoch überzeugt worden war, gewann Fontaine in seinem ersten Jahr beim AC Marrakesch die Jugendmeisterschaft. Über den USM Casablanca, bei dem er marokkanischer Torschützenkönig wurde, führte sein Weg als 20-Jähriger nach Frankreich. Dort spielte Fontaine bei Nizza, das er gleich zum Pokalsieg und im darauf folgenden Jahr zur Meisterschaft schoss, und Reims, wo er zwei Mal französischer Torschützenkönig wurde.

Bitteres Karriereende für Fontaine

Tragisch, dass seine glanzvolle Laufbahn bereits im Alter von 27 Jahren abrupt endete. Ein doppelter Schien- und Wadenbeinbruch, erlitten bei einem Spiel in Sochaux, warfen den damals für Reims stürmenden Fontaine am 20. März 1960 aus der Bahn. Drei Wochen nach seinem Comeback im November desselben Jahres brach das Bein erneut - Karriereende! Zuvor hatte er in 117 Spielen für Reims 116 Treffer verbucht - wohl ebenfalls einmalig.

Später wurde Fontaine, am 18. August 1933 geboren, Präsident der Französischen Spielervereinigung und war kurze Zeit für die Nationalmannschaft verantwortlich. Der Einstieg ins Trainergeschäft schlug aber fehl, weder als Nationaltrainer noch als Coach bei Paris St. Germain konnte sich Fontaine etablieren, als Kaufmann hatte er später mehr Erfolg.

04.01.10
 
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