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02.01.2010, 13:30

Silvio Piola, Italien

"Silvio Gol"

1938 wurde die Weltmeisterschaft in Frankreich ausgetragen. Italiens Coach Vittorio Pozzo, schon beim Titelgewinn der Südeuropäer vier Jahre zuvor für die Squadra Azzurra verantwortlich, nominierte für seinen im Vergleich zu 1934 deutlich verjüngten WM-Kader den damals 24-jährigen Sturmführer von Lazio Rom, Silvio Piola.

Immer rasant unterwegs: Italiens Silvio Piola.
Immer rasant unterwegs: Italiens Toptorjäger Silvio Piola.
© imagoZoomansicht

Pozzo hatte lange Zeit gezögert, Piola für die Nationalelf zu nominieren. Aber bereits in Piolas erstem Länderspiel 1935 sollte er eines Besseren belehrt werden: Der Mittelstürmer überzeugte bei seinem Debüt mit Schnelligkeit, Kampf- und Schussstärke, Durchsetzungsvermögen und Eleganz und nicht zuletzt durch seinen Torriecher: Der Neuling schoss beide Tore beim 2:0 gegen Österreich.

Der Angreifer, der, einmal am Ball, kaum noch von diesem zu trennen war, sorgte dann während des WM-Turniers zunächst in der Vorrunde gegen Norwegen mit seinem Tor zum 2:1 in der Verlängerung für die Entscheidung und das Weiterkommen des Titelverteidigers.

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Italiens erfolgreichster Torjäger
WM-Held Silvio Piola
"Bourreau des Francais" - den "Franzosen-Henker" nannte die französische Presse Italiens Topstürmer Silvio Piola nach dem Viertelfinale bei der WM 1938. Die Squadra Azzurra gewann gegen den Gastgeber mir mit 3:1. Piola traf zweimal.
Franzosen-Henker

"Bourreau des Francais" - den "Franzosen-Henker" nannte die französische Presse Italiens Topstürmer Silvio Piola nach dem Viertelfinale bei der WM 1938. Die Squadra Azzurra gewann gegen den Gastgeber mir mit 3:1. Piola traf zweimal.
© picture alliance

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Und auch im Viertelfinale, als das Los mit Italien und Frankreich ausgerechnet die beiden Topfavoriten zusammenführte, entschied Piola mit zwei wunderschönen Treffern die Partie zu Gunsten der Squadra Azzurra, die mit 3:1 gewann. "Bourreau des Francais" - "Franzosen-Henker" betitelte die französische Presse den Lazio-Angreifer nach dem Ausscheiden ihrer Lieblinge.

In der Runde der letzten Vier traf der Titelverteidiger dann auf Brasilien, das im Glauben an die eigene Stärke ihren Goalgetter und späteren besten Schützen des Turniers, Leònidas da Silva, schonte. Ein folgenschwerer Fauxpas des brasilianischen Coaches: Colaussi brachte die Italiener in Führung (55.) - und ein von da Gaia an Piola verursachter Foulelfmeter, den Meazza verwandelte, sorgte nach einer Stunde für die Vorentscheidung zu Gunsten der Südeuropäer, die am Ende nach einem 2:1 im Endspiel gegen Ungarn standen.

Auch im Finale konnten sich die Italiener auf Piola, in seiner Heimat wegen seines Torriechers "Silvio Gol" genannt, und seinen kongenialen Sturmpartner Colaussi verlassen. Im Wechsel erzielten Piola und Colaussi gegen die eleganten Magyaren alle Tore zum 4:2 Finalsieg Italiens, das damit zum zweiten Mal in Folge Weltmeister wurde.

Piola: Dynamik und Durchschlagskraft

Silvio Piola brachte im Endspiel einmal mehr seine überragenden Eigenschaften zur Geltung: Geradlinigkeit, Dynamik und Durchschlagskraft. "Silvio Gol" hatte mit fünf Turniertoren entscheidenden Anteil an der erfolgreichen Titelverteidigung Italiens.

Bis heute ist Piola unerreicht

Bereits mit 17 Jahren begann Piola seine Karriere 1930 in der Provinz beim siebenmaligen italienischen Meister Pro Vercelli, bevor er 1934 zu Lazio Rom wechselte. Noch heute führt der am 29. September 1913 in Robbio Lomellina geborene Piola, der später noch für Juventus Turin und bis zu seinem Karriereende 1954 für Novara Calcio spielte, die Rangliste der erfolgreichsten Torschützen der Serie A mit 290 Treffern an.

Neben dem Fußball fand Piola in der Jagd einen Ausgleich, eine Passion, die er fast bis zu seinem Lebensende beibehielt. Die Jagd nach dem Ball beendete der drittbeste Torschütze Italiens aller Zeiten im Nationalteam 1952 mit 39 Jahren - nach 30 Toren in 34 Spielen.

Der WM-Star von 1938 verstarb am 3. Oktober 1996 im Alter von 83 Jahren.

02.01.10
 
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