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05.01.2010, 11:32

WM-Helden: Eusebio, Portugal

Der Panther mit dem sanften Lächeln

Nur ein einziges Mal durfte er die Bühne einer Fußball-Weltmeisterschaft betreten - Eusebio, Portugals "schwarze Perle". 1966 in England glänzte diese jedoch derart, dass der Torjäger zur Legende wurde.

Geschmeidig, kraftvoll, antrittsschnell: Portugals Legende Eusebio.
Geschmeidig, kraftvoll, antrittsschnell: Portugals Legende Eusebio.
© picture allianceZoomansicht

Neun Tore erzielte der am 25. Januar 1942 in Mosambik geborene Stürmer beim Turnier auf der Insel. Es war die erste Teilnahme für eine portugiesische Auswahl bei einer WM. Und dem damals 24-jährigen Eusebio eilte bereits der Ruf eines Fußballgottes voraus.

Schon als Jugendlicher hatte der gleichwohl geschmeidige wie kraftvolle und antrittsschnelle Spieler - später verglichen ihn viele mit einem Panther - in seiner Heimat beim Sporting Club Lourenço Marques brilliert. Die beiden großen Lissaboner Vereine Benfica und Sporting wurden auf den Rohdiamanten aus der damaligen Kolonie im Südosten Afrikas aufmerksam. Ein wahres Wettbieten setzte ein - Benfica behielt letztlich die Oberhand.

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Eusebio entzaubert Real

Was für ein Glücksgriff für den Renommierklub, dem sich der 18-jährige Eusebio 1960 für insgesamt 14 Jahre anschloss. Bereits zwei Jahre nach seiner Ankunft holte er mit Benfica den Europapokal der Landesmeister und entzauberte dabei in einem denkwürdigen Finale selbst den "königlichen" Alfredo di Stefano in Diensten von Real Madrid.

WM-Torschützenkönig 1966
WM-Held Eusebio
Legenden unter sich
Legenden unter sich

Im Finale der Landesmeister 1963 kommt Eusebio im Trikot von Benfica Lissabon vor Cesare Maldini an den Ball. Der Kapitän des AC Milan, Vater des nicht weniger berühmten Milan-Verteidigers Paolo Maldini, durfte am Ende jubeln. Zwar traf Eusebio damals im Londoner Wembleystadion, doch die Italiener behielten mit 2:1 die Oberhand. Im Jahr zuvor, 1962, setzte sich Eusebio mit Benfica die Krone im europäischen Vereinsfußball auf. 5:3 gewann Lissabon gegen Real Madrid, mit zwei Toren entriss Eusebio den "Königlichen" um di Stefano und Puskas den Titel.
© picture alliance

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Eusebio gab dem portugiesischen Fußball Stärke und Selbstbewusstsein. Er sorgte dafür, dass sich die Iberer ausgerechnet für die Titelkämpfe im Mutterland des Fußballs qualifizierten. Und all jene, die bisher nur aus Erzählungen von der Kunst dieses Phänomens gehört hatten, wurden nun Augenzeugen. Denn Eusebio erfüllte die Erwartungen, ja, er übertraf sie sogar.

Eusebios Doppelpack gegen Brasilien

Nach Vorrundensiegen gegen Ungarn (3:1), Bulgarien (3:0) und Weltmeister Brasilien - beim 3:1 gelang ihm ein Doppelpack gegen Pelé & Co. - standen die Portugiesen im Viertelfinale.

Ein denkwürdiges Spiel. Der Gegner hieß Nordkorea. Der Außenseiter hatte überraschend Italien besiegt und lag im Liverpooler Goodison Park vor über 50.000 Zuschauern nach 25 Minuten mit 3:0 in Front.

Eusebio war gefragt. Er antwortete. Ein, zwei, drei, gar vier Mal biss der Panther zu - nach 59 Minuten war die Partie gekippt. 5:3 hieß es am Ende, das Halbfinale gegen den Gastgeber wartete.

Eusebios bittere Tränen

Dort scheiterten die Portugiesen - auch, weil Eusebio im kantigen und nicht immer fairen Nobby Stiles seinen Meister fand. "Wir haben zwar das Halbfinale verloren, aber der portugiesische Fußball war einer der großen Gewinner", befand Eusebio später, als die bitteren Tränen dem sonst üblichen Lächeln gewichen waren. Ein stolzes Lächeln, mit dem der dunkelhäutige Vorzeigeprofi auch auf immer wiederkehrende rassistische Beschimpfungen reagierte. Nach 64 Länderspielen, in denen er 41 Mal traf, beendete er sein Länderspiel-Karriere.

Auf Vereinsebene spielte er jedoch noch äußerst erfolgreich für Benfica weiter. Nach elf Meister- und fünf Pokaltiteln verabschiedete sich der "schwarze Panther" 1974 aus Lissabon, ließ seine Laufbahn in Nord- und Mittelamerika ausklingen, ehe ihn eine Knieverletzung 1978 zum Karriereende zwang.

Eine Statue für Eusebio

Benfica ehrt Eusebio, der sich 2004 als EURO-Botschafter für seine (Wahl-)Heimat engagierte, heute mit einer Bronzestatue vor dem Estadio de Luz. Für 317 Tore in 301 Meisterschaftsspielen, aber auch für seine Loyalität und sein sanftes Lächeln.

05.01.10
 
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