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Deutschland

Deutschland

4
:
1

Halbzeitstand
2:1
England

England


DEUTSCHLAND
ENGLAND
15.
30.
45.



60.
75.
90.










Klose zieht mit Pele gleich

Müller schießt England ab

Deutschland setzte sich im Klassiker gegen England eindrucksvoll mit 4:1 durch und setzte damit ein ganz dickes Ausrufezeichen. Wieder einmal war es ein geschichtsträchtiges Spiel, in dem Klose mit der brasilianischen Fußball-Legende Pele gleichzog, England erstmalig vier Tore gegen Deutschland kassierte, aber auch vom Schiedsrichter benachteiligt wurde - außerdem spielte sich Thomas Müller bei der Gala-Vorstellung ins Rampenlicht.

Miroslav Klose bejubelt sein 1:0.
Perfekter Start: Klose zog mit seinem 12. WM-Tor mit Pele gleich. In seinem 99. Länderspiel war es zugleich sein 50. Treffer im DFB-Trikot.
© picture-allianceZoomansicht

Bundestrainer Joachim Löw brachte Klose, der beim 1:0 gegen Ghana Gelb-Rot-gesperrt gefehlt hatte, wieder von Beginn an. Cacau musste wegen einer Bauchmuskelzerrung passen. Die angeschlagenen Schweinsteiger (muskuläre Probleme) und Boateng (Wade) wurden rechtzeitig fit.

Englands Coach Fabio Capello hingegen setzte auf exakt dieselbe Elf, die 1:0 gegen Slowenien gewonnen hatte.

Der gegenseitige Respekt war beiden Mannschaften von Beginn an anzumerken. So tasteten sich die Kontrahenten in der ersten Viertelstunde weitestgehend ab und waren hauptsächlich auf Fehlervermeidung bedacht. Das aktivere und spielerisch bessere Team war dabei die DFB-Auswahl. Allerdings fehlte es den Löw-Schützlingen zunächst an Zug zum Tor, so dass Özils Chance vom rechten Fünfereck, die James in der vierten Minute parierte, lange Zeit die einzige ernsthafte Möglichkeit des dreifachen Weltmeisters war.

Video zum Thema
kicker.tv Analyse- 27.06., 21:21 Uhr
Deutschlands Triumph - Lampards "Wembley-Tor" (3D)
Deutschland zieht mit einer 4:1-Galavorstellung gegen England ins Viertelfinale ein. Neben der überzeugenden deutschen Leistung stand vor allem das Tor von Frank Lampard, dem der Schiedsrichter die Anerkennung verweigerte, im Brennpunkt der Diskussionen.
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Doch auch von den Engländern, die stark über die Physis kamen und in den Zweikämpfen sehr präsent waren, kam offensiv kaum etwas. Dies lag vor allem an zahlreichen Fehlpässen und ideenlosen Angriffsversuchen. Meist ging es durch die Mitte, während über die Außen nahezu nichts kam. In der 20. Minute leitete schließlich ein präziser Abstoß von Neuer die Führung ein: Der Ball landete bei Klose, der in seinem 99. Länderspieleinsatz Upson abschüttelte und aus zehn Metern ins rechte untere Eck einnetzte (20.). Der Bayern-Stürmer stand beim Zuspiel zwar im Abseits, allerdings existiert dieses laut Reglement bei Abstoß, Ecke und Einwurf nicht. Folglich gab an seinem 50. Länderspieltreffer und seinem 12. WM-Tor nichts zu mäkeln. Zugleich zog Klose damit in der ewigen Torjägerliste bei Weltmeisterschaften mit Brasiliens Fußball-Legende Pele nach Treffern gleich.

Die "Three Lions" reagierten rasch und intensivierten ihre Angriffe. Hierdurch eröffneten sich Freiräume für die deutschen Akteure, die teils mit sehenswerten Kombinationen bei Kontern weiter die besseren Gelegenheiten kreierten. In der 31. Minute scheiterte Klose aber noch an James, während es nur eine Minute später Podolski besser machte. Müller bewies tolle Übersicht und passte über Johnson hinweg nach links zum Kölner, der aus spitzem Winkel James tunnelte und ins rechte Eck einschoss.

Deutschland schien alles in der Hand zu haben, doch England schaffte noch den Anschlusstreffer: Gerrard flankte von rechts in die Mitte, wo Mertesacker und Boateng Upson nicht angingen. Der Innenverteidiger stieg hoch und köpfte aus fünf Metern unter die Latte ein. Auch Neuer sah dabei nicht wirklich gut aus. Nur eine Minute später fiel sogar noch das 2:2! Lampard zog aus 17 Metern ab. Das Leder prallte an die Unterkante der Latte und klar hinter die Linie, von dort erneut an die Latte und anschließend in die Arme von Neuer. Zum Glück für das DFB-Team verweigerte Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay den klaren Treffer, so dass die Löw-Elf mit der knappen 2:1-Führung in die Pause gehen durfte.

Manuel Neuer sieht dem Ball hinterher
Der war drin: Lampards Schuss landet hinter der Linie, nur der Referee sah das nicht.
© picture-alliance

England drückt, Müller trifft

Ohne personelle Wechsel ging es nach dem Seitenwechsel, dafür mit einer DFB-Elf, die sich zu weit nach hinten zurück zog und weite Teile des Feldes den Engländern überließ. Diese nahmen das Angebot an und näherten sich durch Milner (48.) und Gerrard (49.) dem gegnerischen Gehäuse an. Kurz darauf hatte Lampard mit einem gewaltigen Freistoß aus 35 Metern erneut Pech, als das Leder nur an die Oberkante der Latte knallte (52.).

Der Druck der Briten wurde von Minute zu Minute größer, während Deutschland nur noch selten für Entlastung sorgen konnte. Allerdings stellte sich die deutsche Abwehr zusehends besser auf die wütenden Angriffe der Engländer ein und sorgte schließlich in 67. Minute vor die Vorentscheidung. Bei einem Freistoß waren die "Three Lions" zu weit aufgerückt und wurden eiskalt ausgekontert: Müller passte auf Schweinsteiger, der Johnson austanzte und zum mitgelaufenen Youngster zurückpasste. Müller vollendete schließlich aus 15 Metern halbrechter Position fulminant ins kurze Eck.

Nur zwei Minuten danach hätte Müller sein Torekonto ausbauen können, dieses Mal zielte er aber ein Stück zu weit nach rechts. In der 70. Minute machte es Müller wieder besser: Bei einem Konter ließ Özil Barry ganz locker stehen, drang dann in den Strafraum ein und legte quer zu Müller - 4:1. England zeigte sich danach geschockt, nichts war mehr vom zuvor an Tag gelegten Offensivdrang zu sehen. Deutschland hatte nun keine Mühe mehr, die Begegnung zu kontrollieren. Neuer bekam nur noch einmal etwas zu tun: Zehn Minuten vor dem Ende hatte Gerrard aus 14 Metern gegen den Schalker-Keeper das Nachsehen. Das war dann aber auch die letzte nennenswerte Aktion der Partie.

Deutschland trifft nun am kommenden Samstag, den 3. Juli um 16.00 Uhr in Kapstadt im Viertelfinale auf Argentinien, das Mexiko mit 3:1 ausschalten konnte - eine Neuauflage der WM 2006!

 

Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Deutschland
Aufstellung:
Neuer (3,5) - 
Lahm (3)    
Mertesacker (3,5) , 
A. Friedrich (1,5)    
J. Boateng (3) - 
Khedira (2,5) , 
T. Müller (1)            
Podolski (2,5)    
Özil (1,5)    
Klose (1,5)        

Einwechslungen:
72. Gomez für Klose
72. Trochowski für T. Müller
83. Kießling für Özil

Trainer:
Löw
England
Aufstellung:
D. James (4,5) - 
G. Johnson (5)        
Terry (5,5) , 
Upson (4,5)    
A. Cole (5) - 
Lampard (3) , 
Barry (5) - 
Milner (4)    
Gerrard (4)    
Defoe (4,5)    
Rooney (5)

Einwechslungen:
64. J. Cole für Milner
71. Heskey für Defoe
87. Wright-Phillips für G. Johnson

Trainer:
Capello

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
Klose (20., Rechtsschuss, Neuer)
2:0
Podolski (32., Linksschuss, T. Müller)
2:1
Upson (37., Kopfball, Gerrard)
3:1
T. Müller (67., Rechtsschuss, B. Schweinsteiger)
4:1
T. Müller (70., Rechtsschuss, Özil)
Gelbe Karten
Deutschland:
A. Friedrich
(1. Gelbe Karte)
England:
G. Johnson
(2. Gelbe Karte)

Spielinfo

Anstoß:
27.06.2010 16:00 Uhr
Stadion:
Free State, Bloemfontein
Zuschauer:
40510 (ausverkauft)
Spielnote:  1
Deutschland bis auf eine ganz kurze Auszeit spielerisch überragend, nutzte die krassen englischen Defensivschwächen mit herrlichen Toren aus.
Chancenverhältnis:
8:5
Eckenverhältnis:
4:6
Schiedsrichter:
Jorge Larrionda (Uruguay)   Note 6
unfassbar, das klare Tor von Lampard nicht zu geben (38.), beeinflusste damit maßgeblich den Spielverlauf. Hätte Friedrich bei konsequenter Regelauslegung wegen taktischen Fouls Gelb-Rot geben müssen (65.).
Spieler des Spiels:
Thomas Müller
Gegen England zeigte er genau das, was er am besten kann - im richtigen Moment losspurten und die Kugel versenken.