
Der Schweizer Coach Ottmar Hitzfeld baute die "Nati" im Vergleich zur 0:1-Pleite gegen Chile auf zwei Positionen um: Behrami war aufgrund einer Roten Karte zum Zuschauen verdammt und wurde im Mittelfeld durch Barnetta ersetzt. Im Angriff kam mit Derdiyok, der den Vorzug vor Frei erhielt, ein weiterer Leverkusener von Beginn an zum Zug.
Honduras´ Trainer Reynaldo Rueda nahm nach der 0:2-Niederlage gegen Europameister Spanien gleich sechs Veränderungen an seiner Startformation vor: Sabillon, Bernandez, Alvarez, Thomas und Nunez begannen statt Mendoza, Izaguirre, Martinez und Routinier Guevara. Zudem startete mit Jerry Palacios erstmals im Turnierverlauf eine zweite Sturmspitze, Espinoza musste weichen.
Die offene Ausgangssituation in der Gruppe vor dem Vorrundenabschluss ließ zwar eine angriffslustige Herangehensweise beider Teams erwarten. Gleichwohl hatten die Kontrahenten meist gezwungenermaßen bisher nicht mit entsprechend ausgerichtetem Offensivfußball geglänzt.
Letzteres sollte sich in einer niveauarmen Anfangsphase in Bloemfontein bestätigen. Insbesondere die Schweizer wirkten bei ihren ohne das nötige Tempo vorgetragenen Bemühungen, das Spiel nach vorne zu tragen, verkrampft. Spielerisch ansprechende Aktionen oder gar Torchancen waren folglich im Free State Stadium, Austragungsort auch der Achtelfinalpartie der Deutschen am Sonntagnachmittag gegen England, Mangelware.
So dauerte es bis zur 11. Minute als sich den Eidgenossen die erste Halbchance eröffnete: Ersatzkapitän Inler verfehlte mit seinem Schuss aus knapp 18 Metern jedoch das Gehäuse. Von dieser Aktion ging aber keine Initialzündung für das Spiel der Schweizer aus. Ohne kreativen Impulse und Zielstrebigkeit kombinierten die Schweizer behäbig im Mittelfeld. Der Underdog hingegen agierte zunehmend mutiger und setzte mit schnellem Umschaltspiel Nadelstiche: Ein Steilpass von Jerry Palacios auf den durchstartenden Italien-Legionär Suazo geriet in der 17. Minute aber etwas zu lang.
Auf der Gegenseite meldeten sich nur eine Zeigerumdrehung später die Eidgenossen erstmals mit einer hochkarätigen Chance zu Worte: Barnetta flankte in aller Ruhe maßgenau an den zweiten Pfosten. Derdiyoks Kopfball strich jedoch hauchdünn vorbei. Barnetta war es auch in der 22. Minute, der Honduras´ Keeper Valladares aus 25 Metern mit einem Aufsetzer prüfte, den der Schlussmann im Nachfassen sicher hatte.
Dennoch war weiter wenig Bewegung in der Partie. Die "Catrachos" präsentierten sich in der Defensive aufmerksam sowie mit guter Raumaufteilung und warteten auf Konter. Diese spielten die Mittelamerikaner aber bei vielversprechenden Ansätzen zu ungenau zu Ende. Bis auf zwei Halbchancen durch den bundesligaerfahren Nkufo, dem nach der ersten Schweizer Ecke das Spielgerät über den kahlen Schädel rutschte (28.) und dessen Ablage mit der Brust keinen Abnehmer fand, geschah nichts mehr Nennenswertes vor dem Kabinengang.
Hitzfeld reagierte zur Pause: Er nahm Fernandes herunter und brachte den erfahrenen Hakan Yakin. Doch auch nach Wiederanpfiff fehlten den Schweizern in der zerfahrenen Partie das Tempo und die Passgenauigkeit in der Spieleröffnung. Die Begegnung in Bloemfontein war auch nachfolgend nichts für Fußball-Gourmets. Während die Gastgebernation der EURO 2008 weiter zu einfalls- und drucklos agierte, hatten die Honduraner in der 53. Minute die große Chance zur Führung: Alvarez flankte von rechts zum vollkommen freistehenden Suazo, der hauchdünn am langen Eck vorbeiköpfte. Zehn Minuten später waren die Mittelamerikaner im gegnerischen Strafraum wieder in Überzahl. Grichting klärte aber einen zu ungenauen Flankenball vor dem erneut einköpfbereiten Suazo.
Während die vereinzelten Abschlüsse, exemplarisch bei Derdiyoks Schusschance in der 65. Minute, zu harmlos gerieten, gestalteten die Rueda-Schützlinge die Partie offener. In der 71. Minute konnten sich die Schweizer bei Keeper Benaglio bedanken, nicht mit 0:1 den Achtelfinal-Einzug aus den Augen zu verlieren: Nach einem gut ausgespielten Konter bediente Suazo Bari-Akteur Alvarez, der von der Strafraumgrenze draufhämmerte. Der Wolfsburger Schlussmann parierte mit tollem Reflex.
Während Honduras sich langsam einem Chancenplus annäherte, verlor die "Nati" total den Faden. Der Schweiz lief die Zeit davon, was die Hektik bei den Spielzügen verstärkte. Lichtsteiner verfehlte das Gehäuse (80.), Derdiyok und der eingewechselte Yakin rutschten am Ball vorbei (84.). Die Honduraner ließen einige Konteransätze fahrlässig liegen und verpassten - etwa in der Nachspielzeit, als drei Akteure knapp vor der Torlinie nicht an den Ball kamen - die Möglichkeit, ihren ersten WM-Sieg bei der zweiten Teilnahme an einem Weltturnier einzufahren.
Beide Teams müssen die Heimreise antreiten. Am Dienstag (29. Juni) um 20.30 Uhr begegnet Spanien in Kapstadt Portugal. Chile misst sich zeitgleich in einem südamerikanischen Duell am Montag mit Brasilien im Ellis Park von Johannesburg.
| Schweiz |
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| Honduras |
![]() ![]() Aufstellung: Valladares (3,5) - Sabillon (6) , Chavez (4) , Bernardez (3,5) , Figueroa (4,5) - H. Thomas (4) , W. Palacios (3,5) - E. Alvarez (4,5) , Nunez (5) - Je. Palacios (4,5) , Reservebank: Canales (Tor) , Escober (Tor), Izaguirre, Mendoza, Jo. Palacios, Guevara, Espinoza, Garcia, PavonTrainer:
Rueda |
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keine
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Gelbe Karten |
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Schweiz: Fernandes(1. Gelbe Karte) Honduras: H. Thomas(1. Gelbe Karte) , Suazo(1.) , Chavez(1.) , W. Palacios(2.) |
