Im zweiten Spiel der Gruppe A brachte Polens zuletzt kritisierter Trainer Pawel Janas mit Dortmunds Ebi Smolarek und dem Neu-Wolfsburger Jacek Krzynowek zwei Bundesliga-Legionäre in der Startformation. Das Duo spielte auf den Außen hinter der einzigen Spitze Maciej Zurawski.
Bei Ecuador standen zwei Europa-Legionäre in der Startformation von Trainer Luis Fernando Suarez. Nämlich de la Cruz (Aston Villa) und Valencia, der in der spanischen zweiten Liga bei Huelva spielt. Dieses Duo setzte Suarez auf der rechten Seite ein.
Die Polen erwischten den besseren Start und waren in den Anfangsminuten die optisch überlegene Mannschaft. Dabei hatte die Janas-Elf zwar mehr Ballbesitz, doch so richtig gefährlich wurde es für Ecuadors Keeper Mora nicht, der sich übrigens die Landesfarben Gelb-Blau-Rot auf beide Wangen gemalt hatte.
Die Südamerikaner, die sich hinter Argentinien und Brasilien für die WM-Endrunde qualifiziert hatten, hielten in den ersten 15 Minuten mächtig dagegen und wurden mit zunehmender Spieldauer immer frecher. Die Suarez-Elf wirkte physisch enorm präsent und spielte nach Balleroberung schnörkellos nach vorne.
Vor allem über Edwin Tenorio und de la Cruz sowie Valencia initiierten die Ecuadorianer ihre Angriffe, und das mit Erfolg. De la Cruz bediente mit einem weiten Einwurf Delgado, der zu Carlos Tenorio verlängerte. Der bullige Mittelstürmer setzte sich energisch gegen Baszczynski durch und köpfte aus sieben Metern ins lange Eck zum 1:0 ein (24.).

Mit der Führung im Rücken spielten die Südamerikaner nun befreit auf und ließen defensiv überhaupt nichts mehr anbrennen. Die polnische Defensive dagegen hatte gegen die schnellen und durchsetzungsfähigen Offensivleute aus dem Andenstaat mächtig Probleme und so konnten die zahlreich angereisten polnischen Fans froh sein, dass es nur mit 0:1 in die Kabine ging.
Mit dem Beginn der zweiten Hälfte versuchten die Polen den schwachen Eindruck ab der 20. Minute zu revidieren und legten wieder energischer den Vorwärtsgang ein und beschäftigten die Defensivspieler der Ecuadorianer nun wieder etwas mehr. Die Lücke zum freien Abschluss allerdings fanden Krzynowek&Co. nicht, wobei der zukünftige Wolfsburger in der 54. Minute Pech hatte, als er in aussichtsreicher Position wegen vermeintlichen Abseits zurückgepfiffen wurde.
Mitte der zweiten Halbzeit hatte es den Eindruck, als würden die Ecuadorianer dem hohen Tempo und ihrer bedingungslosen Leidenschaft Tribut zollen müssen, doch brachten die Südamerikaner immer wieder ein Bein in die Schussversuche der Polen, die mit zunehmender Spieldauer ratloser wurden.
20-Minuten-Hänger ohne Schaden
Die Suarez-Elf hatte ihren Hänger zwischen 60. und 80. Minute schadlos überstanden und lauerte auf den wohl entscheidenden Konter. Der kam in der 82. Minute, als Mendez mit einem Steilpass auf den eingewechselten Kaviedes die polnische Abwehr knackte. Der "verrückte Ivan", wie Kaviedes genannt wird, stand alleine vor Keeper Boruc und legte quer auf Delgado, der den Ball aus kurzer Distanz ins leere Tor schob.
Zwar hatten die Polen in der Schlussphase durch die eingewechselten Brozek und Jelen noch zwei Lattenkracher (85., 90.), doch brachten die Südamerikaner das zu-Null über die Zeit.
Im zweiten Spiel der "deutschen Gruppe" feierte Ecuador einen nicht erwarteten, aber verdienten Auftaktsieg gegen enttäuschende Polen. Carlos Tenorio und Delgado besiegelten das 2:0 gegen die Elf von Trainer Pawel Janas.
| Polen |
|---|
![]() Aufstellung: Boruc (3) - Baszczynski (4) , Jop (4,5) , J. Bak (3,5) , Mi. Zewlakow (5) - Sobolewski (5) , Radomski (4,5) - Smolarek (4,5) , Szymkowiak (5) , Krzynowek (4) - Zurawski (5) Trainer:
Janas |
| Ecuador |
![]() Aufstellung: Mora (3,5) - de la Cruz (3,5) , Espinoza (2) , Reasco (3,5) - Castillo (4) , E. Tenorio (2,5) - Valencia (4) , Mendez (2,5) - Trainer:
Suarez |
