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19.12.2005, 15:33

Mönchengladbach: Torwart Kasey Keller befindet sich seit Saisonstart in absoluter Top-Form

Zurück zu den Wurzeln

Mönchengladbachs Torwart Kasey Keller (36) durchlief fünf Stationen in England und Spanien, bevor er bei der Borussia zum Liebling der Fans wurde. Der Oldie will bei der WM 2006 mit den USA für Furore sorgen.

Ausgelassener Jubel: Borussia-Keeper Kasey Keller schultert das Vereinsmaskottchen "Jünter".
Ausgelassener Jubel: Borussia-Keeper Kasey Keller schultert das Vereinsmaskottchen "Jünter".
© Kicker

Jünter" machte unlängst Bekannschaft mit der Urgewalt, die in Kasey Keller (36) steckt. Nach einem 4:1 über Lautern schnappte sich der Torhüter das Maskottchen, hob es blitzartig auf seine Schultern, wirbelte es durch die Luft und warf es schließlich in bester Wrestling-Manier zu Boden.

Die Nordkurve, wo Borussias treueste Anhänger stehen, stand Kopf ob der Show-Einlage des muskelbepackten Amerikaners mit den riesigen Händen. "Kasey-Keller"-Sprechchöre schwappten durch den Borussia-Park. Wie so oft in den vergangenen Monaten. Kein Wunder: Keller befindet sich seit Saisonstart in absoluter Top-Form.

Der Torwart zählt längst zu den Publikumslieblingen in Mönchengladbach. Kein Spiel vergeht, ohne dass sein Name durch die Arena hallt. "Als ich im Winter kam, war die Situation sehr schwierig. Der Verein hatte Probleme, die Mannschaft auch, und ich musste mich erst an die Spielweise in der Bundesliga gewöhnen. Jetzt funktioniert es bestens. Die Leute kennen meine Art, sehen, dass ich 100 Prozent gebe", sagt der Keeper. Keller ist kein Flieger. Er zählt zu den sachlich zu Werke gehenden Torhütervertretern, obwohl seine Reflexe auf der Linie durchaus spektakuläre Züge tragen. "Das Einzige, was zählt, ist, dass man kein Tor bekommt. Dafür muss man nicht immer durch die Luft fliegen", lautet sein Credo. Die Anerkennung seiner Leistungen ist ihm trotzdem gewiss.

Bei der Borussia und auch in den Vereinigten Staaten. Mit dem US-Nationalteam blieb Keller jüngst in acht von zehn Spielen ohne Gegentor, holte im Sommer den Gold-Cup und wurde nun zum dritten Mal zum US-Fußballer des Jahres gekürt. "Dieses halbe Jahr", so Keller, "war einfach klasse. 2006 muss es so weitergehen." Als Höhepunkt wartet die Weltmeisterschaft im Sommer. Der Auslosungsschock - in der USA-Gruppe stecken Italien, Tschechien, Ghana - ist überwunden. Keller: "Das wird für alle vier Mannschaften eine enge Kiste." Vielleicht wird es für Keller zu einem guten Omen, dass die WM im Land seines Arbeitgebers stattfindet. Und seiner Vorfahren. Wie es der Nachname verrät, stieß Kasey Keller bei der Ahnenforschung auf deutsche Wurzeln. "Einer meiner Vorfahren ist in die Vereinigten Staaten übergesiedelt. Das muss ungefähr 100 Jahre her sein", sagt Keller und lacht. Tatsächlich kommt der Hard- Rock- und Heavy-Metal-Fan daher, wie man sich hier zu Lande einen typischen Amerikaner vorstellt. Ehrgeizig und zielstrebig im Sport. Höflich, spontan, freundlich im Umgang mit den Mitmenschen.

Er wurde in Olympia im Bundesstaat Washington auf einer Farm groß, die einst sein Großvater aufbaute. Er half mit und nahm viel für seinen späteren Beruf mit. Dass man anpacken muss, um weiterzukommen. Dass man im Team arbeiten muss, um erfolgreich zu sein. "Im Fußball", sagt Keller, "geht es auch nur über den Zusammenhalt." Seine Liebe zum Fußball entwickelte sich von Kindesbeinen an. Trotzdem war es für Keller nicht einfach. Fußball in den USA? Und dann noch Torhüter? In einem Land, in dem Jugendliche ihren Idolen aus Baseball, Eishockey, Basketball und Football nacheifern, musste Keller seinen eigenen Weg finden. In der Universitätsmannschaft in Portland konnte er sich dem Fußball widmen und schaffte schließlich den Sprung nach Europa.

Sein Mentor Clive Charles, der gute Verbindungen nach England hatte, empfahl ihn. Der FC Millwall griff beim damals 22-Jährigen zu. "Das war die Chance, mich als Spieler weiterzuentwickeln. Ich wusste: Das geht nur in Europa", sagt Keller. Es wurde der Startpunkt einer beachtlichen Karriere mit Stationen in England, Spanien und nun Deutschland. Die Borussia plant, die Zusammenarbeit mit Keller bis 2007 auszudehnen. Aber auch nach der Zeit in Mönchengladbach dürfte die Reise des Weltenbummlers noch nicht zu Ende sein. Immer wieder streckt die MLS die Fühler nach Keller aus. "Wenn alles passt", sagt Keller, "wäre das später noch einmal eine Option." Doch bis dahin muss sich "Jünter" noch auf einige Attacken gefasst machen.

Jan Lustig

 

kicker

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