Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
28.06.2018, 13:13

Unterwegs in Russland: Kontrollen sind präzise, aber zügig

No Pyro! "Fisherman's" machen den Weg frei

Geheimdienst FSB. Militär. Polizei. Katastrophenschutzministerium. Diese und weitere Organisationen wurden aufgezählt, als vor dem Turnierstart von "beispiellosen Schritten" die Rede war, die unternommen würden, um die Sicherheit von "Russia 2018" zu gewährleisten.


In Russland unterwegs: Jörg Jakob

Sicherheitskräfte in Russland
Sicherheitskräfte vor dem Spartak Stadium in Moskau.
© Getty Images

Rund 1,4 Milliarden Euro investierte Russland in Sicherheitsmaßnahmen während der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014. Hunderttausende Kräfte würden für das Fußballfest mobilgemacht, bei dem nicht nur eine Olympiaregion sondern das gesamte Riesenreich überwacht wird. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Zum Ende der Gruppenphase ist festzuhalten: Die größte und teuerste Operation in der Geschichte von Fußball-Weltmeisterschaften läuft für den Stadionbesucher im Hintergrund ab.

Weit mehr als 2000 Aufpasser auf den Sperlingsbergen

Was martialisch klang, sieht tatsächlich nur selten auch auf den ersten Blick so aus. Dann vor allem an Spieltagen, wenn sich Uniformierte unterschiedlichster Einheiten vor allem in den Metro-Stationen aufbauen. Bisher stimmt es mit der "richtigen Balance aus Sicherheit und Freiheit", die sowohl WM-Organisationschef Alexej Sorokin als auch der deutsche FIFA-Sicherheitschef Helmut Spahn angekündigt hatten. Massiv sichtbar ist das Aufgebot auf den Sperlingsbergen in Moskau, Standort des offiziellen Fanfestes vor der imposanten Lomonossow-Universität mit Blick auf die City und das Luschniki-Stadion im Vordergrund. Ein Abweichen von offiziellen Wegen verhindern dort weit mehr als 2000 Aufpasser.

Russland
Engmaschig: Sicherheitsschleuse am Ausgang der U-Bahn-Station Sportivnaya vor dem Luschniki.
© privat

Für den gewöhnlichen Fan ist die "Last-Mile-Konzeption" mit drei Sicherheitsringen schon in den Eingangshallen der Metro mit Durchleuchtungsschleusen für alle und Taschenkontrollen für Einzelne spürbar. Das geht in der Regel flott. Wenn's mal wieder länger dauert, was sehr selten ist, kommt es auf die Uhrzeit an. Von morgens bis spätabends rauschen die Züge im Zwei-Minuten-Takt heran. Knapp kann es nur nachts werden, wenn, wie dem Kollegen Jörg Wolfrum in St. Petersburg nach der Partie Argentiniens gegen Nigeria widerfahren, der tiefe Blick gestrenger Kontrolleure in den Rucksack dafür sorgt, dass du nachts um zwei fast auch die allerletzte U-Bahn verpasst.

Die Kontrollen sind präzise, aber zügig

Medienmenschen haben es an diesen Kontrollpunkten oder am Zugang zum Roten Platz sowie besonders an den beiden Stationen nah und unmittelbar am Stadion grundsätzlich etwas schwerer. Führen sie doch für gewöhnlich allerlei technisches Gerät mit, das immer wieder ausgepackt und zum Teil auch eingeschaltet werden muss. Smartphones, iPad, Laptop, Kameras ... mit der Zeit entwickelt man auf beiden Seiten eine gewisse Routine. Die Einlasskontrollen sind präzise, aber zügig.

Auf die Kleinigkeiten kommt es an. Beim Ganzkörper-Screening wie am Flughafen vor dem Luschniki-Stadion erregt mein mit Geldbörse und Wohnungsschlüssel vorgezeigtes Tütchen Pastillen den Argwohn gleich mehrerer Bediensteter. Erst als der hinzugerufene weibliche Offizier den Schriftzug "Fisherman's ..." erkennt, ist der Weg frei. Wäre da nicht noch diese Mini-Dose Mundspray. Wie sagt man nur "Gibt sympathischen Atem" auf Russisch? Mir fällt nichts weniger Dummes ein, als das Ding vor aller Überwachungsaugen praktisch anzuwenden und "No Pyro. It's for kissing afterwards" zu sagen. Ein mitleidiges, aber verstehendes Lächeln signalisiert: "Choroscho!" In Ordnung.

Nicht nur Torhüter dabei
El-Hadary neuer Primus: Die ältesten Spieler der WM-Geschichte
Rafa Marquez, Roger Milla, Faryd Mondragon und Sir Stanley Matthews (im Uhrzeigersinn)
WM-Einsätze im "hohen Alter"

Der bisher älteste Spieler, der je bei einer WM zum Einsatz gekommen war, war 43 Jahre und drei Tage alt - 2018 wurde dieser Rekord pulverisiert. In der Top 16 sind auch Feldspieler vertreten - zwei rückten bereits in Russland neu in die Liste auf.
© Getty images/picture alliance/imago

vorheriges Bild nächstes Bild
 
Seite versenden
zum Thema

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein Voice & VR eMagazine