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13.06.2018, 11:45

"Die Pharaonen" im Porträt

"Ägyptens König" Salah: Ende gut, alles gut?

Erstmals seit 28 Jahren wird Ägypten an einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Und es scheint sich alles zum Guten zu wenden, denn Superstar Mohamed Salah wird wohl rechtzeitig fit. Das Team von Trainer Hector Cuper hat beim Endturnier gar keine so schlechte Chancen, ins Achtelfinale zu kommen. Aber was dürfen wir von den "Pharaonen" erwarten? Ein Porträt über ein Team, bei dem ein Spieler einen ganz besonderen Moment vor sich hat.

Mohamed Salah
Mohamed Salah schoss Ägypten mit seinem Elfmetertor zur WM.
© imagoZoomansicht

26. Mai, 21.10 Uhr: Ein ganzes Land hält den Atem an. Ägyptens Superstar Mohamed Salah fällt im Champions-League-Finale bei einem Zweikampf mit Reals Sergio Ramos unglücklich zu Boden. Der Stürmer vom FC Liverpool hat sich an der Schulter verletzt, muss einige Minuten später mit Tränen in den Augen ausgewechselt werden. Nicht nur sein Traum vom Henkelpott sieht er schwinden, wenige Augenblicke nach der Auswechslung schießen dem Angreifer auch die Gedanken über die Weltmeisterschaft, die er verpassen könnte, durch den Kopf. Ohne ihren Torjäger verlieren die Reds mit 1:3 gegen die Königlichen.

Für Salah startete ein Wettlauf gegen die Zeit, ein ganzes Land bangte um eine Schulter. Aber es scheint sich alles zum Guten zu wenden, denn der 25-Jährige kann wohl auflaufen. "Es geht mir gut, alles ist super. Wir sind nach 28 Jahren wieder bei einer WM dabei. Wir sind sehr glücklich hier zu sein und wollen das Turnier genießen", sagt der Kopf der Mannschaft. "Wir sind bereit, alles läuft gut. Alle Spieler haben Ambitionen und Hoffnungen, dass wir einiges erreichen können."

Erste WM-Teilnahme seit 1990

Am Mittwoch gab der ägyptische Verband bekannt, dass Salah zumindest wieder am Mannschaftstraining der Pharaonen teilnehmen kann. Allerdings ist dies keine Garantie, dass Salah gleich am Freitag (14 Uhr, LIVE! auf kicker.de) gegen Uruguay mitwirken kann. Eine Entscheidung darüber dürfte kurzfristig fallen, ein Sprecher des Verbands kündigte diese für den Morgen des Spiels an. Es wird also nichts überstürzt beim Hoffnungsträger eines ganzen Landes. Salah hatte Ägypten mit seinem Elfmetertor in der fünften Minute der Nachspielzeit gegen Kongo zur Weltmeisterschaft nach Russland geschossen. Erstmals seit 28 Jahren wird Ägypten bei einer WM dabei sein. Es ist erst die dritte WM-Teilnahme der "Pharaonen" überhaupt. 1990 war in Italien in der Vorrunde Schluss, 1934 ging es, ebenfalls in Italien, immerhin bis ins Achtelfinale.

Und das scheint auch dieses Mal möglich zu sein. Denn Ägypten hat mit Gastgeber Russland, Saudi-Arabien und Uruguay eine machbare Gruppe erwischt. Eine entscheidende Frage ist natürlich: Wie fit ist Salah? Damit steht und fällt der Erfolg Ägyptens. Der Mann vom FC Liverpool, der in 57 Länderspielen 33-mal traf, hat eine Fabelsaison hinter sich. In der Premier League traf er 32-mal, stellte damit einen Rekord auf. In der Königsklasse gelangen ihm zehn Tore. Um ihn dreht sich alles im Spiel Ägyptens.

El-Hadary mit 45 Jahren zur WM

Essam El-Hadary
WM-Qualifikation geschafft! Diesen Moment wird Keeper Essam El-Hadary nie vergessen.
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Für Salah wird es bei seiner ersten WM nun ein ganz besonderer Moment. Noch spezieller wird es aber wohl für Keeper Essam El-Hadary. Der 45-Jährige wird seine erste Endrunde spielen, spät in seiner Karriere wird ihm dieser Traum noch erfüllt. Nach der sicheren WM-Qualifikation setzte sich der Schlussmann auf die Latte des Tores, er hatte Tränen in den Augen und ließ sich von 85.000 Zuschauern feiern - ein Bild, das für sich sprach. Sollte El-Hadary am Freitag zum Einsatz kommen, wäre er bei seinem ersten WM-Einsatz exakt 45 Jahre und 151 Tage alt. Damit würde er Kolumbiens Faryd Mondragon als ältesten Spieler bei einer Weltmeisterschaft ablösen. Der ehemalige Keeper des 1. FC Köln war bei seinem letzten WM-Spiel am 24. Juni 2014 gegen Japan (4:1) 43 Jahre und 3 Tage alt.

Für den Torwart Ägyptens erfüllt sich nun ein nicht mehr für möglich gehaltener Traum, denn eigentlich hatte er seine Karriere in der Nationalmannschaft 2013 beendet. Anfang 2017 fuhr er allerdings als dritter Keeper mit zum Afrika-Cup. Da sich Torwart Nummer eins und zwei verletzten, stand plötzlich El-Hadary im Kasten. Die "Pharaonen" zogen ins Finale ein, verloren dort mit 1:2 gegen Kamerun. Seitdem ist der Oldie Stammkeeper und fährt nun als Nummer eins nach Russland.

Defensivstratege Cuper: Der Erfolg spricht für ihn

Und dort will er mit seinem Team unter Trainer Hector Cuper für Furore sorgen. Der Coach hat Ägypten erstmals seit 28 Jahren wieder zu einer WM geführt. Cuper gilt als Disziplinfanatiker, legt keinen Wert auf Zauberfußball, sondern geht die Sache eher pragmatisch an. Er legt ein großes Augenmerk auf die Defensive, lässt ergebnisorientieren Fußball spielen. In Spanien kam das nicht immer gut an. In seiner Zeit in Valencia sprach der Erfolg aber für ihn. Zweimal erreichte der 62-Jährige mit seiner Mannschaft das Finale der Champions League, beide Male verlor Valencia. Zunächst 2000 gegen Real Madrid (0:3) und ein Jahr später gegen die Bayern (4:5, i. E.). Nach mehreren Vereinsstationen trainierte er kurz auch die Nationalmannschaft Georgiens. Seit 2015 ist er für die Ägypter verantwortlich und macht bisher einen guten Job. Unter ihm gab es in 33 Spielen nur 19 Gegentore. Nun will er mit seinem Team auch bei der WM für Furore sorgen.

mst

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weitere Infos zu El-Hadary

Vorname:Essam
Nachname:El-Hadary
Nation: Ägypten
Verein:Al-Taawoun FC
Geboren am:15.01.1973

weitere Infos zu M. Salah

Vorname:Mohamed
Nachname:Salah
Nation: Ägypten
Verein:FC Liverpool
Geboren am:15.06.1992

weitere Infos zu Cuper

Vorname:Hector
Nachname:Cuper
Nation: Argentinien


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